Umfrage: Mautboom in norwegischen Großstädten verursacht Einwohnern finanzielle Probleme

Zwölf Städte erheben in Norwegen Mautgebühren. Darüber hinaus gibt es in allen Landesteilen mautpflichtige Straßenabschnitte.©NAF

Oslo, 16. August 2023. Nachdem Tromsø am 1. Januar 2023 Maut eingeführt hat, gibt es in den fünf größten Städten Norwegens Mautstellen. Im Verkehrsbarometer 2023, einer neuen Umfrage, die Norstat für den norwegischen Automobilclub NAF durchgeführt hat, antwortet die Hälfte der Einwohner dieser städtischen Gebiete, dass die Mautkosten für ihre Finanzen zu hoch geworden seien. Der Anteil an den gesamten Haushaltskosten sei in zwei Jahren stark gestiegen. Trotz der hohen Mautgebühren ist der Auto-Verkehr beispielsweise in der Hauptstadt Oslo weiter gewachsen.

„Die Politiker haben die Mautgebühren außer Kontrolle geraten lassen“, sagt Ingunn Handagard, Pressemanagerin bei NAF. „Es ist höchste Zeit, die Kontrolle zurückzugewinnen. Immer mehr Menschen spüren den Druck erhöhter Mautgebühren. Dazu kommen höhere Zinsen und weitaus teurere Lebensmittel.“

Der Anteil derjenigen, die antworten, dass die Mautgebühren zu hoch für ihre privaten Finanzen seien, ist in zwei Jahren um elf Prozent gestiegen; von 38 Prozent im Jahr 2021 auf 49 Prozent im Jahr 2023. Diese Zahlen seien ein Warnsignal für norwegische Politiker, soHandagard. „Wir erwarten vor den Herbstwahlen klare Antworten von den Politikern, ob sie das Problem angehen wollen.“

Im Jahr 2023 wird erwartet, dass eine Rekordgebühr von 16 Milliarden NOK an Mautgebühren erhoben wird. Damit erhöhen sich die Mauteinnahmen um drei Milliarden gegenüber dem Vorjahr. Heute gibt es in elf Städten Mautstellen – zusätzlich zu den rund 50 bestehenden Mautstellen an Bundes- und Kreisstraßen.

„Die Herausforderung für viele besteht darin, dass es zu den erhöhten Mautgebühren keine ausreichend guten Alternativen zum Auto gibt. Daher empfinden die Menschen die Maut als zusätzliche Steuer auf eine notwendige Fahrt“, sagt Handagard.

Vor allem in Stavanger und Bergen würden die Mautgebühren den Einwohnern die größten finanziellen Probleme bescheren, heißt es in der Presseerklärung des NAF. In Stavanger antworten 54 Prozent mit Ja, dass die Mautgebühren zu hoch für ihre Finanzen seien. In Bergen liegt der Anteil bei 52 Prozent. In Tromsø, wo ab Neujahr Maut erhoben wurde, sehen 50 Prozent der Befragten die Mautgebühren als zu hohe finanzielle Belastung. Am niedrigsten ist der Anteil in Oslo mit 46 Prozent.

Handagard ist davon überzeugt, dass selbst wenn die Lokalpolitiker in den Maut-Galopp einbezogen sind, die Regierung für die Entwicklung verantwortlich ist. Jetzt sei es an der Zeit, Alternativen zur Maut zu finden. „Die Regierung hat angekündigt, Alternativen zur Maut zu prüfen. Sie haben dieses Versprechen immer noch nicht eingehalten. Der Verkehr hätte aus dem Staatshaushalt finanziert werden sollen, wie es bei Schulen, Krankenhäusern und Eisenbahnen der Fall ist, und nicht über Steuern“, sagt Handagard.

Im Juni dieses Jahres wurden an den Mautstellen von Fjellinjen AS, dem Matunternehmen für Oslo und der Region Viken, 36 Millionen Pässe registriert. Das ist ein Anstieg von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Vor allem der Verkehr an Wochenenden trägt zum Verkehrswachstum bei.

„An Wochentagen ist der Verkehr um 0,3 Prozent zurückgegangen, aber an Wochenenden sehen wir einen Anstieg von 5,3 Prozent im Vergleich zum Juni letzten Jahres“, sagt Stian Strøm Arnesen, Analysemanager von Fjellinjen. Sonntags ist das Verkehrswachstum am größten. Im Durchschnitt verzeichneten die 83 Mautstellen von Fjellinjen im Juni sonntags mehr als 68.000 Pässe mehr als im Vorjahr.

Maut wird in Norwegen für einzelne Straßenabschnitte an mehr als 300 Mautstellen erhoben. Darüber hinaus erheben zwölf Städte Maut.

Finden Sie hier Informationen des ADAC zur Maut in Norwegen.

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