Norwegen erwartet bis Ende des Jahres E-Auto-Anteil bei Neuwagen von 90 Prozent

Der Tesla Model Y erreichte im ersten Quartal 2023 einen Marktanteil von 30 Prozent.©Screenshot Tesla.com/no

Oslo, 2. Mai 2023. Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Norwegen von Januar bis April dieses Jahres ist geringer als im Vorjahreszeitraum, der Anteil der Elektroautos aber stieg um 3,4 Prozent und betrug 84,2 Prozent. Benzin-Hybride und Plug-in-Benzin-Hybride haben zusammen einen Anteil von fast 12 Prozent erreicht. Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen sank im April um 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, in den ersten vier Monaten des Jahres lag die Zahl der neu zugelassenen Pkw sogar um 10,5 Prozent unter dem Vergleichszeitraum 2022. 37.641 Pkw wurden in diesem Jahr bisher zugelassen – das Tesla Model Y hatte daran einen Anteil von 25 Prozent.

Verkäufe von neuen Pkw pro Monat von Januar bis April 2023 und 2022

„Dass ein Automodell, das Tesla Model Y, nach dem ersten Quartal einen Marktanteil von 30 Prozent hatte und nach den ersten vier Monaten des Jahres mit über einem Viertel des Gesamtmarktes endete, haben wir noch nie zuvor gesehen“, sagt Direktor Øyvind Solberg Thorsen vom Straßenverkehrsinformationsrat (OFV). Auf den Plätzen zwei und drei folgten Ende April der Volkswagen ID.4 und Toyota bz4X.

Die 10 meistverkauften Automodelle im April / Anzahl:


„Viele haben lange gewartet und warten immer noch auf Autos, die sie vor vielen Monaten bestellt haben. Der Großteil davon werden Elektroautos sein, und mit steigender Auslieferungsquote von Neuwagen werden wir uns im Laufe des Jahres wohl langsam einem E-Auto-Anteil von 90 Prozent annähern“, sagt Solberg Thorsen.

Die 10 meistverkauften Automarken im April – Anzahl:

Eine angespanntere Konjunktur und eine größere Unsicherheit als seit langem, verbunden mit der Mehrwertsteuer auf Elektroautos und erhöhten Kfz-Steuern haben sich nach Auffassung des OVF auf den Neuwagenverkauf insgesamt ausgewirkt.

Ungeachtet konjunktureller Schwankungen sei das Interesse an Autos – nicht zuletzt an Neuwagen – in Norwegen groß. Die Elektrifizierung der Pkw-Flotte werde in den kommenden Jahren auch spürbare Veränderungen im Pkw-Modellangebot mit sich bringen, so Thorsen. Er weist darauf hin, dass es zwar schon lange eine große Auswahl gibt, aber auch einige Plätze im Angebot noch nicht besetzt seien. Viele Autohersteller hätte große, relativ teure und geräumige SUVs priorisiert. Auch beim Umstieg auf Elektroautos, denn hier hätten sie bessere Margen als bei den Klein- und Kleinwagen erzielt. Dies seien Autos, die viele Norweger gekauft haben, sagt er, glaubt aber, dass sich die Situation ändern wird. „Innerhalb weniger Jahre wird es eine viel größere Auswahl an immer kleineren Autos geben. Es wird sowohl Autos mit modernster Technik als auch mit einer guten Reichweite geben. Gleichzeitig werden dies in einer Zeit des starken Drucks auf die Privatwirtschaft für viele erschwinglichere und attraktivere Autos sein. Die Verkäufe von großen, teuren Luxusautos würden deutlich zurückgehen –  dies sei ein Zeichen des Wandels.

Als Gebrauchtwagen haben in diesem Jahr über 160.000 Autos den Besitzer gewechselt – ungefähr so ​​viele wie zur gleichen Zeit im Jahr 2022. Der Volkswagen Golf ist immer noch der meistverkaufte Gebrauchtwagen. Der Anstieg der Anzahl an Elektroautos auf Lager spiegelt sich auch auf dem Gebrauchtmarkt wider. 18 Prozent der Besitzerwechsel in diesem Jahr sind Elektroautos.

Der Import von Gebrauchtwagen wurde seit Jahresanfang extrem zurückgefahren. Gerade 1.145 importierte Autos haben ein norwegisches Kennzeichen erhalten – 78 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Die Zahl der neu zugelassenen Transporter der Klasse 2 ist in diesem Jahr bisher leicht gesunken und lag Ende April bei 7.547 – ein Minus von 3,4 Prozent. Der Anteil der Elektro-Vans der Klasse 2 betrug 36,7 Prozent, ein Anstieg um 78 Prozent für den Zeitraum Januar bis April im Vergleich zum Vorjahr.

„Der Effekt einer größeren Auswahl an Elektro-Transportern mit Ausstattung, Preis und besserer Reichweite ist ein wichtiger Grund für diese „grüne“ Veränderung“, sagt Øyvind Solberg Thorsen von OFV.

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