Norwegens Regierung will Gastransportsystem vollständig übernehmen

Die norwegische Gasinfrastruktur gehört verschiedenen Unternehmen, an denen auch der Staat beteiligt ist. Betrieben wird die Transportinfrastruktur von dem Staatsunternehmen Gassco.©Gassco

Oslo, 28. April 2023. Das Ministerium für Erdöl und Energie hat heute ein Schreiben an die Lizenznehmer des Unternehmens Gassled versandt, in dem es signalisiert, dass der Staat beabsichtigt, das Rückführungsrecht am Ende des Lizenzzeitraums auszuüben und ein vollständiges staatliches Eigentum an den zentralen Teilen des norwegischen Gastransportsystems wünscht. Der Lizenzvertrag läuft 2028 aus. Gassled wurde am 1. Januar 2003 gegründet, als praktisch alle damals bestehenden norwegischen Gastransportsysteme in einem großen neuen Joint Venture zusammengeführt wurden. Besitzer sind heute sowohl staatliche als auch private Unternehmen. Es umfasst die landgestützten Anlagen in Kårstø und Kollsnes sowie Pipelines, die produzierende Felder in der Nordsee und Teilen der Norwegischen See mit diesen Anlagen verbinden und/oder den Weitertransport nach Großbritannien und Kontinentaleuropa ermöglichen.

Das Hauptziel der Erdölpolitik bestehe darin, die rentable Förderung von Öl und Gas langfristig zu ermöglichen. Dem Gastransportsystem und seiner Regulierung kommt bei der Erreichung dieses grundlegenden Ziels eine absolut zentrale Rolle zu, teilt das Energieministerium mit. Ein möglicher Übergang in vollständiges Staatseigentum wird als wertneutral für den Staat angenommen. Das bedeutet, dass die staatlichen Eigentumskosten des Systems vollständig durch künftige Tarifeinnahmen gedeckt sind.

Wenn für die Übernahme eine Vergütung erforderlich sein kann, geht das Ministerium davon aus, dass diese Vergütung auf den zukünftig erwarteten Nettoeinnahmen basieren sollte, die die Eigentümer der Infrastruktur aus ihrem Eigentum erzielen werden.

Ziel der Regierung ist es, die Grundzüge der Regulierung des Gastransportsystems auch nach 2028 fortzusetzen. Sie geht davon aus, dass Gassco weiterhin Betreiber des Systems bleibt und technische Dienstleister einsetzt. Die Tarife müssten kostenorientiert sein. Alle Investitionen in neue Gasinfrastruktur auf dem Festlandsockel müssten weiterhin von den kommerziellen Akteuren und ihren Bedürfnissen für den Gastransport vorangetrieben werden. 

Eigentümer von Gassled sind heute Petoro mit 46,697 Prozent, CapeOmega mit 26,322 Prozent, Hav Energy NCS Gas AS mit 15,553 Prozent, Silex Gas Norway AS mit 6,428 Prozent und Equinor mit fünf Prozent.

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