Nordseegipfel: Norwegen will mit Technologien und Lösungen zum Aufbau eines grünen Kraftwerkes beitragen

Fototermin der Regierungschefs der Nordseeländer und der Präsidentin der EU-Kommission auf dem norwegischen Schiff CONNECTOR, einem der weltweit größten und fortschrittlichsten Schiffe für Unterwasserinstallationen©Nordseegipfel 2023

Ostende, 24. April 2023. Die Nordsee soll das grüne Kraftwerk Europas werden. Auf einem Energiegipfel der Anrainerstaaten der Nordsee einigten sich die Akteure auf einen massiven Ausbau der Produktion von Offshore-Windenergie. Bis 2030 soll die Kapazität 120 GW und 2050 mindestens 300 GW betragen. Am Gipfel nahmen die EU-Kommissionspräsidentin, die Regierungschefs und die Energieminister sowie Spitzenmanager der norwegischen und europäischen Offshore-Windindustrie aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Irland, Luxemburg, Niederlande, Norwegen und Deutschland teil. Die Teilnehmer vereinbarten eine europäische politische und regulatorische Kooperation, damit gemeinsame Ambitionen in Europa umgesetzt werden können. Die bestehende Zusammenarbeit in der Nordsee im Rahmen der North Seas Energy Cooperation (NSEC), deren Mitglied Norwegen ist, soll weiter ausgebaut werden. Neben dem Schutz kritischer Infrastrukturen in der Nordsee geht es auch um Biodiversität und Umweltschutz.

„In einer Zeit internationaler Spannungen, instabiler Energiemärkte und des Klimawandels brauchen wir internationale Zusammenarbeit, um Lösungen für die Energiewende zu finden. Norwegen hat im Bereich der Offshore-Windenergie sowie der Abscheidung und Speicherung von Wasserstoff und Kohlenstoff viel beizutragen. Norwegen und die norwegische Industrie werden Technologien und Lösungen beisteuern, um Wettbewerbsfähigkeit und Innovation zu stärken, neue Industrien und Arbeitsplätze zu entwickeln und Emissionen zu reduzieren, sagt Premierminister Jonas Gahr Støre.

Im Gegensatz zu Großbritannien, den Niederlanden, Dänemark oder Deutschland startet Norwegen erst jetzt mit dem Aufbau von Offshore-Windparks. Allerdings gehören norwegische Unternehmen zu den führenden Entwicklern von Windenergie auf dem Meer.

Während des Treffens wurden Erklärungen zur Entwicklung der Nordsee als Gebiet für die Erzeugung erneuerbarer Energien in Europa unterzeichnet. Neben Offshore-Wind werden in der Erklärung der Regierungschefs weitere Branchen wie Wasserstoff und Mineralien hervorgehoben. Die Erklärungen enthalten keine Verpflichtungen in Bezug auf die Entwicklung bestimmter Offshore-Projekte wie Offshore-Netze und Hybridprojekte.

In der Erklärung der Energieminister der Anrainerstaaten werden folgende Ziele zum Ausbau der Windenergie in der Nordsee genannt:

  • Belgien wird 6 GW Offshore-Windkapazität bis 2030 und 8 GW bis 2040 errichten.
  • Dänemark wird den Einsatz von mindestens 5,3 GW Offshore-Windkapazität in der Nordsee im Jahr 2030 ermöglichen, mit Blick auf bis zu 35 GW in der Nordsee bis 2050 und möglicherweise mehr, abhängig von der europäischen Nachfrage nach Ökostrom.
  • Frankreich strebt an, bis 2030 mindestens 2,1 GW Offshore-Windenergie und bis 2050 4,6-17 GW zu errichten.
  • Deutschland wird bis 2030 mindestens 26,4 GW Offshore-Wind und bis 2045 66 GW in der Nordsee errichten.
  • Irland wird bis 2030 mindestens 4,5 GW Offshore-Wind und bis 2050 20 GW in der Nordsee errichten.
  • Luxemburg beabsichtigt, zur Verwirklichung der kombinierten Offshore-Windziele beizutragen, die von den Mitunterzeichnern dieser Erklärung verfolgt werden, indem spezielle Kooperationsmechanismen genutzt werden, die eine finanzielle Beteiligung im Offshore-Bereich ermöglichen
    Windprojekte, die im Gegenzug Statistiken zu erneuerbaren Energien liefern.
  • Norwegen strebt an, bis 2030 mindestens 3 GW Offshore-Wind zu errichten, davon 1,5 GW schwimmender Wind, und wird Gebiete vergeben, die für 30 GW Offshore-Wind bis 2040 geeignet sind.
  • Die Niederlande werden etwa 21 GW Offshore-Windkapazität um 2030 errichten und untersuchen, ob 50 GW im Jahr 2040 und 72 GW im Jahr 2050 unter Berücksichtigung des physischen Raums, der ökologischen Auswirkungen und der ausreichenden Nachfrage machbar sind.
  • Das Vereinigte Königreich will bis 2030 bis zu 50 GW Offshore-Wind produzieren. Darin enthalten sind bis zu 5 GW schwimmender Wind. Auch das Vereinigte Königreich strebt an, bis 2030 eine Verbindungskapazität von mindestens 18 GW aufzubauen.

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