Generalstreik in Norwegen – über 23.000 Beschäftigte legen Arbeit nieder

Auch der Fährverkehr, Busse und Bahnen sind vom Streik betroffen.©Ruter/Fartein Rudjord

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Oslo, 16. April 2024. Seit heute, 6.00 Uhr, wird in Norwegen gestreikt. Betroffen sind nahezu alle Bereiche der Wirtschaft und des gesellschaftlichen Lebens, unter anderem die Öl- und Gasindustrie, der Handel, die Bauindustrie und der Tourismus. Am Sonntag, 16. April, hatte Norwegens größter Gewerkschaftsdachverband LO und der Dachverband YS das Angebot der Arbeitgeberorganisation NHO abgelehnt und seine Mitglieder, die in privaten Unternehmen beschäftigt sind, zum Streik aufgerufen. Bei der Auseinandersetzung geht es um Lohnerhöhungen. LO forderte mehr Kaufkraft für seine Mitglieder und eine Aufstockung für Geringverdiener. 23.000 Gewerkschaftsmitglieder folgten dem Aufruf. Ab Freitag soll der Ausstand verstärkt werden. Dann sollen nach Angaben von LO insgesamt 38.500 Mitglieder die Arbeit niederlegen.

Seit zwei Jahren in Folge erlebe die Mehrheit der Arbeitnehmer, dass das Preiswachstum höher war als das Lohnwachstum, und im letzten Jahr sei der Anteil der Arbeitnehmer an der Wertschöpfung gesunken. Das sei eine Entwicklung, die umgekehrt werden muss, sagt LO-Vorsitzende Peggy Hessen Følsvik.

Petter Haas Brubakk von NHO Food and Drink und Nina Solli vom Landesverband der Bauindustrie zusammen mit NHO-Chef Ole Erik Almlid bei einer Pressekonferenz am Sonntagabend. ©NHO

„Dies ist ein unnötiger Streik. Wenn LO so herauskommt und erklärt, dass Norwegen streikt, weil NHO ihre Forderungen nach mehr Kaufkraft zurückgewiesen hat, dann ist das ein Fehler, den wir korrigieren müssen. Wir haben der Hauptforderung von LO nach erhöhter Kaufkraft zugestimmt. Trotzdem sagten sie nein. Wir haben einen langen Weg zurückgelegt, und es überrascht uns, dass sie die Skizze des Ombudsmanns abgelehnt haben“, sagt Ole Erik Almlid. Dieser Streiksei für die beteiligten Unternehmen schwerwiegend und werde sich letztendlich auf die Verbraucher auswirken. Der Streik werde auch zu einem verstärkten grenzüberschreitenden Handel führen, so Petter Haas Brubakk, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Food and Drink.  

Nina Solli vom Landesverband der Bauindustrie weist darauf hin, dass sich die Baubranche bereits in einer schwierigen Marktsituation befinde. Eine starke Lohnerhöhung obendrein sei für die Branche sehr herausfordernd. Seit Frühjahr 2022 sehe die Branche zunehmend düstere Zahlen und Marktaussichten. Insolvenzen, Entlassungen und Entlassungen kämen immer häufiger vor. In dieser Situation könne die Baubranche einen weiteren starken Kostenanstieg nicht verkraften.

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