Norwegisches Daten-Center Green Mountain und deutscher Energieerzeuger KMW bauen Rechenzentrum in Deutschland

Die Fassade gestaltet das Architekturbüro Kölling aus Bad Vilbel.©KMW

Mainz, 31. März 2023. Das norwegische Data-Center-Unternehmen Green Mountain AS und der Energieerzeuger KMW (Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG) haben am 30. März den Gesellschaftervertrag zur Gründung der Green Mountain KMW Data Center GmbH unterzeichnet. Das gemeinsame Unternehmen will auf der Ingelheimer Aue ein Rechenzentrum bauen. An der neuen Gesellschaft sind beide Unternehmen jeweils mit 50 Prozent beteiligt. Der Bau des ersten Gebäudes beginnt voraussichtlich im Herbst 2023.

Die Landeshauptstadt Mainz hat den Bauantrag bereits genehmigt. Auf der Ingelheimer Aue sollen auf einer Grundstücksfläche von 25.000 Quadratmetern, das entspricht etwa dreieinhalb Fußballfeldern, sukzessive drei Gebäude mit einer IT-Leistung von insgesamt 54 MW entstehen.

Uns war es wichtig, einen Partner zu finden, der über ausreichend Erfahrung beim Bau und Betrieb von Rechenzentren sowie im Bereich der Kundenakquise verfügt. Green Mountain ergänzt uns optimal“erklärt Dr. Oliver Malerius, Vorstandsvorsitzender der KMW.

KMW ist für die nachhaltigen Versorgung der Gebäude und die spätere Instandhaltung verantwortlich, teilt das Unternehmen mit. Green Mountain, das bereits Rechenzentren in Norwegen und England betreibt, werde die Rechenzentrums-Flächen vermarkten.

„Green Mountain hat die Vision, in der Rechenzentrumsbranche den grünen Standard zu setzen. Deshalb hat uns der umweltfreundliche Ansatz der KMW für den Betrieb des Rechenzentrums besonders gut gefallen,“ erklärt Svein Atle Hagaseth, CEO von Green Mountain.

Gert-Uwe Mende, KMW-Aufsichtsratsvorsitzender und Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden, betont die regionale Verbundenheit des Projekts: „Mit unserem nachhaltigen Rechenzentrum leisten wir nicht nur einen energieeffizienten und ressourcenschonenden Beitrag zur Digitalisierung der Region, wir bieten auch regionalen Unternehmen die Möglichkeit, die Flächen des Rechenzentrums zu mieten. Eine wirtschaftlich starke Region braucht eine gute Infrastruktur. Dazu leistet das Rechenzentrum auf der Ingelheimer Aue einen wertvollen Beitrag.“

Das Betriebsgelände der KMW auf der Ingelheimer Aue bietet unter anderem die Stromversorgung durch das Erneuerbar-Energien-Portfolio der KMW sowie eine gute Netzanbindung. Die umliegenden Kraftwerke der KMW sichern die Notstromversorgung. Dadurch sei es nicht notwendig, teure und klimabelastende Notstromdiesel-Aggregate einzusetzen. Das Rechenzentrum könne emissionsarm betrieben werden.

Die im Endausbau bis zu 60 MW entstehende Abwärme soll über Großwärmepumpen ins Mainzer Fernwärmenetz gespeist werden. Kühlwasser bezieht das Rechenzentrum aus dem Rhein.

„Es handelt sich um ein Leuchtturmprojekt der Branche, da die Kombination aus sicherer, emissionsfreier Stromversorgung, nachhaltiger Wärmenutzung und effizienter Kühlung einzigartig für ein Rechenzentrum dieser Größe ist,“ erklärt Markus Blüm, Geschäftsführer der Green Mountain KMW Data Center GmbH. 

An dem Projekt ist die TTSP HWP Planungsgesellschaft mbH aus Frankfurt beteiligt, die auf die Generalplanung von Rechenzentren spezialisiert ist. Die Fassade gestaltet das Architekturbüro Kölling aus Bad Vilbel.

Green Mountain wurde 2021 von der israelischen Azrieli Group übernommen und betreibt derzeit die folgenden Rechenzentrumsstandorte: Das SVG1-Rennesøy in der Nähe von Stavanger, das RJU1-Rjukan in Telemark und das Rechenzentrum OSL1-Enebakk circa 20 km außerhalb von Olso. Darüber hinaus wurde kürzlich durch die Übernahme eines bestehenden Unternehmens ein Rechenzentrum in London (LON1-Ost) errichtet, dass sich in einem der wichtigsten Rechenzentrumsknoten der Welt befindet. Alle Rechenzentren werden zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben.

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