Touristen sollen in Norwegen Beitrag zur Entwicklung von Reisezielen leisten

Der Minister für Wirtschaft und Industrie erhielt den Bericht von der Komiteevorsitzenden Trine Skei Grande während der Pressekonferenz im Rathaus von Oslo.©NFD/Emil Bremnes

Oslo, 30. März 2023.Eine verstärkte Zusammenarbeit und Besucherbeiträge sind in Norwegen notwendige Maßnahmen sind, um die nachhaltige Entwicklung norwegischer Tourismusdestinationen sicherzustellen. Zu diesem Ergebnis kommt der Ausschuss für Reiseziele in einem Bericht „Leben und Erleben“, den er am 30. März Industrieminister Jan Christian Vestre übergab. Darin empfiehlt er 39 Maßnahmen, die Kommunen in die Lage versetzen sollen, ihre Tourismusdestinationen zu verwalten und öffentliche Güter zu finanzieren. Die Kommunen müssten eigenverantwortlich ein breit aufgestelltes Destinations-Management aufbauen, das eine Besucherstrategie entwickeln kann.

Das Komitee wurde am 26. August 2021 vom Kabinett ernannt, um relevante Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Tourismus in norwegischen Gemeinden zu untersuchen. Die Regierung arbeitet gegenwärtig an einem Aktionsplan für den Tourismus, der sich auf nachhaltige Entwicklung, ganzjährige Arbeitsplätze, Fachwissen, Marketing, Entwicklung von Reisezielen und Wertschöpfung im ganzen Land konzentriert.

Die Empfehlungen behandeln folgende Themen:

  1. Besuchermanagement in Bezug auf natürliche und kulturelle Ressourcen
  2. Destinationsmanagement und Zusammenarbeit an Destinationen
  3. Finanzierung und Verwaltung öffentlicher Güter
  4. Verfügbarkeit und Transport
  5. Regulierung des Kreuzfahrtverkehrs
  6. Klimarisiko

Der Aktionsplan wird die touristischen Initiativen der Regierung konkretisieren, darunter Pilotprojekte für Besucherbeiträge, das Genehmigungsverfahren für Tourismusführer und das Projekt Tourismus 2030. Die Untersuchung wird nun zur Konsultation geschickt. Die Frist für die Einreichung von Kommentaren endet am 30. Juni.

Die Nachfrage nach Tourismusprodukten steigt weltweit, und es wird erwartet, dass die Zahl der Besucher norwegischer Reiseziele in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Steigende Besucherzahlen bedeuten, dass mehrere norwegische Kommunen vor ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen stehen, schätzen die Autoren des Berichtes ein.

„Wir glauben, dass diejenigen, die Norwegen besuchen, sich an der Pflege der Natur- und Kulturgüter beteiligen sollten, die sie genießen. Der Ausschuss empfiehlt die Einführung eines nationalen Besucherbeitrags, der regional und lokal verwaltet wird. Es sei wichtig, dass ein System von Besucherbeiträgen die Finanzierung des Gemeinwohls im ganzen Land sicherstelle, und nicht nur in den Druckgebieten,“ sagt Komitee-Vorsitzende Trine Skei Grande.

Der Ausschuss empfiehlt unter anderem die Einrichtung eines Systems mit einem nationalen Besucherbeitrag, der über verschiedene Transportmittel ins oder aus dem Land erhoben wird. Die Förderrichtlinien sollten national festgelegt werden, müssten aber einfach und unbürokratisch sein und ausreichend Spielraum lassen, um langfristige lokale Lösungen für Gemeinwohl-Herausforderungen zu finden. Die Einnahmen aus den Besucherbeiträgen sollen zwischen den Bezirksräten verteilt werden, die Anträge auf Mittel für gemeinnützige Initiativen bearbeiten. Wie die Mittel eingesetzt werden sollen, soll vor Ort geregelt werden.

Das Komitee ist der Meinung, dass es Besuchern leichter fallen muss, klimafreundliche Verkehrsmittel zu wählen. Dies soll unter anderem durch die Weiterentwicklung und Stärkung eines digitalen und kohärenten nationalen Reiseplaners mit umfassenden Routen- und Ticketoptionen im ganzen Land und mit allen Verkehrsunternehmen geschehen. Der Ausschuss ist der Ansicht, dass das Tarifsystem besser harmonisiert werden sollte, damit Besucher nahtlos mit demselben Ticket über die Kreisgrenzen hinweg reisen können.

Im Bereich Kreuzfahrt-Tourismus müsse Norwegen als Schifffahrtsnation bei der Forderung nach emissionsfreien Schiffen an vorderster Front stehen. Die Null-Emissions-Anforderung für Touristenschiffe und Fähren in den Weltnaturerbe-Fjorden soll ansonsten auch für norwegische Gewässer gelten. Das Land sollte mit den notwendigen Leitfäden zur Beschreibung der Handlungsspielräume der Kommune dazu beitragen, dass der Kreuzfahrttourismus angemessener und nachhaltiger entwickelt werden kann. Kreuzfahrtziele müssten einen Plan haben, um die Entwicklung so zu steuern, dass die Anzahl der Besucher auf der Grundlage der Kapazität des Ziels bemessen wird.

Der Bericht wird jetzt zur öffentlichen Konsultation vorgelegt.

Lesen Sie hier den vollständigen Bericht.

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