Norwegen reduziert Kapazität der Kabelverbindung nach Großbritannien

Norwegen passt die Strom-Übertragungsleistung jetzt an britische Lieferungen an.©Statnett

Oslo, 16. März 2023. Der norwegische Netzbetreiber Statnett hat entschieden, die Kapazität der Kabelverbindung North Sea Link zwischen Norwegen und Großbritannien entsprechend den Konzessionsbedingungen zu reduzieren. Die Übertragungsleistung wird nun bis zu 1100 MW der technischen Kapazität von 1400 MW betragen.

„Austausch ist wichtig für Norwegen, was im Herbst 2022 besonders ersichtlich wurde, als es in den norwegischen Reservoirs wenig Wasser gab. Um die Vorteile der verschiedenen Verbindungen zu realisieren, ist es wichtig, dass die Import- und Exportkapazität ausgewogen ist. Um dies zu gewährleisten, stellen wir die Kapazität jetzt auf das gleiche Niveau wie unsere Partner auf britischer Seite“, erklärt Hilde Tonne, CEO von Statnett.

Einschränkungen auf englischer Seite hätten im Laufe der Zeit dazu geführt, dass die feste Kapazität von Norwegen nach Großbritannien größer war als von Großbritannien nach Norwegen, teilt Statnett mit. Das Unternehmen arbeite sowohl mit dem englischen Partner am Kabel als auch mit dem britischen Systembetreiber eng zusammen, um eine ausgewogene Kapazitätsermittlung zu gewährleisten.

Im Laufe der Zeit habe Statnett einen Dialog mit der britischen Seite über die Beschränkungen geführt und die Behörden auf dem Laufenden gehalten. In einem Schreiben des Ministeriums für Erdöl und Energie wurde kürzlich festgestellt, dass die Konzession bedeutet, dass die Kapazitätsbestimmung eine Symmetrie der für Import und Export angegebenen Kapazität sicherstellen muss.

„Wir sind mit der Klarstellung der Behörden zufrieden. Die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg ist wichtig für die Entwicklung eines vollständig erneuerbaren Energiesystems. Dann muss eine solche Zusammenarbeit auf Gleichgewicht und Symmetrie beruhen. Unser Ziel ist es, auf allen Verbindungen die bestmögliche Kapazität zu haben, damit wir die Energieressourcen bestmöglich nutzen können. Wir arbeiten jetzt eng mit dem britischen Systembetreiber zusammen, um Lösungen zu implementieren, die dies gewährleisten“, so Tonne weiter.

Die maximale Kapazität auf der Verbindung wird nun auf 1100 MW in beide Richtungen festgelegt. Die tatsächliche Kapazität wird von Tag zu Tag basierend auf den Bedingungen im Stromnetz auf beiden Seiten eingestellt.

North Sea Link ist ein 720 Kilometer langes Unterwasser-Stromkabel, das die Elektrizitätssysteme des Vereinigten Königreichs und Norwegens miteinander verbindet. National Grid North Sea Link Limited ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von National Grid plc, einem britischen Unternehmen, das die Gas- und Strominfrastruktur im Vereinigten Königreich und im Nordosten der USA besitzt und verwaltet.

Statnett ist am Betrieb und der Entwicklung von Interkonnektoren zwischen Norwegen und mehreren anderen europäischen Ländern beteiligt, darunter das Unterseekabel zwischen Norwegen und den Niederlanden (NorNed) und vier Interkonnektoren zwischen Norwegen und Dänemark (SK1-4). Die Arbeiten an einer Verbindungsleitung zwischen Norwegen und Deutschland, die von Statnett und den Partnern Tennet und KfW gebaut wurde und als Nordlink bekannt ist, ist seit 2021 in Betrieb.

2022 wurden ach Angaben von Statistik Norway Strom im Wert von 45 Milliarden NOK außer Landes geleitet. Damit verdoppelte sich der Exportwert für Strom gegenüber 2021. Die Liefermenge blieb mit 26 Terawattstunden Strom etwa gleich. Damit gingen etwa 17 Prozent der norwegischen Strom-Produktion ins Ausland.

Über die Stromkabel in die Nachbarländer importierte Norwegen Strom im Wert von 22,1 Milliarden NOK, mehr als viermal so viel wie im Vorjahr.  Auch das importierte Volumen stieg und betrug 13 Terawattstunden, was über 60 Prozent mehr ist als im Jahr 2021.

©Statnett

Finden Sie hier eine interaktive Karte mit aktuellen Informationen zum Stromaustausch zwischen Norwegen und den Ländern, die über Stromkabel mit Norwegen verbunden sind, unter anderem zum Stromaustausch mit Deutschland.

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