Green Mountain unterzeichnet Rechenzentrumsvertrag mit TikTok für neuen Standort in Norwegen


Illustration des geplanten TikTok Data Center Campus außerhalb von Hamar in Norwegen.©Green Mountain

Rennesoy, 8. März 2023. Der norwegische Entwickler von Datenzentren Green Mountain hat mit TikTok einen Rechenzentrumsvertrag für einen neuen Standort in Norwegen unterzeichnet. Hierfür entsteht gegenwärtig ein 150-MW-Datenzentrum, The OSL2-Hamar, in Hamar. Hier sollen insgesamt fünf Gebäude mit einer Kapazität von jeweils 30 MW gebaut werden. Damit wird der Standort zum größten Rechenzentrumscampus Norwegens. Das erste Gebäude soll bis November 2023 fertiggestellt werden. TikTok hat einen ersten Vertrag über drei Gebäude und 90 MW Kapazität unterzeichnet – mit der Option der Kapazitätserweiterung bis 2025 auf 150 MW. Politisch gibt es um die angekündigte Investition in Norwegen Diskussionen bezüglich der Datensicherheit und des Stromverbrauchs.

„Die Region Hamar ist ein idealer Standort für unsere Rechenzentren. Hier gibt es einen Überschuss an erneuerbarer Energie, vorgezonte Landflächen und kompetente Arbeitskräfte“, sagt CEO von Green Mountain, Svein Atle Hagaseth.

Der Standort werde nach den hohen Nachhaltigkeitsstandards von Green Mountain gebaut und betrieben, teilt das Unternehmen mit. Dies umfasse alles von der Nutzung erneuerbarer Energien über zertifizierte grüne Gebäude bis hin zur potenziellen Wiederverwendung von Abwärme.

„Dies ist das erste Hyperscale-Rechenzentrum dieser Größenordnung in Norwegen und wir sind dankbar für das Vertrauen von TikTok in das Projekt. Der Standort wird zu einem echten Beispiel für unsere Vision, den grünen Standard zu setzen“, so Hagaseth weiter. Das Projekt werde eine beträchtliche Anzahl neuer Arbeitsplätze schaffen und werde in der Region sehr begrüßt.

„Eine kooperative und vorausschauende Haltung seitens der lokalen Behörden, Energie- und Netzbetreiber, Auftragnehmer und anderer lokaler Interessengruppen war entscheidend für die Realisierung des Projekts“, erklärt der CEO. „Die Rechenzentrumsstrategie der Regierung war ein wichtiger Grund dafür, dass Unternehmen wie Green Mountain Wachstum und eine große Nachfrage nach unseren Dienstleistungen verzeichnen. Dieses Projekt zeigt, dass Norwegen einen Ruf als perfekter Rechenzentrumsstandort erlangt hat.“

Medienberichten zufolge forderte Norwegens Industrieminister Venstre die Justizministerin Emilie Enger Mehl auf, Auskunft über die Herausforderung im Bereich Sicherheit zu geben, wenn Tiktok-Benutzerdaten in Norwegen gespeichert werden. Gegenüber norwegischen Medien sagte Sofie Nystrøm, sie sei im Allgemeinen besorgt über die Sicherheit rund um die kommerziellen Rechenzentren in Norwegen. Heute sei dies ein Bereich, der nicht reguliert ist. Sie wies darauf hin, dass es eine unglaubliche hohe Zahl von Werten, Wertschöpfungsketten und verschiedenen Dienstleistungen sowohl für Privatpersonen als auch für den Staat gibt, die durch die fünf größten Rechenzentren Norwegens laufen.

Der Chef der Gewerkschaft Industri Energie, Frode Alfheim, bezeichnet den Stromverbrauch des Tiktok-Rechenenzentrums gegenüber E24 als eine schockierende Verschwendung. „Der Einsatz riesiger Mengen norwegischer erneuerbarer Energie für eine Handvoll Arbeitsplätzen, um chinesische Tanzvideos zu produzieren, ist Wahnsinn.“

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