Zugsausfälle auf der Nordlandbanen wegen Problemen mit überalterten Diesellokomotiven

Der Tageszug von Trondheim nach Bodø nähert sich Mo i Rana noch im Erscheinungsbild der NSB. Dieses wird bei den Diesellokomotiven der Reihe Di4 weiterhin beibehalten. Die störungsanfällig gewordenen Lokomotiven sollen in drei Jahren durch die neuen Stadler-Fernverkehrszüge ersetzt werden.©Mats Eilertsen

Oslo, 3. März 2023. Vom 15. Februar bis 3. März waren drei von fünf Diesellokomotiven der Reihe Di 4 für die Reisezüge auf der norwegischen Nordlandsbanen außer Betrieb. In der Folge konnte SJ Nord mit den zwei verbliebenen Triebfahrzeugen ohne Reservelokomotive noch einzig das Nachtzugpaar führen, das um zusätzliche Wagen verstärkt wurde. Für das Tageszugpaar über die 726 Kilometer lange Strecke von Trondheim nach Bodø kamen Autobusse zum Einsatz. 

Ab 4. März fahren auch hier die Reisezüge wieder. Die unflexiblen Regelungen der Eisenbahnreform verbieten die Miete von anderen EVU wie hier naheliegend von der Güterbahn Cargonet. Gestattet ist einzig das Abschleppen von liegen gebliebenen Zügen. Von den drei ausgefallenen Di4 erhält derzeit eine Lokomotive die Ausrüstung für das neue Sicherungssystem ETCS, eine weitere hat einen Radbruch erlitten und die dritte Maschine bekam Schäden durch das Abspritzen von Eis und Schnee durch Wasser unter Hochdruck. 

Die Traktion über die 726 km lange nicht elektrifizierte Nordlandsbanen mit zahlreichen Steigungen und teilweise arktischem Klima bedeutet für die Diesellokomotiven eine Herausforderung. Die von Henschel und BBC im Jahr 1980 abgelieferten dieselelektrischen Di4 mit der Leistung von 2450 kW sind die norwegische Version der ME-Diesellokomotiven der dänischen DSB und haben sich als zuverlässige Nachfolger der legendären Di3 der NSB von Nohab erwiesen. Der Aufwand für den Unterhalt der über 40 Jahre alten Lokomotiven hat jedoch deutlich zugenommen. Bis zur Ablieferung der neuen Fernzüge von Stadler müssen die Maschinen noch drei Jahre durchhalten. Eine Besonderheit bei den Di4 ist das Abdrehen der Lokomotiven an den Endbahnhöfen, damit das Personal stets auf dem weniger lärmintensiven Führerstand arbeiten kann. Erkennbar an der größeren Rußverschmutzung auf der Dachpartie über dem lärmigen Führerstand.

Jürg Streuli, Fachjournalist
juerg.streuli@swissonline.ch

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