Grenzhandel 2022 geringer als vor der Pandemie

Grenzüberschreitender Handel in Millionen Kronen, 2013-2022©ssb.no

Oslo, 24. Februar 2023. Nach dem Ende der Corona-Beschränkungen ist der Einkaufstourismus der Norweger Richtung Schweden im vergangenen Jahr wieder in Schwung gekommen –allerdings auf einem niedrigeren Niveau als vor der Pandemie. Im vergangenen Jahr unternahmen die Norweger 5,6 Millionen Tagesausflüge über die Grenze und kauften für insgesamt 10,4 Milliarden NOK ein. Im Vergleich zum Rekordjahr 2019 war der Handelsbetrag 2022 um 35 Prozent niedriger.

Allerdings gaben die Norweger bei jedem Einkaufsbummel über die Grenze mehr Geld aus als vor der Pandemie. Im Durchschnitt gaben sie im Jahr 2019 bei jeder Einkaufstour 1.690 NOK aus, im Jahr 2022 1.835 NOK. Grund für die höheren Ausgaben pro Einkauf waren die gestiegenen Lebensmittelpreise auch in Schweden.

Strømstad in Schweden ist seit Jahren das bevorzugte Ziel für den grenzüberschreitenden Handel. Im Jahr 2022 ließen Norweger bei Tagesausflügen fast sechs Milliarden NOK in der Grenzstadt – 58 Prozent des gesamten grenzüberschreitenden Handels. An zweiter Stelle folgt Charlottenberg mit 13 Prozent. Grenzüberschreitend kauften die Norweger vor allem in Schweden ein – nur 2,7 Prozent des Einkaufsbetrags bei Tagesausflügen ins Ausland wurden in anderen Ländern ausgegeben. 

Wo die Norweger im Ausland einkaufen

Ziel für den grenzüberschreitenden Handel im Jahr 2022. Anteil des grenzüberschreitenden Handels©ssb.no

Laut Petter Haas Brubakk, Geschäftsführer des Branchenverbandes NHO Mat og Drikke, spüren die Unternehmen der norwegischen Lebensmittel- und Getränkeindustrie bereits die Folgen des wieder aufgenommenen grenzüberschreitenden Handels. „Die Mitgliedsunternehmen berichten von sinkenden Volumina und reduzierter Rentabilität, die direkt mit dem grenzüberschreitenden Handel in Verbindung gebracht werden können. Das hat bereits Folgen für den Umsatz und die Rentabilität der Lebensmittel- und Getränkehersteller und im Lebensmittelhandel und wird schließlich Folgen für die Beschäftigung haben“, sagt Brubakk. Konkret verweist er auf die Verkaufszahlen von Vinmonopolet, wo die Gemeinden entlang der Grenze am meisten Umsatz verlieren.

Der grenzüberschreitende Handel wird durch Preisunterschiede zwischen Norwegen und Schweden bei Lebensmitteln und Getränken angeheizt. Die hohen Preise in Norwegen kommen u.a. durch hohe norwegische Steuern zustande.

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