Norwegens Ölfonds verlangt mehr Transparenz in der Unternehmensführung

Oslo, 9. Februar 2023. Der norwegische Ölfonds hat im vergangenen Jahr Anteile an 74 Unternehmen aufgrund von Risiken in den Bereichen Umwelt, Soziales und Transparenz (ESG-Risiken) verkauft. Darüber hinaus schloss er 13 Unternehmen auf Empfehlung des Ethikrates aus. In seinem jüngsten Bericht zur verantwortungsvollen Unternehmensführung informiert Norges Bank Investment Management NBIM, Verwalter des norwegischen Ölfonds, ausführlich über seine Aktivitäten als Eigentümer der Unternehmen, in die der Fonds investiert hat.

Die Wahl der Vorstandsmitglieder gibt den Vertretern des Government Pension Fund Global unter anderem die Möglichkeit, den Vorstand der Unternehmen, an denen der Fonds beteiligt ist, zur Rechenschaft zu ziehen. 2022 war der Fonds an der Wahl von 46.452 Vorstandskandidaten beteiligt. Gegen sechs Prozent von ihnen hat der Fonds gestimmt.

Im Jahr 2022 hat der Fonds auch die Abstimmung über die Vergütung von Führungskräften bei extrem hohen Gehaltspaketen verschärft. Das mittlere Gehalt der Top-Manager von Unternehmen im S&P 500 stieg zwischen 2020 und 2021 um 15 Prozent. In vielen Fällen sei dies nicht mit langfristiger Wertschöpfung verbunden, heißt es im Bericht. Dadurch könnten sich die Interessen des Managements und der Aktionäre überschneiden. Mit den entsprechenden Unternehmen sei man zu diesem Thema in den Dialog getreten.

Das Thema Klimaschutz habe 2022 ganz oben auf der Agenda gestanden, teilt NBIM mit. In einem Climate Action Plan 2025 werden konkrete Maßnahmen beschrieben, wie das Ziel erreicht werden soll, dass die Unternehmen im Portfolio des Ölfonds ihre Geschäftstätigkeit auf Netto-Null im Jahr 2050 ausrichten.

„Wir priorisieren die Unternehmen mit den höchsten Emissionen, die rund 70 Prozent der Treibhausgasemissionen im Portfolio ausmachen. Klimaüberlegungen sind immer Teil des Dialogs, den wir mit diesen Unternehmen führen. Wir diskutieren unter anderem die Klimaziele, Restrukturierungspläne und Emissionspfade der Unternehmen. Wir setzen uns konkrete Ziele für die gewünschte Veränderung und verfolgen den Fortschritt über die Zeit“, sagt Carine Smith Ihenacho.

Neben Klima waren Biodiversität, Steuern und Transparenz sowie Menschenrechte zentrale Themen. 

Erstmals beinhaltet der Bericht auch eine Übersicht aller Firmentreffen. Im vergangenen Jahr hatte der Fonds 2.911 Unternehmensversammlungen. Rund um den Dialog soll die Transparenz erhöht werden. So gibt der Bericht einen Überblick über alle Unternehmensmeetings zu ESG und berichten zusätzlich über die Ergebnisse der Treffen.

Laden Sie hier den Bericht herunter (in norwegischer Sprache).

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