Norwegens Regierung erwägt Einführung von Besuchergebühren für Tourismus-Attraktionen

Auch das Nordkap steht auf einer Liste norwegischer Tourismus-Attraktionen, für deren Besuch künftig Gebühren erhoben werden könnten.©CHRISTIAN ROTH CHRISTENSEN/Visit Norway

Oslo, 24. Januar 2023. Norwegens Regierung will den Kommunen die Möglichkeit geben, Gebühren für die Besichtigung touristischer Highlights zu erheben. Als Pilotprojekte werden der Nordkapp, der Touristenort Beitostølen am Rande des Jotunheimen-Gebirges, die Fjorde des Weltkulturerbes und die Lofoten genannt. Diese Maßnahme ist Teil eines 5-Punkte-Planes der Regierung zur Schaffung einer wettbewerbsfähigen, nachhaltigen und rentablen Tourismusbranche im ganzen Land und zu jeder Jahreszeit.

Die Erhebung von Gebühren stimmt gegenwärtig nicht mit der geltende Gesetzgebung überein. Insofern müssen die Vorschläge erst unter rechtlichen Gesichtspunkten bewertet werden, bevor Eintrittsgelder oder andere Gebühren erhoben werden dürfen.

In der norwegischen Tourismusindustrie sind über 180.000 Menschen beschäftigt. Die Corona-Pandemie hat der Branche stark zugesetzt. Das Industrieministerium hat jetzt fünf Maßnahmen zur Stärkung des Tourismus vorgelegt:

1. Aktionsplan

Die Regierung wird vor dem Sommer 2023 einen Aktionsplan für den Tourismus auf den Weg bringen mit dem Schwerpunkt auf eine nachhaltige Entwicklung, ganzjährige Arbeitsplätze, Fähigkeiten, Marketing, Entwicklung von Reisezielen und Wertschöpfung im ganzen Land. Er soll unter anderem Richtlinien für die Prioritäten der Regierung festlegen und die Arbeit mit den Tourismusvorschlägen der Hurdal-Plattform (das Regierungsprogramm der regierenden Arbeiterpartei) konkretisieren. Dazu gehören Pilotprojekte für Besucherbeiträge, das Anerkennungsverfahren für Guides, Reiseliv 2030 und Follow-up-Punkte des Destinationskomitees.

2. Besucherbeitrag

Die Regierung will den Kommunen die Möglichkeit geben, Besuchergebühren einführen. Pilotprojekte für den Nordkapp, den Beitostølen, die Fjorde des Weltkulturerbes und für die Lofoten liegen auf dem Tisch. Diese werden nun vom Ministerium geprüft. Die Modelle stellen die geltende Gesetzgebung in Frage, und die rechtlichen Bewertungen müssen gründlich durchgeführt werden, um zu guten Lösungen zu gelangen, teilt das Industrieministerium mit.

Zu den Besuchergebühren erklärt das Ministerium: Norwegische Reiseziele enthalten eine Reihe von Gemeinschaftsgütern, die nicht einem einzelnen Unternehmer zufallen, die aber die Attraktivität des Reiseziels steigern. Damit sind sie auch wichtig für die Kunden und den Umsatz der Unternehmen. Der Staat, die Bezirksregierungen, die Kommunen, die Wirtschaft und der gemeinnützige Sektor tragen alle in unterschiedlichem Umfang und auf unterschiedliche Weise zur Finanzierung öffentlicher Güter im Zusammenhang mit dem Tourismus bei.

Die Finanzierung öffentlicher Güter kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Besuchergebühren und Kurtaxe sind zwei davon.

3. Zulassungssystem für Guides

Die Regierung hat mit der Entwicklung eines nationalen Zulassungssystems für lokale und regionale Führer, Reiseleiter und Bergführer in Zusammenarbeit mit den Outdoor-Organisationen begonnen. Nun soll ein entsprechendes Programm gestaltet werden.

4. Tourismus 2030

Die Regierung startet jetzt Reiseliv 2030. Das Projekt soll zur wissensbasierten Entwicklung der gesamten Tourismusbranche beitragen. Hier sollen Vorschläge unterbreitet werden, welche Forschungs- und Innovationsaktivitäten priorisiert werden sollten, damit die Tourismusbranche ganzjährig wird, eine höhere Wertschöpfung bietet und zum grünen Übergang beiträgt. Eine Arbeitsgruppe zur Bearbeitung der Aufgabe soll in Kürze zusammengestellt werden.

5. Weiterverfolgung des Bestimmungskomitees

Das Reiseziel Komitee, ein öffentlicher Ausschuss zur Untersuchung einer nachhaltigen Tourismusindustrie, befindet sich in der Endphase seiner Arbeit und wird noch vor Ostern einen entsprechenden Bericht liefern. Der Bericht soll eine solide Grundlage für die Gestaltung von Investitionen in die Entwicklung von Reisezielen in norwegischen Kommunen bieten, einschließlich der Fähigkeit der Kommunen, Besuche zu verwalten und öffentliche Güter zu verwalten und zu finanzieren.

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