Havila Kystruten nimmt keine Elektroautos mehr an Bord

Aus Sicherheitsgründen verbannt Havila Kystruten Elektro-, Hybrid- und Wasserstoffautos von ihren Schiffen, die entlang der norwegischen Postschiff-Route verkehren.©Vavila Kystruten

Fosnavag, 16. Januar 2023. Elektro-, Hybrid- und Wasserstoffautos dürfen nicht mehr an Bord der Schiffe der Havila Kystruten transportiert werden. Diese Entscheidung traf Havila Kystruten entsprechend einer von dem Beratungsunternehmen Proactima AS durchgeführten Risikoanalyse, die zu dem Schluss kam, dass die Brände von Elektroautos einen enormen Rettungseinsatz erfordern würden. Zum Schutz von Passagieren und Mannschaft will man deshalb darauf verzichten, Elektro- und Hybridautos sowie Wasserstoffautos mitzunehmen. Personenkraftwagen mit fossilen Brennstoffen werden nur noch in ausgewählten Häfen entlang der Küstenroute be- und entladen. 

„Dies ist eine reine Sicherheitsbewertung, und das Ergebnis der Risikoanalyse zeigt, dass ein möglicher Brand in fossilen Fahrzeugen von den Systemen und der Besatzung, die wir an Bord haben, bewältigt werden kann“, erklärt Geschäftsführer Bent Martini. Ein möglicher Brand in Elektro-, Hybrid- oder Wasserstoffautos erfordere dagegen externe Rettungsmaßnahmen und könne Menschen an Bord und die Schiffe gefährden. Das sei ein Risiko, das das Unternehmen auf keinen Fall eingehen wolle.

Martini erklärt auch, dass Havila Kystruten weiterhin daran arbeiten wird, gute Lösungen zu finden, die das Risiko des Transports dieser Art von Fahrzeugen in der Zukunft minimieren können.

Die Havila-Schiffe haben selbst große Batteriepacks an Bord und können zeitweise elektrisch fahren. Sie sind mit den weltweit größten Batteriepaketen auf einem Passagierschiff ausgestattet und damit die umweltfreundlichsten Schiffe, die die Küstenroute befahren. Martini erklärt hierzu: „Das Wichtigste für uns ist die Gewährleistung der Sicherheit. Unsere Schiffe werden mit eigenen Batteriepacks gebaut und gemäß den aktuellen Anforderungen für den Brandschutz auf Schiffen installiert. Das bedeutet, dass unsere Batterien in isolierten und feuerfesten Räumen mit speziellen Brandschutzsystemen getrennt sind.“

Darüber hinaus hat das Unternehmen entschieden, dass Privatfahrzeuge mit fossilem Antrieb nur noch in Bergen und Kirkenes be- und entladen werden, mit Ausnahme von Servicefahrzeugen für Personal, das an Bord der Schiffe des Unternehmens notwendige Arbeiten verrichtet, und von Einsatzfahrzeugen. 

„Es gibt eine begrenzte Kapazität für Fahrzeuge an Bord, basierend auf dem Platzbedarf im Laderaum für die vertragliche Beförderung anderer Fracht. Tests im vergangenen Jahr haben auch gezeigt, dass wir in einigen Häfen aufgrund von Gezeitenschwankungen auf Herausforderungen stoßen. Beim Umgang mit Privatfahrzeugen wollen wir weder Fahrzeuge noch Schiffe beschädigen“, so Martini.

Das Unternehmen sei sich voll und ganz bewusst, dass eine gewisse Erwartung besteht, insbesondere von Seiten der Küstengemeinde, dass Schiffe entlang der Küstenroute beim Transport privater Kraftfahrzeuge zwischen Häfen behilflich sein sollten.

Die Schiffe der beiden Reedereien Hurtigruten AS und Havila Voyages AS sind nicht nur bei Touristen beliebt, sondern siie übernehmen auch auch einen wichtigen Teil des Personen- und Frachtverkehrs in Nordnorwegen. Entsprechend bezuschusst der norwegische Staat den Linienverkehr auf der Postschiff-Route. In der Vereinbarung mit dem Verkehrsministerium sei nicht vorgeschrieben, dass Schiffe auf der Küstenroute Privatautos befördern müssen, teilt Havila Kystenruten mit.

Für den Einsatz auf der Postschiff-Route hat die Reederei vier Schiffe bauen lassen. Zwei dieser Schiffe, Havila Capella und Havila Castor, sind bereits im Einsatz, Havila Polaris soll nach heutigem Stand am 11. Februar ihren Dienst beginnen, Havila Pollux am 22. März 2023,

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