Wohnungsmarkt in Norwegen: Mietpreise steigen – Immobilienpreise gehen zurück

Der neue Kult-Stadtteil Bjørvika in Oslo.©BPN

Oslo, 22. Dezember 2022. In diesem Jahr sind die Mietpreise landesweit. gemessen an einer 50-Quadratmeter großen Zweiraumwohnung, in Norwegen landesweit um 3,67 Prozent gestiegen. Das geht aus der aktuellen Mietmarktstudie (LMU) der norwegischen Statistikbehörde SSB hervor, die auf einer Befragung von Mietern beruht. Oslo weist 2022 das höchste Mietniveau in Norwegen auf, die niedrigsten Mieten sind in Kleinstädten und dünn besiedelten Gebieten zu zahlen. Die Immobilienpreise dagegen sind in den vergangenen Monaten gesunken.

In den zentralen Osloer Stadtteilen Sentrum, Frogner, Ullern und St. Hanshaugen zahlt man für eine 2-Zimmer-Wohnung von 50 Quadratmetern 13.200 NOK, durchschnittlich 300 NOK mehr als für die Gebiete Grünerløkka, Gamle Oslo, Sagene und Nordre und Vestre Aker. In ähnliche Mietobjekte in anderen Gegenden von Oslo wie Søndre Nordstrand, Grorud, Stovner und Alna beträgt die Monatsmiete  11.700 NOK.

Voraussichtliche monatliche Miete in Großstädten (NOK), 2-Zimmer, 50 m²

©ssb.no

In den zentralsten Bezirken von Bergen liegt die monatliche Miete für eine 2-Zimmer-Wohnung mit 50 Quadratmetern bei 10.600 NOK, 100 NOK mehr als in der letztjährigen Umfrage. In weniger zentraler Lage bekommt man eine solche Wohnung bereits für  9.700 NOK. Ein Jahr zuvor lag der Preis noch bei 9.300 NOK.

  • In Tromsø ist der Preis für eine Zweizimmerwohnung mit 50 Quadratmetern von einer durchschnittlichen Monatsmiete von 10.500 NOK im Jahr 2021 auf 10.700 NOK im Jahr 2022 gestiegen.
  • In Kristiansand steigt der Preis von 8.000 NOK im letzten Jahr auf 8.400 NOK in diesem Jahr.
  • Stavanger erhält eine Erhöhung um 300 NOK von 8.900 NOK auf 9.200 NOK.

Auf dem Mietmarkt tummeln sich sowohl Privatpersonen, die Wohnungen oder Teile ihrer eigenen Wohnung vermieten, als auch professionelle Vermieter. Oslo ist laut der Mietmarktstudie nach wie vor die Stadt mit dem höchsten Anteil an professionellen Vermietern. In der diesjährigen Umfrage gaben rund 44 Prozent der Befragten in Oslo an, bei professionellen Vermietern zu mieten. Das ist deutlich mehr als in Städten wie Bergen und Stavanger, die einen Anteil von 29 bzw. 20 Prozent haben.

Rund die Hälfte der in diesem Jahr von der Statistikbehörde erfassten Mieten entfiel auf Verträge, die in diesem oder im vergangenen Jahr abgeschlossen wurden. Mietverträge, die dieses Jahr oder letztes Jahr abgeschlossen wurden, weisen im Durchschnitt rund acht Prozent höhere Mieten auf als Mietverträge, die zwischen 2016 und 2020 geschlossen wurden Mietverträge. Die größten Preisänderungen bei Mieten erfolgen in der Regel mit der Vergabe von Neuverträgen.

Während die Mieten steigen, sagt Eiendom Norge, der Verband der norwegischen Immobilienagenturen, für den Immobilienmarkt einen Rückgang der Preise von 3,5 Prozent im kommenden Jahr voraus. Die Prognose basiert auf einer erwarteten Entwicklung der nominalen Immobilienpreise bis 2023 (12-Monats-Wachstum).

„Eiendom Norge erwartet im nächsten Jahr einen Rückgang der Immobilienpreise in Norwegen. Einige Städte werden sich stärker entwickeln als die nationalen, während wir glauben, dass die Immobilienpreise in Oslo stärker fallen werden als im Rest des Landes. In Südnorwegen und Südwestnorwegen wird die Entwicklung wahrscheinlich positiv sein“, sagt Henning Lauridsen, CEO von Eiendom Norge.

Der Zinssatz hat einen großen Einfluss auf die Immobilienpreise und höhere Zinsen werden die Preisentwicklung im Jahr 2023 weiter dämpfen. Eiendom Norge erwartet, dass sich der starke Rückgang der Immobilienpreise bis in die erste Jahreshälfte fortsetzen wird. Im Herbst 2023 werden sich die Preise wieder nach oben bewegen, da dann sowohl der Zinshöchststand erreicht als auch die Zinserhöhungen am Wohnungsmarkt eingepreist seien.

„Gleichzeitig herrscht große Unsicherheit in Bezug auf gestiegene Strompreise, Inflation, Wohnungsnachfrage und ganz allgemein die Entwicklung der norwegischen Wirtschaft. Ein starker Rückgang der Immobilienpreise setzt einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit voraus, und das halten wir für weniger wahrscheinlich“, sagt Lauridsen.

„Unserer Ansicht nach erklärt sich der größte Teil des Rückgangs der Immobilienpreise in Norwegen bis Herbst 2022 durch den gestiegenen Zinssatz. Das geringe Angebot auf dem Gebrauchtwohnungsmarkt infolge des neuen Veräußerungsgesetzes ab Neujahr habe wohl auch dazu geführt, dass es länger gedauert habe, bis sich die gestiegenen Zinsen auf dem Markt bemerkbar machten“, sagt Lauridsen. Im Laufe des Jahres 2022 hat sich der Leitzins der Norges Bank von 0,5 auf 2,75 Prozent mehr als verdoppelt.

Die Prognosen von Eiendom Norge für das 12-Monats-Immobilien-Wachstum von Januar bis Dezember 2023 für die Großstädte lauten:
Oslo: – 6 Prozent
Bergen: -1 Prozent
Trondheim: -1 Prozent
Stavanger: + 1 Prozent

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