Milliardenschub für grüne Forschung und Innovation in der norwegischen Wirtschaft

Das norwegische Forschungsinstitut SINTEF wird das Projekt Green Management of Constructions for Infrastructure leiten, das Lösungen finden soll, um die Nutzungsdauer bestehender Betonstrukturen zu verlängern, anstatt sie abzureißen und neu zu bauen. Im Bild die Atlantikstraße©Shutterstock

Oslo, 21. Dezember 2022. Die Initiative Grønn Plattform (grüne Plattform), mit der die norwegische Regierung klima- und umweltfreundliche Lösungen in der Geschäftswelt unterstützt, hat elf neue Forschungs- und Innovationsprojekte ausgesucht, die finanzielle Unterstützung von insgesamt 623 Millionen NOK erhalten. Das Gesamtbudget für die Projekte, an denen sich die ausgewählten Unternehmen finanziell beteiligen, beziffert das Industrieministerium auf eine Milliarde NOK. Das Spektrum der Branchen reicht von der Aquakultur über die Baubranche bis zu emissionefreien Schiffen.

Eines der unterstützten Projekte soll zu einer Kreislaufwirtschaft in der Aquakulturindustrie beitragen und wird von  Scale Aquaculture aus Trondheim geleitet.  Ein weiteres Projekt unter der Leitung von Sintef Ocean soll neue, klimafreundliche Produkte aus Seetang in vier Kategorien entwickeln: Lebensmittel, Tierfutter, biologisch abbaubarer Kunststoffersatz und Düngemittel/Biokohle.  Zwei der geförderten Projekte zielen darauf ab, den Klimafußabdruck in der Bauwirtschaft zu reduzieren: Nye Veier leitet ein Projekt mit insgesamt 17 Partnern, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Treibhausgasemissionen aus dem Straßenbau bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren. Sintef will mit seinem Projekt die Nutzungsdauer bestehender Betonstrukturen verlängern, anstatt sie abzureißen und neue zu bauen. .

„Die grüne Plattform muss konkrete Herausforderungen lösen, die grüne Transformation in der Geschäftswelt beschleunigen und neue grüne Wertschöpfungsketten ermöglichen. Wir beschleunigen jetzt, damit die Unternehmensinvestitionen in Forschung und Entwicklung bis 2030 auf zwei Prozent des BIP steigen“, sagt Industrieminister Christian Vestre.

Die unterstützten Projekte:

1. Meeresbodenmineralien – Beschleunigt die Energiewende
Zugewiesener Betrag:  70,8 Mio. NOK (Projektkosten: ca. 139 Mio. NOK)

Ziel des Projekts ist es, die Grundlage für eine integrierte Wertschöpfungskette zur Gewinnung und Nutzung von Meeresbodenmineralien zu schaffen, die unter anderem für die Energiewende notwendig sind. Ziel ist es, dass der Prozess den ökologischen Fußabdruck im Vergleich zum derzeitigen landgestützten Bergbau um 80 Prozent reduziert.
Projektleiter: Adepth Minerals

2. Die nächste Generation der Überwachung und Steuerung im Verteilnetz
Zugewiesener Betrag:  56,8 Mio. NOK (Projektkosten: ca. 126 Mio. NOK)

Ziel des Projekts ist es, die Digitalisierung des Stromnetzes zu beschleunigen, um zu einer schnelleren und kostengünstigeren Elektrifizierung und Dekarbonisierung der Gesellschaft beizutragen. Eine solche Digitalisierung wird die Elektrifizierung von Sektoren wie Verkehr und Industrie erleichtern und die Integration erneuerbarer Energiequellen in das Verteilungsnetz verbessern.
Projektleiter: Heimdall Power

3. Null Emissionen
Zugewiesener Betrag:  67,35 Mio. NOK (Projektkosten: ca. 123 Mio. NOK)

Das Hauptziel des Projekts ist es, durch die Entwicklung und Demonstration emissionsfreier Schiffe für Hurtigruten bis 2030 einen nachhaltigen Personen- und Güterverkehr entlang der Küste zu ermöglichen. Das Projekt umfasst unter anderem die Entwicklung eines energieeffizienten Designs für emissionsfreie Großschiffe, emissionsfreie Energielösungen und Optimierung von Streckenführung und Ladeinfrastruktur.
Projektleiter: Hurtigruten Norwegen

4.  Nachhaltige Wertschöpfungskette und Materialeinsatz im Straßenbau
Zugewiesener Betrag:  68,5 Mio. NOK (Projektkosten: ca. 123 Mio. NOK)

Das Ziel des Projekts ist die Entwicklung neuer, nachhaltiger Technologien und Fachkenntnisse, die dazu beitragen, dass Nye Veier das Ziel erreicht, die Treibhausgasemissionen in der Bauphase von Straßenprojekten bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren. Die Projektteilnehmer werden unter anderem Neues testen und umweltfreundlichere Asphaltoberflächen sowie neue Materialien und Lösungen für klima- und umweltfreundlichere Tunnel.
Projektmanager: Nye Veier

5. Kreislauflösungen für die Aquakulturindustrie
Zugewiesener Betrag:  69,7 Mio. NOK (Projektkosten: ca. 104 Mio. NOK)

Ziel des Projekts ist es, nachhaltige zirkuläre Wertschöpfungsketten für Kunststoffe aus ausgedienten landwirtschaftlicen Geräten durch Wiederverwendung, Reparatur, Verlängerung der Lebensdauer sowie die Verwendung von recyceltem Material in neuen Produkten aufzubauen und umzusetzen. Der Ressourceneinsatz soll optimiert und der Umwelt- und Klimafußabdruck der Aquakultur reduziert werden, mit der Vision „Zero plastic waste by 2030“.
Projektmanager: Scale Aquaculture

6. Grünes Management von Infrastrukturbauten
Zugewiesener Betrag:  33,6 Mio. NOK (Projektkosten: ca. 64 Mio. NOK)

Ziel des Projekts ist es, ein Modell für die Verwaltung, den Betrieb und die Instandhaltung von Betonbauten für die Infrastruktur zu entwickeln, bei dem sich der Fokus vom Abriss und Neubau hin zur Verlängerung der Nutzungsdauer bestehender Bauwerke verlagert.  Industrie und Gesellschaft sollen in den nächsten zehn Jahren mindestens 100 Mrd. NOK einsparen und die nationalen Treibhausgasemissionen um mindestens 10.000 Tonnen reduzieren, indem die Nutzungsdauer der bestehenden Strukturen verlängert wird.
Projektleiter: SINTEF

7. Neue Produkte aus kultivierten Meeresalgen für blau-grüne Wertschöpfungsketten
Zugewiesener Betrag:  41,7 Mio. NOK (Projektkosten: ca. 50 Mio. NOK)

Das Projekt wird basierend auf klimafreundlichen Wertschöpfungsketten neue Produkte aus Kelp in vier Marktbereichen entwickeln: Lebensmittelzutaten, Tierfutter, biologisch abbaubare Kunststoffersatzstoffe und Düngemittel/Biokohle.
Projektleiter: SINTEF Ozean

8. Bio4Metal – Entwicklung von Hochleistungs-Biokohlenstoff für die Herstellung von Manganlegierungen
Zugewiesener Betrag:  39,76 Mio. NOK (Projektkosten: ca. 49 Mio. NOK)

Das Projekt wird den Prozess zur Herstellung von Biokohlenstoff basierend auf nachhaltiger Biomasse wie Holzabfällen, Altholz und Nebenprodukten optimieren und skalieren. Darüber hinaus werden sie die Eignung des Materials als Reduktionsmittel bei der Herstellung von Manganlegierungen überprüfen, was zu einem grünen Übergang mit einer erheblichen Reduzierung der Treibhausgasemissionen in der norwegischen Metallindustrie beitragen kann.
Projektleiter: Standard Bio

9.  Unterwasserspeicherung von Wasserstoff für Industrie und Häfen
Zugewiesener Betrag:  75,95 Mio. NOK (Projektkosten: ca. 179 Mio. NOK)

Das Projekt soll ein sicheres und robustes System zur Speicherung von komprimiertem Wasserstoff unter Wasser entwickeln, das die Möglichkeit bietet, große Mengen wasserstoffbasierter Energie in der Nähe der Verbraucher sicherer und wirtschaftlicher zu speichern. Dies soll auch dazu beitragen, eine wettbewerbsfähige norwegische Lieferkette aufzubauen, die in der Lage ist, die Anforderungen eines schnell wachsenden globalen Wasserstoffmarktes zu erfüllen.
Projektleiter : Technip Norwegen

10. Ocean Charger – maritime Wertschöpfungskette für Offshore-Wind mit Offshore-Energieübertragung
Zugewiesener Betrag:  38,3 Mio. NOK (Projektkosten: ca. 77 Mio. NOK)

Das Hauptziel des Projekts ist die Entwicklung und Demonstration einer Offshore-Ladelösung für batteriebetriebene Schiffe sowie die Beschreibung der Skalierung und Kommerzialisierung von Lösungen für einen emissionsfreien Schiffsbetrieb in Offshore-Windparks. Dies wird dazu beitragen, den grünen Übergang im maritimen Sektor zu beschleunigen.
Projektleiter: Vard Design

11. Ammoniak als Wasserstoffträger für den Energiemarkt
Zugewiesener Betrag:  58,85 Mio. NOK (Projektkosten: ca. 113 Mio. NOK)

Das Hauptziel des Projekts ist die effiziente Verteilung von grünem Wasserstoff, der in Regionen mit einem Überschuss an erneuerbarem Strom produziert und in Form von Ammoniak transportiert wird. Das Ammoniak kann dann in Regionen mit einem Defizit an grüner Energie wieder in Wasserstoff gespalten werden. Die Entwicklung eines Ammoniaksplitters ist Teil des Projekts.
Projektmanager: Wärtsilä Gas Solutions Norwegen

Die Initiative wird vom Ministerium für Handel und Fischerei finanziert und gemeinsam vom Forschungsrat, Innovation Norway und Siva verbreitet.

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