Snøhvit Future-Projekt: 13 Milliarden NOK für Elektrifizierung und Modernisierung der LNG-Anlage Hammerfest

Um die LNG-Anlage Hammerfest über 2030 hinaus effizient und umweltfreundlich betreiben zu können, wird die Anlage jetzt unter dem Projektnamen Snøhvit Future modernisiert und elektrifiziert. Neue Einrichtungen sind grün markiert.©Illustration Equinor

Oslo, 20. Dezember 2022. Kurz vor Jahresende hat der staatliche Energiekonzern Equinor den Plan für die Entwicklung und den Betrieb (PDO) für ein weiteres Großprojekt im Bereich der Öl- und Gasförderung an Energieminister Terje Aasland übergeben. Die Partner des Öl- und Gasfeldes Snøhvit in der Barentssee werden 13,2 Milliarden NOK (2022) in die Modernisierung der Flüssiggas-Anlage (LNG) Hammerfest, HLNG, auf der Insel Melkøya investieren. Bisher wurde die Anlage mit Gas betrieben und war der drittgrößte Verursacher von CO2-Emissionen in Norwegen. Ab 2028 wird die Fabrik mit sauberem Strom aus Wasserkraft versorgt. Die Gaskompression findet an Land statt.

Onshore-Gaskompression sollen den Druck aus der Lagerstätte erhöhen, um die Plateauproduktion auszuweiten und hohe Gasexporte der LNG-Anlage über 2030 hinaus aufrechtzuerhalten. Die Elektrifizierung werde die CO2-Emissionen der LNG-Anlage Hammerfest um etwa 850.000 Tonnen pro Jahr reduzieren, teilt Equinor mit.

„Snøhvit Future wird Norwegens Position als zuverlässiger und langfristiger LNG-Lieferant für Europa stärken. Die Elektrifizierung wird es uns ermöglichen, dieses Gas mit nahezu null Treibhausgasemissionen aus der Produktion zu liefern. Das Projekt wird den langfristigen Betrieb und die Gasexporte von Melkøya bis 2050 sichern“, sagt Geir Tungesvik, Executive Vice President für Projekte, Bohrungen und Beschaffung bei Equinor.

Für die Stromversorgung der LNG-Anlage muss in der Region die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden. So müssen drei große Kompressoren installiert sowie ein Tunnel, ein Umspannwerk und eine 420-kV-Stromleitung von Skaidi nach Hyggevatn gebaut werden.

Grete B. Haaland - Porträt
Grete B. Haaland, Senior Vice President für Exploration und Produktion Nord.

„Wir stellen Melkøya auf Elektrobetrieb um und reduzieren dadurch die jährlichen CO2-Emissionen um rund 850.000 Tonnen. Dies ist eine der größten Einzelmaßnahmen zur Emissionsminderung zur Dekarbonisierung der Öl- und Gasförderung in Norwegen. Das Projekt leistet einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende“, sagt Grete B. Haaland, Senior Vice President for Exploration and Production North.

Bei der Elektrifizierung werden die derzeitigen Gasturbinengeneratoren durch Landstrom ersetzt. Die Reduzierung der Emissionen, die damit erreicht werden sollen, entsprechen nach Angaben von Equinor zwei Prozent der jährlichen Emissionen Norwegens.

Der hohe Stromverbrauch des Projektes stößt bei Oppositionsparteien im Storting auf Kritik. Sie befürchten eine Verteuerung des Stroms im Norden des Landes und eine Begrenzung des verfügbaren Stroms für andere Aktivitäten. Mehrere Akteure in Nordnorwegen haben davor gewarnt, dass die mit Landstrom erreichten Klimakürzungen auf Melkøya andere Industrieinvestitionen beeinträchtigen könnten.  „Wir begrüßen die Elektrifizierung von Melkøya, aber sie darf nicht zu Lasten der übrigen Provinz gehen. Es wird sehr kritisch, wenn wir nicht genug Strom für andere Arten von Industrie oder andere Gewerbebetriebe bekommen“, sagt Terje Skansen von Varanger kraft gegenüber E24.

  • Die Lizenzinhaber von Snøhvit sind: Equinor Energy ASA (36,79 %), Petoro AS (30,00 %), TotalEnergies EP Norge AS (18,40 %), Neptune Energy Norge AS (12,00 %) und Wintershall Dea Norge AS (2,81 %).
  • Das Snøhvit-Feld liegt im zentralen Teil des Hammerfest-Beckens im südlichen Teil der Barentssee. Snøhvit-Reserven wurde 1984 nachgewiesen, der ursprüngliche Entwicklungs- und Betriebsplan (PDO) wurde 2002 genehmigt.
  • Snøhvit war das erste Feld, das in der Barentssee erschlossen wurde. Das Feld umfasst die Strukturen Snøhvit, Albatross und Askeladd.
  • Das Snøhvit Future Project besteht aus zwei Entwicklungen: Snøhvit Onshore Compression und Snøhvit Electrification.
  • Die Entwicklung umfasst:
    1) den Onshore-Kompressor, das Umspannwerk und die elektrischen Dampfkessel auf Melkøya,
    2) den Netzanschluss einschließlich eines Umspannwerks in Hyggevatn und
    3) die Entwicklung neuer Stromkapazitäten von Skaidi bis Hammerfest.
  • Die Elektrifizierung der Anlage wird den CO2-Fußabdruck der LNG-Produktion in Melkøya von 3,8 auf 0,6 g CO2e/MJ reduzieren.

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