Norwegen will zur Konferenz über biologische Vielfalt in Montreal ehrgeiziges und verbindliches Naturabkommen

Norwegen ist Mitglied der ehrgeizigen Koalition, die auf das Ziel hinarbeitet, mindestens 30 Prozent der Meeres- und Landfläche bis 2030 unter Naturschutz zu stellen und so zu erhalten.©Dimitris Poursanidris, Ocean Image Bank

Montreal, 12. Dezember 2022. Vom 7. bis 19. Dezember findet in Montreal das 15. Treffen der Konferenz der Vertragsparteien des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Zweiter Teil) statt. Das internationale Umweltabkommen trat am 29. Dezember 1993 in Kraft. Es ist das wichtigste multilaterale Vertragswerk für den Schutz der Biodiversität auf der Erde. Norwegen spielt eine aktive Rolle in den Verhandlungen und arbeitet auf eine ehrgeizige Einigung hin. So unterstützte Norwegen die Aufnahmee eines übergreifendes numerisches Ziel in dien Abschlusserklärung, das einen Richtungswechsel für die Natur der Welt markieren soll, sowohl in Bezug auf Fläche, Kohärenz als auch Qualität, teilt das Umweltministerium mit. Man unterstütze auch ein ehrgeiziges numerisches Ziel für die Wiederherstellung der Natur.

Am 19. Dezember 2022 soll beim Treffen der Vertragsparteien der UN-Konvention über die biologische Vielfalt ein globaler politischer Rahmen für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Natur und der genetischen Ressourcen verabschiedet werden. Die Verhandlungen laufen seit 2018, haben sich aber aufgrund der Pandemie verzögert. Die Naturvereinbarung ist rechtlich nicht bindend.

Norwegen dränge darauf, Klima und Natur im Zusammenhang zu sehen. Das Klimaziel werde nicht erreicht, wenn der Naturverlust nicht gestoppt und rückgängig gemacht wird. Naturbasierte Lösungen, also Lösungen, die sowohl der Natur als auch dem Klima gut tun, sollten ein Schlüsselwort in dem Abkommen sein, basierend auf der Definition, die von der UN-Umweltversammlung im März dieses Jahres vereinbart wurde. Durch die Klima- und Waldinitiative der Regierung habe Norwegen eine führende Rolle dabei gespielt, Klima und Natur im Zusammenhang zu sehen. Auf diesen Erfahrungen will Norwegen aufbauen.

Maritime Themen seien wichtig für Norwegen. Norwegen setzt sich dafür ein, dass das neue Naturabkommen so strukturiert wird, dass es eine große Bedeutung für die Meeresumwelt hat. Es sei auch wichtig, eine effektive Beschreibung ökologisch oder biologisch wichtiger Meeresgebiete auf der ganzen Welt als Wissensbasis für Entscheidungen über die Nutzung und den Schutz von Meereslebewesen sicherzustellen. Norwegen werde prüfen, wie das Meeresgremium zur Umsetzung des Naturschutzabkommens beitragen kann.

Norwegen ist Mitglied der ehrgeizigen Koalitionen, die in der Vereinbarung auf das Ziel hinarbeiten, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Meere und des Landes unter Naturschutz zu stellen und so zu erhalten. Die Koalitionen haben über 100 Mitglieder. 

Es sei wichtig, weltweit und aus allen Quellen, einschließlich des Privatsektors und der Finanzinstitute, die notwendigen Ressourcen zu mobilisieren, um die negative Entwicklung für die Natur umzukehren. Norwegen unterstützt einen effektiven, wissensbasierten Plan zur Ressourcenmobilisierung. Subventionen, die der biologischen Vielfalt schaden, müssten abgeschafft oder deutlich reduziert und die globalen Geldflüsse an die Ziele des Abkommens angepasst werden. Es sei wichtig, dass das Abkommen eine klare Richtung vorgibt und die Arbeit der Geschäftswelt zur Verringerung der Auswirkungen auf die Natur unterstützt.

Zusammen mit Südafrika führt Norwegen den Verhandlungsteil Nature’s Data Bank oder „DSI“. Dies betrifft die gerechte Verteilung der Vorteile aus der Nutzung von Informationen aus dieser offenen Gendatenbank. Der offene Zugang zu Informationen sei wichtig für Forschung, Innovation, öffentliche Gesundheit, Umwelt und Lebensmittelsicherheit. Gleichzeitig befürchteten viele Länder, dass sie mit dieser Datenbank die Kontrolle und den Überblick über ihre natürlichen Ressourcen verlieren, während andere davon profitieren, und wollen einen effizienten Weg, um sicherzustellen, dass ihnen selbst ein Teil der natürlichen Werte zukommt, wenn sie in elektronischer Form vorliegen. Norwegen müsse zur Lösung des Problems beitragen, indem es ein System mit multilateraler Struktur einrichtet, teil das Umweltministerium weiter mit.

Norwegen habe eine neue Struktur vorgeschlagen, um die Umsetzung des neuen Rahmens sicherzustellen. So sollen die Länder ihre Bemühungen um die globalen Ziele schrittweise verstärken. Der Vorschlag sieht strengere Leitlinien für die Gestaltung von Aktionsplänen durch die Länder vor. Unter anderem durch klare Anforderungen an das Format der Aktionspläne und klare Fristen. Es werde auch bedeuten, dass die Länder klären, wie ihre nationalen Institutionen zum Erreichen der globalen Ziele des Abkommens beitragen. Alle vier Jahre sollen sich die Länder treffen, um ihre Gesamtbemühungen zur Erreichung der globalen Ziele durch eine „Naturgüterinventur“ zu prüfen, gefolgt von einer Stärkung der Bemühungen der Länder zur Erreichung der globalen Ziele. Diese Maßnahmen sollten dazu beitragen, die Ambitionen und Maßnahmen im Laufe der Zeit zu stärken.

Nationale Naturaktionspläne seien das zentrale Instrument für den Schutz der Natur und das Erreichen der Ziele der Naturschutzvereinbarung. Norwegens bestehender Aktionsplan ist die Biodiversitätsbotschaft „Nature for life“ aus dem Jahr 2015. Die Regierung will dem Storting so bald wie möglich nach Inkrafttreten des Rahmens in geeigneter Weise ein Follow-up zum globalen Rahmenwerk für Biodiversität vorlegen. 

Finden Sie hier weitere Informationen über Biodiversität und Landnutzung in Norwegen.

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