Neues Kapitel in der militärischen Weltraumkooperation zwischen den Niederlanden und Norwegen

Norwegen und die Niederlande arbeiten gemeinsam an Nanosatelliten.©NanoAvionics

Oslo, 2. Dezember 2022. Am 18. Dezember starteten Norwegen und die Niederlande zwei Nanosatelliten – Huygens aus den Niederlanden und Birkeland aus Norwegen. Die beiden Satelliten fliegen in Tandemformation in einer Höhe von etwa 535 Kilometern im Orbit um die Erde, mit einem Abstand von 15 bis 25 Kilometern zueinander. Dadurch können die Satelliten Signale gleichzeitig aufzeichnen und bestimmte Radarsysteme erkennen und identifizieren. „Mit diesen kleinen und erschwinglichen Satelliten gehen die Niederlande und Norwegen einen neuen Wege zur Entwicklung von weltraumgestützten Sensoren, um ein besseres Situationsbewusstsein in unseren Meeresgebieten zu schaffen“, erklärt Norwegens Verteidigungsminister Bjørn Arild Gram.

Das MilSpace2-Programm ist Teil der Forschungszusammenarbeit zwischen dem norwegischen Verteidigungsforschungsinstitut (FFI) und den niederländischen Instituten NLR und TNO. Um die Bedingungen rund um den Start sowie die Test- und Evaluierungsphase im Orbit der Satelliten zu regeln, unterzeichneten die Verteidigungsminister beider Länder am 1. Dezember eine Vereinbarung (Memorandum of Understanding). In dem Abkommen verpflichten sich die Niederlande und Norwegen, ihre gemeinsamen Weltraumaktivitäten sicher und verantwortungsbewusst und in Übereinstimmung mit dem internationalen Weltraumrecht durchzuführen.

„Die wachsende Bedrohung durch Staaten, die anderen Staaten den freien Zugang zum Weltraum verweigern, erfordert hochtechnologische und erschwingliche Raumfahrtkapazitäten. Die Niederlande und Norwegen sind strategische Partner, und beide haben Hightech-Industrien. Dies führte zur Entwicklung und zum Start von Mikrosatelliten für Forschungs- und Entwicklungszwecke, die in Zukunft sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können“, so Gram weiter.

Norwegen entwickelt erschwingliche Satelliten zusammen mit Forschungsnstituten und internationalen Partnern. Aufgrund der begrenzten Größe und des Gewichts dieser Satelliten seien die Startkosten deutlich niedriger als bei herkömmlichen großen und teuren Satelliten, teilt das Verteidigungsministerium mit. Gleichzeitig könnten diese Mikrosatelliten hochwertige und militärisch relevante Informationen sammeln. Die Niederlande und Norwegen seien weltweit führend bezüglich des Wissens und der Technologie im Bereich Mikrosatelliten.

Die Satelliten werden von Norwegen aus gesteuert, und die norwegische und niederländische Forschungsgemeinschaft führt Tests und Versuche durch, während sich die Satelliten im Orbit befinden.

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