Volkswagen baut Kapazitäten für Rechenleistung in Norwegen aus

Green Mountain SVG1-Rennesøy Data Center, ein ehemaliges Munitionsdepot der NATO im Inneren eines Berges©Screenshot, Green Mountain

Wolfsburg, 4. November 2022. Die Volkswagen AG will seine Rechenzentren bis 2027 bilanziell klimaneutral betreiben. Dafür hat der Konzern seine Rechenleistungskapazitäten bei Green Mountain, einem norwegischen Betreiber CO2-neutraler Rechenzentren, erhöht. Damit werde ein Viertel der Gesamtrechenleistung des Volkswagen Konzerns weltweit klimaneutral bereitgestellt. Dies entspreche einer jährlichen CO2-Einsparung von 10.000 Tonnen, teilt der Automobilkonzern mit. Mit dem dafür eingesetzten Grünstrom könnten 500 Haushalte ein Jahr lang versorgt werden.

Bei Green Mountain werden sämtliche Server zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie aus Wasserkraft versorgt. Die Kühlung wird über den angrenzenden Fjord realisiert.

Die Zusammenarbeit mit Green Mountain begann bereits im Juni 2019 mit der Inbetriebnahme des Rechenzentrums des Volkswagen Konzerns am Green-Mountain-Standort RJU1-Rjukan im norwegischen Telemark. Ziel war es, die nicht zeitkritischen, aber sehr rechenleistungsintensiven Projekte – wie Simulationen von Crashtests – auszulagern, um Kapazitäten in den Rechenzentren am Stammsitz des Volkswagen Konzerns für geschäftskritische Anwendungen freizugeben. Insgesamt betreibt der Volkswagen Konzern sechs Rechenzentren weltweit: drei in Wolfsburg, zwei in Norwegen und eins in Singapur.

Beim neuen Standort SVG1-Rennesøy handelt es sich um ein ehemaliges Hochsicherheitsmunitionsdepot der NATO im Inneren eines Berges, das von Green Mountain zu einem einzigartigen Hochsicherheitsrechenzentrum mit einer Fläche von 22.600 Quadratmetern umgebaut wurde. Die Infrastruktur ist für eine Erweiterung auf 2×26 Megawatt Anschlussleistung ausgelegt. Volkswagen nutzt davon drei Megawatt. Für die Kühlung, auf die in herkömmlichen Rechenzentren 40 bis 80 Prozent des Energieverbrauchs der Server entfällt, greift man am Standort auf den angrenzenden 100 Meter tiefen Fjord zurück, dessen Wassertemperatur im Jahresverlauf konstante acht Grad Celsius beträgt.

„Grüne IT ist ein wichtiger Aspekt unserer ESG-Agenda. Während Technologie der zentrale Treiber für höhere Effizienz, ein verbessertes Kundenerlebnis und neue Geschäftsmodelle ist, entfallen rund drei Prozent der CO2-Emissionen weltweit auf die IT“, erklärte Hauke Stars, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG für den Geschäftsbereich IT und Digitalisierung.

Die Volkswagen AG habesich 2018 als erster Autohersteller zum Pariser Klimaabkommen bekannt und will bis 2050 bilanziell CO2-neutral sein. Im Kerngeschäft zielt der Konzern auf eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 30 Prozent bis 2030 ab. Schon heute bestehe die externe Stromversorgung der europäischen Produktionsstätten des Volkswagen Konzerns zu über 90 Prozent aus Grünstrom, teilt der Konzern mit.

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