Norwegische Technologie von ECOnnect Energy wird für schwimmendes LNG-Terminal in Wilhelmshaven eingesetzt

Für eine schnelle Inbetriebnahme des zweiten LNG-Terminalschiffs in Wilhelmshaven verzichtet Tree Energy Solutions auf einen konventionellen Schiffsanleger. Stattdessen setzt das Unternehmen auf die Transfer-Technologie „IQuay“ der norwegischen Firma Econnect Enercy. Für die Lieferung der Infrastruktur wurden jetzt die entsprechenden Verträge unterzeichnet.©ECONNECT

Oslo/Berlin, 15. November 2022. Tree Energy Solutions GmbH TES, Wilhelmshaven, und das norwegische Unternehmen ECOnnect Energy haben am 15. November anlässlich der Eröffnung des ersten Terminals für LNG-Schiffe in Deutschland einen Vertrag zum Einsatz der IQuay-Technologie für den Gasimport in den Hafen Wilhelmshaven für das zweite LNG-Terminalschiff in Wilhelmshaven unterzeichnet. Die IQuay-Lösung der Norweger macht es möglich, einen herkömmlichen Anlegesteg für LNG-Schiffe zu ersetzen. Diese Technologie soll in den kommenden zwölf Monaten zum Einsatz kommen.

Die IQuay-Lösung von ECOnnect Energy verbindet das Tanklagerschiff beziehungsweise das schwimmenden LNG-Terminal (Floating Storage and Regasification Unitdie FSRU) mit dem Onshore-Terminal. Das platzsparende Design dieser Lösung ersetze einen konventionellen Anleger und beschleunige so die Inbetriebnahme, während zugleich die Baukosten und Eingriffe in die Umwelt auf ein Minimum reduziert werden, teilt ECOnnect mit.

TES wurde Anfang September vom deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ausgewählt, bis zum Herbst 2023 die fünfte schwimmende Speicher- und Regasifizierungseinheit (FSRU) Deutschlands zu planen und zu realisieren. Dabei werde die Lösung von ECOnnect Energy das entscheidende Bindeglied zwischen den Offshore-Gasspeichern und dem Onshore-Terminal mit direktem Anschluss an das Open Grid Europe (OGE)-Gasnetz darstellen, heißt es in einer Pressemitteilung von TES.

Morten Christophersen, CEO at ECONNECT Energy, und Jens Schmidt, Chief Technology Officer at TES
TES und ECOnnect Energy unterzeichnen Vertrag zur Lieferung der IQuay-Infrastruktur für den Gasimport nach Wilhelmshaven.©TES

Parallel dazu werde das Onshore-Terminal von TES für grünes Gas ab 2025 als primärer Ausgangspunkt für saubere Energie in Europa fungieren, aber auch als Katalysator für eine kreislauforientierte Kohlenstoffwirtschaft. Das TES-Konzept ziele darauf ab, Solar- und Windkraft durch die Kombination aus grünem H2 und kreislauffähigem CO2 in nachhaltiges und kosteneffizientes eNG (grünes Gas) umzuwandeln.

Ab 2025 will TES das IQuay-System im Rahmen der Wasserstoffproduktion für den Export des verflüssigten CO2 verwenden und damit den Kreislauf der Industrie-Emissionen schließen, indem CO2 für grüne Wasserstoff-Anwendungen genutzt wird. Die Weiternutzung der Infrastruktur biete Wilhelmshaven somit ein weiteres grünes Potenzial in Form von Materialerhalt.

„Die IQuay-Lösung ermöglicht die Installation der Anlagen und den Import von Erdgas nach Wilhelmshaven in unglaublich kurzer Zeit, während sie gleichzeitig einen zukünftigen Wasserstoff-Hub ermöglicht“, sagt Morten Christophersen, CEO von ECONNECT Energy. „Wir sind stolz darauf, dass unsere flexible Importlösung zur Zielstellung von TES passt, den akuten Energiebedarf Deutschlands zu decken, genauso wie zur langfristigen Strategie des Unternehmens CO2-neutraler Energieimporte.“

ECOnnect Energy ist ein unabhängiges norwegisches Technologieunternehmen, das die Energie- und Schifffahrtsbranchen mit IQuay unterstützt: einem schwimmenden Umschlagterminal, das ohne Schiffsanleger auskommt. Die IQuay-Lösung besteht aus einem schwimmenden System zum Laden, Löschen und Bunkern von LNG, Ammoniak sowie zum Auffangen und Speichern von CO2, ohne auf eine invasive sowie zeit- und kostenintensive feste Anlegerinfrastruktur angewiesen zu sein.

In Wilhelmshaven wurde der bundesweit erste Anleger für die Ankunft von Schiffen mit Flüssigerdgas fertiggestellt. Die Inbetriebnahme ist für den Jahreswechsel 2022/2023 geplant. 

Die Bundesregierung hat sich insgesamt fünf staatliche schwimmende Flüssigerdgasterminals gesichert. Die ersten zwei Anleger in Wilhelmshaven und Brunsbüttel sollen zum Jahreswechsel 2022/23 von mehreren Energieunternehmen beliefert werden.

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