Norwegisch-schwedische Zusammenarbeit bei seltenen Erden – LKAB wird größter Eigentümer von REEtec AS

REEtec-Demonstrationsanlage zur Trennung seltener Erden im Industriepark Herøya.©REEtec

Herøya, 8. November 2022. REEtec AS will eine Fabrik zur Separation seltener Erden im Industriepark Herøya bauen. Das norwegische Unternehmen, das eine innovative Technologie zur Trennung von Seltenerdelementen entwickelt hat, betreibt seit 2019 eine Demonstrationsanlage. Diese soll jetzt ausgebaut werden und ab 2024 etwa 720 Tonnen der Seltenerdelemente Neodym und Praseodym produzieren, was fünf Prozent des europäischen Bedarfs entspricht. Eine zweite Fabrik soll ab 2027 die Produktion aufnehmen. Dort sollen Seltenerdelemente als Nebenprodukt aus dem Eisenerzbergbau des schwedischen Bergbaukonzern LKAB extrahiert werden. Zur Finanzierung hat das börsennotierte Unternehmen eine Aktienemission durchgeführt, bei LKAB 400 Millionen NOK investiert hat und somit zum Hauptaktionär wurde.

Außerdem sind der norwegische Staatskonzern Nysnø Klimainvesteringer, Mercuria und TechMet neue Anteilseigner. Der ehemalige Haupteigentümer Scatec Innovation AS behält eine wesentliche Beteiligung und ist weiterhin im operativen Betrieb des Unternehmens tätig.

„Gemeinsam mit REEtec werden wir die Basis für eine starke und nachhaltige nordische Wertschöpfungskette für Seltenerdmetalle schaffen“, sagt Jan Moström, Präsident und CEO von LKAB.

Die Nachfrage nach Seltenerdmetallen für den Einsatz in Elektrofahrzeugen und Windkraftanlagen werde sich voraussichtlich bis 2030 mehr als verfünffachen, heißt es in einer Pressemitteilung von REEtec. Eine erhöhte europäische Selbstversorgung müsse die gesamte Wertschöpfungskette ansprechen, vom Abbau bis zur Verarbeitung und Produktion von Schlüsselkomponenten, für die Elemente der Seltenen Erden benötigt werden, beispielsweise Permanentmagnete. Da Europa diese Materialien nicht abbaut und nur über marginale Verarbeitungskapazitäten verfügt, markiere die Zusammenarbeit von LKAB und REEtec den Beginn von etwas Neuem in Europa. 

„Dass LKAB, ein Industrie- und Technologieführer in der Bergbau- und Mineralienindustrie, der größte Anteilseigner wird, bestätigt die Lebensfähigkeit unserer Technologie. REEtec ist jetzt gut positioniert, um ein führender europäischer REE-Produzent zu werden“, sagt REEtec-Vorsitzender John Andersen und CEO von Scatec Innovation AS.

Das Rohmaterial zur Versorgung der ersten Fabrik wird von Vital Metals in Kanada kommen. Eine Verdreifachung der Mengen ist vereinbart.

80 Prozent der geplanten Produktion hat REEtec unter anderem über einen Fünfjahresvertrag mit dem Fahrzeug-Zulieferer Schaeffler Gruppe verkauft. Ziel ist es, E-Motoren für Hybridmodule, Hybridgetriebe und rein elektrische Achsantriebe noch nachhaltiger zu machen. Die Partnerschaft beginnt 2024.

REEtec ist ein Privatunternehmen, das 2008 von Scatec Innovation AS gegründet wurde. Roht Invest, Brennebu AS, Teil der Cappelen-Gruppe aus Ulefoss, sowie die Bergfald Holding halten bedeutende Anteile.

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