Energieministerium leitet nächsten Schritt für Abbau mineralischer Rohstoffe auf dem norwegischen Festlandsockel ein

Im Frühjahr 2023 will das Ministerium dem Storting einen Bericht über die Öffnung des norwegischen Festlandsockels für mineralische Aktivitäten vorlegen©Norwegian Petroleum Directorate

Oslo, 27. Oktober 2022. Die Gewinnung von Meeresbodenmineralien könnte in Zukunft zu einer neuen und wichtigen Industrie für Norwegen werden, die gleichzeitig dazu beitragen kann, den weltweiten Zugang zu wichtigen Metallen zu sichern, teilt das Ministerium für Petroleum und Energie mit. Im Frühjahr 2023 will das Ministerium dem Storting einen Bericht über die Öffnung des norwegischen Festlandsockels für mineralische Aktivitäten vorlegen. Dafür verschickt es jetzt eine Folgenabschätzung und lädt entsprechende Akteure zur Konsultation ein.

„Um den Übergang zu einer emissionsarmen Gesellschaft zu bewerkstelligen, braucht die Welt einen verbesserten Zugang zu wichtigen Mineralien. Sie kommen unter anderem auf dem norwegischen Meeresboden vor. Vorausgesetzt, dass die Gewinnung auf rentable Weise und mit akzeptablen Umweltauswirkungen erfolgen kann, kann dies zu einer aufregenden neuen Industrie werden“, sagt Öl- und Energieminister Terje Aasland.

Die Regierung will rentable Abbauaktivitäten auf dem Meeresboden ermöglichen, sofern dies mit vertretbaren Umweltauswirkungen möglich ist. Eine Voraussetzung für kommerzielle Aktivitäten und die Ausbeutung von Meeresbodenmineralien ist, dass Gebiete für Aktivitäten erschlossen werden.  Kommerzielle Akteuren sollen die Möglichkeit haben, mit der Kartierung der Ressourcenbasis und der Umweltbedingungen in dem Gebiet zu beginnen. Eine verstärkte Kartierung soll dazu beitragen, die Wissensbasis zu stärken.

„Die Folgenabschätzung, die wir jetzt zur Konsultation schicken, ist eine Zusammenstellung der aktuellen Wissensbasis. Sie bildet zusammen mit dem Konsultationsbeitrag einen wichtigen Teil der Entscheidungsgrundlage, wenn wir über die Frage der Öffnung entscheiden müssen. Die Tatsache, dass die Folgenabschätzung jetzt zur Konsultation geschickt wird, bedeutet nicht, dass wir glauben, dass wir zum heutigen Zeitpunkt über ausreichende Kenntnisse verfügen, um konkrete Abbauprojekte genehmigen zu können. Die Öffnung des vorgeschlagenen Gebiets für Aktivitäten ist jedoch entscheidend, um mit den Explorationsaktivitäten zu beginnen und weitere Erkenntnisse über das Ressourcenpotenzial und mögliche Umweltauswirkungen zu gewinnen. Wir haben das Gebiet gegenüber dem Untersuchungsgebiet deutlich eingegrenzt, um uns gerade auf die Bereiche zu konzentrieren, in denen das Potenzial aus heutiger Sicht am größten zu sein scheint“, sagt Aasland.  

In Anlehnung an die Praxis aus dem Ressourcenmanagement anderer standortgebundener natürlicher Ressourcen auf dem Festlandsockel plant die Regierung ein schrittweises Vorgehen in der Erschließungszone. Das bedeutet, dass nach einer möglichen Öffnung Vorkehrungen für eine schrittweise Exploration des Gebiets durch die Vergabe von Genehmigungen getroffen werden, mit damit verbundenen Explorationsaktivitäten, die zum Wissensaufbau und zur Datensammlung beitragen werden.

Die Folgenabschätzung wurde gemäß dem Gesetz über Meeresbodenmineralien und auf der Grundlage eines festgelegten Programms für die Folgenabschätzung durchgeführt, wobei unter anderem Konsultationskommentare zum Programmvorschlag berücksichtigt wurden. Transparenz und Partizipation sei ein zentraler Bestandteil von Folgenabschätzungsprozessen, so das Ministerium. Die Folgenabschätzung wird nun mit einer Frist bis zum 27. Januar 2023 zur öffentlichen Konsultation übermittelt.

Die Exploration und Gewinnung von Meeresbodenmineralien wird durch das Meeresbodenmineraliengesetz geregelt, das am 1. Juli 2019 in Kraft getreten ist. Das Ministerium für Erdöl und Energie trägt die Verwaltungsverantwortung für Meeresbodenmineralien.

Das Gesetz über Meeresbodenmineralien enthält Bestimmungen zur Öffnung von Gebieten zur Untersuchung und Gewinnung von Mineralien auf dem Meeresboden, einschließlich der Durchführung eines Öffnungsverfahrens mit einer damit verbundenen Folgenabschätzung, bevor Genehmigungen erteilt und Aktivitäten aufgenommen werden. Im Jahr 2020 leitete die Solberg-Regierung einen Öffnungsprozess für Mineralaktivitäten auf Teilen des norwegischen Festlandsockels gemäß dem Gesetz über Meeresbodenmineralien ein. 

Auf dem norwegischen Festlandsockel wurden zwei Arten von Meeresbodenmineralien entdeckt; Sulfide und manganreiche Krusten. Dazu gehören Blei, Zink, Kupfer, Gold, Silber, Mangan, Eisen, Titan, Kobalt, Nickel, Cer, Zirkonium und seltene Erden.

Finden Sie hier weitere Informationen zur Erkunden des norwegischen Festlandsockels für mineralische Rohstoffe.

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