Ergebnisse der Lachsauktion in Norwegen 2022: Geringeres Interesse, weniger Einnahmen als 2020

22 Unternehmen beteiligten sich an der diesjährigen Auktion für den Erwerb von Genehmigungen für die Zucht von Lachs, Forelle und Regenbogenforelle. Große Lachsproduzenten blieben der Versteigerung wegen der angedrohten Steuererhöhungen fern.©SjømatNorge

Oslo, 13. Oktober 2022. Bei der jüngsten Auktion des norwegischen Ministeriums für Handel, Industrie und Fischerei für neue Genehmigungen für die Zucht von Lachs, Forellen und Regenbogenforellen wurde ein Viertel der Kapazitäten nicht verkauft. Die Einnahmen des Staates aus der Auktion sind im Vergleich zur vorherigen Runde im Jahr 2020 gesunken. Es war die erste Auktion, nachdem die Regierung im September ihre Steuerpläne für Unternehmen, die natürliche Ressourcen nutzen, vorgestellt hat.

Die Genehmigungen wurden in Produktionsgebieten entlang der Küste verkauft, in denen die Umweltsituation als akzeptabel bewertet wurde, teilt die Regierung mit.

Insgesamt wurden Lizenzen für 24.644 Tonnen MTB (maximal zulässige Biomasse) vergeben. 32.887 Tonnen waren im Angebot. 8.243 Tonnen wurden somit nicht verkauft. Ein Großteil davon befand sich in der Region Vest-Finnmark, wo Lizenzen für 5.172 Tonnen angeboten waren, die keinen Interessenten fanden. Die Einnahmen aus der Versteigerung betrugen rund 3,8 Milliarden NOK. Bei der vorherigen Auktion im August 2020 wurden die Genehmigungen für eine Rekordsumme von 5,98 Milliarden NOK verkauft, doppelt so viel wie bei der Auktion im Jahr 2018. 42 Unternehmen wurden für die Auktion registriert, 30 Unternehmen kauften Lizenzen. In der Auktion standen 27.189 Tonnen Produktionskapazität zur Verfügung, und alles wurde verkauft.

„Das Ziel der Regierung ist es, das Wachstum der Branche durch die Auktion zu fördern, und es gibt viele Akteure, die geboten haben. Die Auktion zeigt, dass in den meisten Produktionsgebieten, in denen die Landwirtschaft heute eine große und wichtige Industrie ist, immer noch eine gute Kapazitätsnachfrage besteht“, sagt Fischerei- und Meeresminister Bjørnar Skjæran.

Wert der Aktien norwegischer Lachsproduzenten an der Osloer Börse, in Mrd. NOK. Mit der Ankündigung der Grundrentensteuer für die Aquaindustrie Ende September fielen die Aktien stark.©DNB/ Sjømat Norge

Der Verband Sjømat Norge, der unter anderem die norwegischen Lachsindustrie vertritt, sieht das anders. „Die Erwartungen an die diesjährige Auktion, bevor der Steuervorschlag auf den Tisch kam, waren mehr als doppelt so hoch. Mit anderen Worten, man hat rund vier Milliarden verloren“, sagt CEO von Seafood Norway, Geir Ove Ystmark. Er fügt hinzu, dass dies nur für Verluste durch den Verkauf von Genehmigungen gelte. Verlangsamte Investitionen und reduzierte Werte führen auch zu weniger Steuereinnahmen für die öffentliche Hand. „Wir sehen, dass Unternehmen Investitionen in Höhe von über 24 Milliarden NOK verschoben haben. Ein Vorschlag von 40 Prozent Grundrente, zusätzlich zur Körperschaftssteuer, der Erhöhung der Vermögenssteuer, der Produktionssteuer und der Rohstoffsteuer bedeutet für manche bis zu 80 Prozent Steuer. Es ist selbstverständlich, dass man in einer Auktion nicht die Möglichkeit hat, mehr zu kaufen“, sagt Ystmark. Es wäre sinnvoll gewesen, die Versteigerung zu verschieben, bis endgültige Klarheit über den Verschlag der Regierung herrscht.

Am 28. September hatte die Regierung eine Erhöhung der Grundrentensteuer für Aquakulturen mit einem effektiven Satz von 40 Prozent vorgestellt. Diese soll für die Produktion von Lachs, Forelle und Regenbogenforelle im Meer gelten. Die Steuer gilt nicht für Züchter, die jährlich weniger als 4.000-5.000 Tonnen produzieren.

Nach der Veröffentlichung der Pläne zur Erhöhung der Grundrentensteuer auf die Aquakultur kündigten einige Aquakultur-Giganten wie Mowi, Lerøy und Salmar an, Investitionen in erhöhte Kapazitäten zurückzuziehen. Keines der an der Osloer Börse gelisteten Lachsproduzenten ist auf der Liste der Unternehmen aufgeführt, die Kapazitäten bei der diesjährigen Auktion gekauft haben.

Liste der Unternehmen, die Lizenzen erhielten

GesellschaftAngebotene Menge in Tonnen (MTB*) Gesamtvergütung
(NOK)
Akvafuture AS500           60.000.000
Aquanorth Farm AS200           20.000.000
Bewi Invest AS918         143.808.000
Bjørøya AS3800         597 739 900
Eidsfjord Sjøfarm AS3520         496.099.000
Erviks Laks og ørret AS96           15.100.800
Flakstadvåg Laks AS223           30.105.000
Frøy Kapital AS2265         377.284.500
Grundvågen AS4                 629.200
Isqueen AS1300         199.680.000
Kleiva Fiskefarm AS250           36.305.300
Knutschaugfisk AS318           50.021.400
Lofoten Sjøprodukter AS2000         307.200.000
Lovundlaks AS49             7.526.400
Mortenlaks AS1000         153.600.000
Norsk Havbruksenter AS800         147.869.468
Organic Seafarm AS1755         325 065 250
Prophylaxe AS1538         241 927 400
Salaks AS2258         304.830.000
Seløy Sjøfarm AS500           90.000.000
Sjurelv Fischzucht AS1100         155.870.000
Øyfisk AS250           38.400.000
*maksimalt tillatt biomasse

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