Norwegen nimmt Änderungen der diplomatischen Präsenz vor

Außenministerin Anniken Huitfeldt während ihrer außenpolitische Rede vor dem Storting im März 2022. ©stortinget.no

Oslo, 9. September 2022. Das Auswärtige Amt wird 2023 mehrere Auslandsvertretungen, insbesondere in Europa, personell aufstocken. Damit sollen vor allem Kapazitäten geschaffen werden, um die Aktivitäten norwegischer Unternehmen im Ausland stärker zu unterstützen. Gleichzeitig werden fünf Auslandsstationen geschlossen.

„Die politische und sicherheitspolitische Lage in Europa ändert sich rasant. Dem müssen wir mit einer verstärkten diplomatischen Präsenz in der EU, in der NATO und in ausgewählten europäischen Ländern begegnen. Norwegische Diplomaten sind unsere Augen, Ohren und Stimmen in Europa, und davon brauchen wir jetzt mehr“, sagt Außenministerin Anniken Huitfeldt.

Die Botschaften in Bukarest, Kiew und Vilnius sowie die EU-Delegation und die NATO-Delegation in Brüssel werden 2023 mit weiteren norwegischen Diplomaten verstärkt. Das Außenministerium erwägt eine weitere Verstärkung mit abgeordneten Diplomaten oder lokal angestellten Mitarbeitern Auslandsvertretungen in Europa.

Die Botschaft in Bukarest deckt auch Moldawien und Bulgarien ab, während die Botschaft in Vilnius auch Belarus abdeckt. 

Ausgewählte diplomatische Vertretungen außerhalb Europas werden auch 2023 mit abgeordnetem Personal verstärkt. Darüber hinaus wird es an ausgewählten Auslandsstationen im In- und Ausland mehr lokale Mitarbeiter geben.

Bei mehreren Auslandsvertretungen ist die Zunahme von Diplomaten und lokalen Angestellten weitgehend mit dem Ziel der Regierung verbunden, die norwegischen Exporte zu steigern. Im Zusammenhang mit der grünen Wende und der Digitalisierung tue sich sowohl innerhalb als auch außerhalb Europas viel. Dies biete enorme Chancen für die norwegische Industrie und Wirtschaft, so Huitfeldt.

Die Botschaften in Bratislava (Slowakei), Colombo (Sri Lanka) und Pristina (Kosovo), das Botschaftsbüro in Antananarivo (Madagaskar) und das Generalkonsulat in Houston (USA) werden 2023 geschlossen. Die diplomatische Präsenz Norwegens im Kosovo, auf Madagaskar, in der Slowakei und in Sri Lanka werde auf andere Weise gehandhabt, beispielsweise von einer nahe gelegenen norwegischen Botschaft oder durch die Ernennung eines Botschafters in der Heimat für das jeweilige Land, teilt das Außenministerium mit.

Vor der Umsetzung dieser Änderungen hatte Norwegen 101 Auslandsvertretungen. Mit diesen Änderungen wird Norwegen weniger Auslandsvertretungen haben, aber ungefähr die gleiche Anzahl von entsandten Diplomaten. Der norwegische Außendienst besteht aus mehr als 2.600 Mitarbeitern, davon rund 800 in Oslo, mehr als 600 entsandte Diplomaten und etwa 1.200 lokale Mitarbeiter, die direkt bei den Auslandsvertretungen angestellt sind.

„Die Schließung norwegischer Auslandsvertretungen ist keine leichte Entscheidung. Diese Änderungen haben Folgen für die entsandten norwegischen Diplomaten, aber in noch größerem Umfang für die lokalen Mitarbeiter an den entsprechenden Stationen. Aber wir haben die Verantwortung, unsere Ressourcen so zu verwalten, dass die norwegischen Interessen so effektiv wie möglich gewahrt werden“, sagt Huitfeldt.

In ihrer außenpolitischen Erklärung vor dem Storting vom 22. März zum Krieg in der Ukraine kündigte die Außenministerin eine Überprüfung der Aufstellung des Auswärtigen Dienstes an, um die norwegischen Interessen in einer neuen Ära in Europa zu wahren. Die bevorstehenden Änderungen sind eine Folgemaßnahme dieser Überprüfung.

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