Anteil der Elektroautos am Neuverkauf bleibt in Norwegen stabil

Der chinesische Automobilhersteller BYD will noch im Herbst seine neuen Elektroautos in Norwegen ausliefern.©Fotomontage: Jamieson Pothecary/elbil.no
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Oslo, 2. September 2022. Im August ging die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Norwegen ein weiteres Mal zurück. Insgesamt wurden 12.363 Pkw neu zugelassen, 24,7 Prozent weniger als im August 2021. Von allen im August neu zugelassenen Pkw waren 9.245 Elektroautos – das entspricht einem Anteil von 74,8 Prozent. Die Zahl der Elektroauto-Zulassungen ist damit im Vergleich zum August des Vorjahres um 21,7 Prozent gesunken. Hauptgrund ist nach Informationen des Informationsamtes für den Straßenverkehr OFV ein Mangel an auslieferungsfähigen Autos. Die Wartelisten für neue Elektroautos seien lang.

Insgesamt wurden in den ersten acht Monaten des Jahres 68.528 Elektroautos neu zugelassen. Das sind 17,7 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2021. Damit haben neue Elektroautos in diesem Jahr bisher einen Anteil an den Neuverkäufen von 77,8 Prozent.

Pandemie und Krieg stellten Produktion und Auslieferung weiterhin vor Herausforderungen. Darüber hinaus würden hohe Strom- und Lebensmittelpreise, steigende Zinsen und wirtschaftliche Unsicherheit zu den Gründen für den Rückgang gehören, teilt OFV mit.

Auch die Verkäufe im bisherigen Jahr einschließlich August zeigten einen deutlichen Rückgang der Zahl der Pkw-Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bisher wurden in diesem Jahr 88.115 Pkw neu zugelassen, gegenüber 110.864 zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr – ein Minus von 20,5 Prozent.

2022 – ein anderes Jahr

„2021 war ein Rekordjahr beim Neuwagenabsatz, 2022 waren die Rahmenbedingungen ganz anders. Pandemien und Kriege stellen die Autoindustrie noch immer vor große Herausforderungen. Viele Händler erhalten nicht die Anzahl an Neuwagen, die sie liefern können und wollen. Das bedeutet, dass die Neuwagenkäufer, die auf Wartelisten stehen, lange auf ihre bestellten Autos warten müssen. Dann gehen auch die Zulassungszahlen für Neuwagen zurück“, sagt Direktor Øyvind Solberg Thorsen vom Straßenverkehrsinformationsrat (OFV). Zudem sei die Situation für viele durch starke Preissteigerungen und Zinserhöhungen kaum einfacher geworden.

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Keine großen Bootsladungen voller Autos
Große Bootsladungen mit Neuwagen haben einen deutlichen Einfluss auf die Zulassungsstatistik. Im August kamen keine großen Lieferungen an. Insofern gebe es auch keine größeren Überraschungen bezüglich bestimmten Marken oder Modellen. „Aber wir registrieren im August einen Anstieg des Marktanteils von wiederaufladbaren Hybriden im Vergleich zu früheren Monaten dieses Jahres. Die Zahl der Plug-in-Hybride ist zwar deutlich geringer als im gleichen Zeitraum 2021, der Marktanteil liegt im August bei 11,4 Prozent gegenüber 9,8 Prozent im Jahr zuvor. Dies kann damit zusammenhängen, welche Autos die Händler auf Lager haben und welche Autos nicht geliefert werden können. Wenn es sowohl bei der Produktion als auch bei der Lieferung nach Norwegen zu mehr Geschwindigkeit kommt, wird sich dies deutlich auf die Zulassungsstatistik auswirken, und vielleicht insbesondere für Elektroautos“, so Solberg Thorsen weiter.

Mehrwertsteuer ab Silvester – Endabrechnung im Dezember?

Für die kommenden Monaten rechnet Solberg Thorsen mit einer steigenden Zulassungsrate. Ab 2023 sind Elektroautos über 500.000 NOK nicht mehr von der Mehrwertsteuer befreit. Dies könne zu einigen Überraschung führen. Jetzt drehe sich viel um das Tempo der Produktion und Lieferung. Nur die Branche selbst wisse, wie groß die Auftragsreserven der Autoindustrie sind und wie viele Kunden auf der Warteliste stehen. Daher sie unklar, wie viele Neuwagen in den letzten Monaten des Jahres tatsächlich übergeben und zugelassen werden. Hier könnte es mehrere große Überraschungen geben. „Daher kann es vorkommen, dass Norwegen gegen Ende des Jahres bei der Lieferung von Elektroautos bevorzugt wird, vielleicht insbesondere von teureren Elektroautos, aber darauf werden wir noch keine Antwort bekommen“, sagt Solberg Thorsen.

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Eigentümerwechsel und Gebrauchtimporte ebenfalls rückläufig
Die Zahl der Eigentümerwechsel ging im August im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent zurück und endete bei 46.075. Im bisherigen Jahresverlauf gab es 344.301 Eigentümerwechsel, was einem Rückgang von 3,6 Prozent gegenüber 2021 entspricht.

Auch die Gebrauchtwagenimporte gingen im August stark zurück und lagen bei 1.245 Autos – ein Rückgang von 31,8 Prozent im Vergleich zum August des Vorjahres. In diesem Jahr sind bisher fast 11.000 importierte Gebrauchtwagen ins Land gekommen, das sind 8,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Ein großer Teil davon sind neuere Elektroautos, die in Norwegen beliebt sind und auf die man oft lange warten muss, wenn man eines haben möchte. Der Rückgang der Second-Hand-Importe könne auf wirtschaftlich schwierigere Zeiten und einen schwachen und schwankenden Wechselkurs der Krone zurückzuführen sein, teilt OFV mit.

Marktanteile pro Marke, Stand 31.08.2022 und 2021

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