Store Norske Spitsbergen Kulkompani fördert weiter Industriekohle für Europa

Mitarbeiter der Grube 7 auf Spitzbergen können ihre Jobs vorerst bis zum Sommer 2025 behalten.©Store Norske

Svalbard, 2. September 2022. Der Vorstand der Store Norske Spitsbergen Kulkompani hat beschlossen, die Schließung von Mine 7, Norwegens letzter Kohlemine auf Svalbard, zu verschieben. Ursprünglich sollte die Mine gemeinsam mit dem Kohlekraftwerk in Longyearbyen im Herbst 2023 geschlossen werden, da dieses Kraftwerk der größte Abnehmer war. Jetzt gibt es neue Optionen.

Store Norske hat mit dem deutschen Unternehmen Clariant eine Vereinbarung getroffen, bis zum Sommer 2025 weiter Kohle für die industrielle Produktion nach Europa zu liefern. Das Unternehmen kauft seit 40 Jahren Kohle von Gruve 7. Ausgehend von der aktuellen Marktsituation für Kohle will sich Clariant den Zugang zu Kohle in der Qualität sichern, die in Europa für industrielle Zwecke benötigt wird.

„Die Kohle wird für die industrielle Produktion verwendet, unter anderem als Reduktionsmittel, um Stahl in Europa zu produzieren. Die Stahlproduzenten seien derzeit vollständig von dieser Industriekohle abhängig, bis in diesem Jahrzehnt Wasserstoff und andere emissionsfreie Technologien eingeführt würden“, erklärte Industrieminister Jan Christian Vestre die Zustimmung zum Offenhalten der Mine. Norwegen müsse seinen Teil der Verantwortung für die Versorgungssicherheit mit Rohstoffen übernehmen. Der Staat als Eigentümer werde daher einem bedingt verlängerten Betrieb bis Juli 2025 nicht widersprechen.

„Dies ist eine gute Lösung für alle Parteien. Durch diese Vereinbarung mit einem Kunden, mit dem wir seit langem professionell zusammenarbeiten, können wir die verfügbaren Kohlereserven in Mine 7 fördern und uns eine gute Rentabilität bei geringem Marktrisiko sichern. Unsererseits verschafft uns das etwas mehr Zeit für eine anspruchsvolle und notwendige Restrukturierung des Unternehmens. Nicht zuletzt ist es erfreulich für unsere Mitarbeiter in Gruve 7, die mehr Berechenbarkeit erhalten und länger bei der Arbeit bleiben können“, sagt Jan Morten Ertsaas, CEO von Store Norske.

Neben dem Bergbau ist Store Norske auch in den Bereichen Immobilien, Logistik und Energie tätig. Im Jahr 2021 kaufte Store Norske sowohl die Hotels als auch das andere Immobilienportfolio von Hurtigruten Svalbard. Store Norske besitzt jetzt rund 40 Prozent der Häuser in Longyearbyen zusätzlich zu einem bedeutenden Gewerbeimmobilienportfolio.

„In den nächsten Jahren werden viele Industriearbeitsplätze auf Svalbard verschwinden, daher besteht ein dringender Bedarf für eine Umstrukturierung und Entwicklung des Geschäftslebens in Longyearbyen. Wir tragen durch verstärkte Investitionen in Logistik, erneuerbare Energien und die Anpassung des Gebäudebestands an der bevorstehenden grünen Wende bei. Wir sind seit über hundert Jahren ein arktisches Energieunternehmen und unser Ziel ist es, diese Rolle fortzusetzen, indem wir aktiv zur Umgestaltung der heutigen fossilen Energiesysteme in Svalbard und der Arktis beitragen“, sagt Ertsaas.

Über Store Norske Spitzbergen Kullkompani

  • Store Norske Spitsbergen Kulkompani befindet sich zu 100 % im Besitz des norwegischen Staates und ist in den Bereichen Bergbau, Immobilien, Logistik und Energie tätig.
  • Das Unternehmen wurde 1916 gegründet, der Staat wurde in den 1930er Jahren Eigentümer.
  • Die Regierung rechtfertigt die Eigentümerschaft damit, einen Akteur in Svalbard zu haben, der durch den Betrieb von Mine 7, die Verwaltung von Wohnungen und andere Aktivitäten zur Erhaltung und Weiterentwicklung der Gemeinde in Longyearbyen in einer Weise beiträgt, die die übergeordneten Ziele der norwegische Svalbard-Politik unterstützt.
  • Die Kohle aus Gruve 7 ist von hoher Qualität und auf dem Markt für die Produktion von Stahl, Papier und Zement gefragt. Das Unternehmen liefert seit langem Fixmengen an europäische Industriekunden.
  • Der Gemeinderat von Longyearbyen wurde beauftragt, einen neuen Energieplan für Longyearbyen zu erstellen.

About businessportalnorwegen

View all posts by businessportalnorwegen →

× Featured

CCUS braucht Regulierung, Infrastruktur und First Movers