Norwegischer Konzern Hydro stellt Aluminiumproduktion im Werk in der Slowakei ein

Am 3. März dieses Jahres hatte eine Delegation der Mitarbeiter, v.l.  Ľ. Šuster, E. Dvončová und R. Vigaš, dem slowakischen Finanzministerium einen Brief mit über 2.000 Unterschriften übergeben. Sie verlangten Unterstützung zum Erhalt des Werkes am Standort Žiar nad Hronom. ©Slovalco a.s.


Oslo, 17. August 2022. Der norwegische Aluminiumkonzern Hydro schließt sein Aluminiumwerk Slovalco a.s. in Žiar nad Hronom in der Slowakei. Bis Ende September 2022 soll die Primäraluminiumproduktion eingestellt werden. Die Entscheidung sei eine Folge der ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Slowakei und der hohen Strompreise, die kurzfristig keine Anzeichen einer Besserung zeigten, teilt Hydro mit. Die Gießerei des Werkes werde ihren Recyclingbetrieb fortsetzen und Kunden in der Region jährlich mit 75.000 Tonnen recyceltem Aluminium beliefern.

Die Mitarbeiter des Werkes haben um den Erhalt des Werkes gekämpft. Am 3. März 2022 überreichten sie einen offenen Brief mit 2.096 Unterschriften an das slowakische Finanzministerium. Darin forderten sie die Regierung auf, die Aufrechterhaltung der Aluminiumproduktion in Žiar nad Hronom und der Schaffung eines fairen Geschäftsumfelds zu unterstützen.

„Slovalco ist ein gut geführtes und modernes Primäraluminiumwerk, das gut positioniert ist, um europäische Kunden mit hochwertigen Aluminiumprodukten zu bedienen. Ich bedauere, dass es nicht möglich war, den weiteren Betrieb der Primärproduktion im Werk sicherzustellen“, sagt Ola Sæter, Leiter der Primärproduktion von Hydro und Vorstandsvorsitzender von Slovalco.

300 Mitarbeiter werden im Hydro-Werk in Slovalco ihren Job verlieren.©Hydro

Sæter sieht als Ursache der Schließung die ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Slowakei. Das Land habe den wettbewerbsfähigen CO2-Kompensationsrahmen der EU nicht umgesetzt. Dies habe das Werk in Slovalco daran gehindert, langfristige Stromverträge abzuschließen, und der aktuelle Vertrag der Anlage laufe Ende 2022 aus. Aufgrund der aktuellen slowakischen Rahmenbedingungen und der europäischen Strompreise würde Slovalco erhebliche finanzielle Verluste erleiden, wenn es seinen Betrieb über 2022 hinaus fortsetzen würde, erklärt der Vorstandsvorsitzende.

Slovalco hat Ende 2021 und Anfang 2022 40 Prozent seiner Primärkapazität von 175.000 Tonnen pro Jahr gedrosselt und läuft derzeit mit 60 Prozent seiner Kapazität. Die primären Produktionslinien bei Slovalco werden verpackt und können zu einem späteren Zeitpunkt wieder in Betrieb genommen werden, wenn die Markt- und Rahmenbedingungen dies zulassen, teilt Hydro mit. Das Schließungsverfahren soll in Kürze beginnen und spätestens Ende September 2022 abgeschlossen sein.

Verbleibende Absicherungspositionen für Strom, Metall und Rohstoffe sollten aufgelöst werden. Dies werde in der zweiten Jahreshälfte 2022 zu einem positiven Gesamteffekt auf das bereinigte EBITDA von rund 1,6 Milliarden NOK (100 Prozent) führen. Die Gesamtkosten der Produktionseinstellung seien begrenzt.

Die Entscheidung, die Primärproduktion zu schließen, wird 300 Vollzeitbeschäftigte von Slovalco betreffen sowie Dienstleister und Lieferanten in der Region. Ein Prozess zur Unterstützung betroffener Mitarbeiter sei gestartet worden, so Hydro.

Slovalco ist eine vollkonsolidierte Aluminiumschmelze,, die zu 55,3 Prozent von Hydro und zu 44,7 Prozent von der Penta Investments Group gehalten wird. Slovalco hat eine jährliche Produktionskapazität von 175.000 Tonnen Primäraluminium und eine Gießereikapazität von etwa 250.000 Tonnen.

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