Grünes Licht aus London: Norwegischer Konzern Equinor realisiert eines der weltweit ersten CCS-Projekte in Großbritannien

Der Chemiclas Park in der Region Humber. Hier startet das Projekt H2H Saltend©The Film Agency

Oslo, 12. August 2022. Der norwegische Energiekonzern Equinor ASA wird eine der weltweit ersten industriellen Anlagen und die erste Anlage in Großbritannien zur Erzeugung von Wasserstoff aus Erdgas in Kombination mit CO2-Abscheidung und Offshore-Speicherung (CCS) bauen. Am 12. August gab das britische Department for Business, Energy, and Industrial Strategy (BEIS) bekannt, dass die Anlage zur Produktion von Wasserstoff aus Erdgas im Saltend Chemiclas Park in der Region Humber (H2H Saltend) Phase 2 des Cluster-Sequenzierungsprozesses der Regierung erfolgreich durchlaufen hat und die Due-Diligence-Phase fortgesetzt wird. Nun folgt die Anbindung des Kraftwerkes an die CO2-Transport- und Speicherinfrastruktur des Ostküsten-Clusters der Regionen Humber und Teesside, die ersten beiden CCUS-Cluster in Großbritannien. 2026/2027 soll das Projekt in Betrieb gehen. Die Angebote von Equinor zum Bau zwei neuer gasbefeuerter Kraftwerke mit Kohlenstoffabscheidung in Keadby erhielen ebenfalls grünes Licht.

H2H Saltend ist das Kickstarter-Projekt für das umfassende Zero Carbon Humber-Programm, eine von UK Research and Innovation UKRI unterstützte Partnerschaft von 14 Organisationen, die sich verpflichtet haben, die Region Humber bis 2040 zum weltweit ersten Netto-Null-Industriecluster zu machen.

Grete Tveit, Senior Vice President for Low Carbon Solutions bei Equinor©Equinor

„Es sind fantastische Neuigkeiten, dass die britische Regierung drei unserer wegweisenden CCS- und Wasserstoffprojekte ausgewählt hat. Sie werden dazu beitragen, lebenswichtige und kohlenstoffintensive Industrien zu dekarbonisieren, bestehende Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen sowie Möglichkeiten für lokale Lieferketten zu schaffen. Wir freuen uns, weiterhin eng mit der britischen Regierung, unseren Partnern und lokalen Interessengruppen zusammenzuarbeiten, um diese Großprojekte umzusetzen. Dies stärkt die weltweit führende Position Großbritanniens bei der Energiewende“, sagt Grete Tveit, Senior Vice President for Low Carbon Solutions bei Equinor.

H2H Saltend ist das Vorzeigeprojekt von Equinor mit einer 600-Megawatt-Produktionsanlage für kohlenstoffarmen Wasserstoff im Saltend Chemicals Park (SCP) östlich von Hull.
Die Region Humber ist die kohlenstoffintensivste Industrieregion im Vereinigten Königreich. Das Projekt H2H Saltend könnte es einer Vielzahl kritischer Industrien bei SCP und im weiteren Gebiet von East Yorkshire ermöglichen, die CO2-Emissionen jährlich um fast eine Million Tonnen zu reduzieren, teilt Equinor mit.

Equinor plant außerdem eine zweite kohlenstoffarme 1,2-Gigawatt-Wasserstoffproduktionsanlage in Humber, die zusammen mit H2H Saltend 18 Prozent des Ziels der britischen Regierung von 10 GW Wasserstoffproduktionskapazität bis 2030 liefern könnte.

In Partnerschaft mit SSE Thermal will das norwegische Unternehmen außerdem die Entwicklung des weltweit ersten maßstabsgetreuen Kraftwerks mit 100 Prozent Wasserstoff in Keadby und einer geplanten Wasserstoffspeicheranlage in Aldbrough realisieren.

Mit den 20 Projekten für den Einsatz innovativer CCUS-Technologien verfolgt Großbritannien das Ziel,
– die Ambitionen zur Dekarbonisierung zu beschleunigen;
– wirtschaftliche Vorteile in den Regionen North West, North Wales, Teesside und Humber zu realisieren;
– mit der Wasserstoffwirtschaft zu starten;
– das Stromsystem bis 2035 zu dekarbonisieren und gleichzeitig die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten.
Diese Auswahlliste impliziert nicht die Verfügbarkeit von Finanzmitteln für einige oder alle Projekte, sondern ist lediglich das Ergebnis der Bewertung für die Fortsetzung der Due-Dilligence, Phase 2.

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