Südnorwegen importiert die zweite Woche in Folge Strom

Stromaustausch zwischen den Stromverteilungsgebieten in Skandinavien in der 31. Woche, in GWh. In Klammern die Angaben der Vorwoche.©SKM Syspower

Oslo, 10. August 2022. Die Wasserkraftproduktion in Südwestnorwegen ist in der vergangenen Woche weiter zurückgegangen und liegt nun auf einem für die Jahreszeit sehr niedrigen Niveau, teilt die Direktion für Wasserressourcen und Energie (NVE) mit. Die Stromerzeugung in Südwestnorwegen war seit zehn Jahren nicht so gering wie in diesem Jahr in der 31. Woche. Der Trend der niedrigen Produktion in Südnorwegen hält nun schon seit mehreren Wochen an. Die zweite Woche in Folge war Südnorwegen Nettoimporteur von Strom. Vorläufige Zahlen zeigen, dass der Nettoimport von 61 GWh in Woche 30 auf 155 GWh in der Vorwoche gestiegen ist. Zu dieser Jahreszeit gibt es in den südlichen Preisregionen in Norwegen normalerweise einen Nettoexport über eine Woche. Als Im- oder Exporten werden die Lieferungen innerhalb der Stromverteilungsgebiete gezählt, also auch Lieferungen innerhalb Norwegens.

Die Nettoexporte aus Südnorwegen betrugen in diesem Jahr bisher 1,6 TWh, was der zweitniedrigste Wert der letzten zehn Jahre ist.

In Woche 31 lag der Wochenpreis in Südwestnorwegen (NO2) bei 309 Öre/kWh, was einem Rückgang von vier Prozent gegenüber der Vorwoche entspricht. Dies sei immer noch ein sehr hoher Wochenpreis und der zweithöchste aller Zeiten, der nur von Woche 30 übertroffen wurde. In Südost- und Westnorwegen (NO1 und NO5) stieg der Wochenpreis auf 226 Öre/kWh, was auch der zweithöchste Wochenpreis ist in dieser Preisklasse etwas. Nur in Woche 51 im letzten Jahr lag der Wochenpreis höher. Die Strompreise in Mittel- und Nordnorwegen (NO3 und NO4) seien immer noch sehr niedrig. Der Wochenpreis in diesen Gebieten lag letzte Woche bei 1,7 Öre/kWh.

Die hohen Strompreise hängen mit der geringen Stromproduktion und dem sehr hohen Preisniveau in den Ländern zusammen, mit denen Norwegen internationale Verbindungen hat. Dass die Strompreise dem Preisniveau der Nachbarländer folgen, ist Ausdruck dafür, dass mehrere norwegische Wasserkraftproduzenten Wasser sparen. Wenn Stromerzeuger Wasser sparen, ist die Stromproduktion die ganze Woche über geringer. Dadurch werde es auch weniger exportiert. Die Strompreise werden dann stärker von den Strompreisen in den Nachbarländern beeinflusst.

Die Füllrate der Stauseen in Südnorwegen stieg auch in der Kalenderwoche 31 weiter an. In Südost- und Südwestnorwegen stieg die Füllrate um 1,1 Prozentpunkte, liegt aber immer noch auf einem für die Jahreszeit niedrigen Niveau. Die Auslastung in Westnorwegen stieg um drei Prozentpunkte und liegt nun deutlich über dem historischen Minimum und dem Vorjahresniveau, aber immer noch 6,2 Prozent unter dem Wochenmittel.

Am Ende der KW 31 lag der Füllgrad der norwegischen Stauseen bei 67,9 Prozent. Zum Vergleich: Für die Jahre 2002-2021 beträgt der Mittelwert für die Füllung zum entsprechenden Zeitpunkt 77,7 Prozent. Unter der Woche stieg der Wasserstand der Reservoirs um 1,4 Prozent. Mittelnorwegen (NO3) hatte mit 88,9 Prozent die höchste Magazinfüllung, während Südwestnorwegen (NO2) mit 50,4 Prozent die niedrigste Füllung aufwies.

Laden Sie den Stromlagebericht für die KW 31 2022 herunter (PDF).

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