Neuer Branchenverband in Norwegen als Lobby für wettbewerbsfähige Energiepreise gegründet

Helge Aasen, Elkem, Vorstandsvorsitzender des Branchenverbandes Energieverarbeitende Industrie. 
©Norsk Industri

Oslo, 11. Juli 2022. Norwegische Unternehmen, die im Produktionsprozess viel Energie verbrauchen, haben jetzt innerhalb des norwegischen Unternehmerverbandes Norsk Industri einen neuen Branchenverband Energieverarbeitungsindustrie, Kraftforedlende industri, gegründet. Ziel es ist, eine Lobby für wettbewerbsfähige Energiepreise zu schaffen,  die Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedsunternehmen bei der grünen Transformation zu stärken und die Interessen dieser Branche gegenüber Behörden, Forschungseinrichtungen und anderen Institutionen, die die Rahmenbedingungen der Branche beeinflussen, durchzusetzen. Geschäftsführerin des Verbandes ist Jeanette Iren Moen von Norsk Industri, zum Vorstandsvorsitzenden wurde Helge Aasen, CEO des Silizium-Konzerns Elkem gewählt.

Die Unternehmen der Branche stellen chemische Produkte, Metalle und Metalllegierungen, Papier und biobasierte Chemikalien, Mineraldünger, Zement, Solar- und Batteriezellen her. Die Produkte sind Teil komplexer, globaler Wertschöpfungsketten, bevor sie den Verbraucher erreichen. Die Branche konkurriert weltweit, wobei Europa der wichtigste Markt für die energieverarbeitende Industrie in Norwegen ist.

Diese Unternehmen realisieren in Norwegen einen Großteil der Exporte. Die Verarbeitungsunternehmen werden auch als eine der Industrien gesehen, die dazu beitragen können, Norwegens zukünftige Exportlücke zu schließen, wenn die Einnahmen aus Öl und Gas sinken. Die Branche sei international gut aufgestellt und könne ihre starke Position als Basis für weiteres Wachstum nutzen, heißt es in einer Pressemitteilung der NHO.

„Die stromverarbeitende Industrie in Norwegen repräsentiert weltweit führende Industrieunternehmen, die auf erneuerbarer norwegischer Energie basieren. Wir vertreten wichtige Arbeitgeber im ganzen Land, sowohl national als auch lokal als Eckpfeiler in vielen Distrikten. Da erneuerbare Energie einer unserer wichtigsten Inputfaktoren ist, wird natürlich der vorhersehbare Zugang zu wettbewerbsfähigen Strompreisen in Norwegen ein Schlüsselthema für uns sein, und wir freuen uns darauf, einen Beitrag zur Debatte darüber zu leisten“, sagt Jeanette Iren Moen.

2020 waren die Strompreise in Norwegen noch sehr niedrig. Inzwischen haben sie Rekordhöhen erreicht. Die norwegische Direktion für Wasserressourcen und Energie (NVE) hat vorausgesagt, dass höhere Strompreise im Sommer und auch im nächsten Winter zu erwarten seien und hat den Netzbetreiber Statnett gebeten, die Notwendigkeit zukünftiger Maßnahmen im Falle einer sehr angespannten Stromsituation zu untersuchen. Die Füllstände der Wasser-Reservoirs befinden sich nahe dem historischen Minimum.

„Die Energieverarbeitungsindustrie produziert kritische Materialien und Produkte, mit denen wir uns im täglichen Leben umgeben und die eine Voraussetzung für den Aufbau und Erhalt der Gesellschaft sind – sowohl zu Hause in Norwegen als auch im Ausland in Europa und anderswo auf der Welt. In den letzten Jahrzehnten haben wir die CO2-Emissionen nahezu halbiert und gleichzeitig die Wertschöpfung um mehr als 50 Prozent gesteigert. Eine verstärkte, grüne Industrieinvestition kann den Exportwert verdoppeln und gleichzeitig die Emissionen bis 2030 halbieren, setzt aber wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für die stromverarbeitende Industrie in Norwegen voraus“, erklärt Vorstandsvorsitzender Helge Aasen.

Ein Bericht der belgischen Universität KU Leuven, der im Auftrag der europäischen Industrie erstellt wurde, bestätigte kürzlich die Warnungen der Internationalen Energieagentur (IEA) vor einer möglichen Verknappung von Metallen, die erforderlich sind, um den grünen Wandel in Europa erfolgreich zu meistern. Die Verknappung könnte kritisch werden, ohne dass dies bald eine verstärkte Eigenproduktion von Metallen in Europa und ein verstärktes Recycling ermöglicht, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Vorstand:
  • Helge Aasen, Elkem (styreleder)
  • Bjørn Kolbjørnsen, Eramet (nestleder)
  • Lars Røsæg, Yara
  • Sven Ombudstvedt, Norske Skog
  • Ole Løfsnæs, Alcoa
  • Susanne M. Nævermo-Sand, Celsa Armeringsstål
  • Rodney Ishak, Inovyn

Stellvertreter:

  • Thorbjørn Halland, Wacker Chemicals Holla
  • Nils Gjelsten, Glencore Nikkelverk
  • Per-Gunnar Leversen, Omya Hustadmarmor.

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