Equinor und Fluxys planen CO2-Export-Fernleitung zwischen Norwegen und Belgien

Noch in diesem Jahrzehnt könnte die 1.000-Kilometer lange Pipeline für flüssigens Kohlendioxid zwischen Belgien und Norwegen in Betrieb gehen.©Equinor

Oslo, 29. Juni. 2022. Der norwegische Energiekonzern Equinor und das belgische Unternehmen Fluxys wollen eine Export-Fernleitung für flüssigen Kohlenstoff zwischen Belgien und Norwegen bauen, um in Westeuropa abgeschiedenes CO2 zur dauerhaften Speicherung unter dem Meeresboden auf dem norwegischen Festlandsockel zu transportiert. Die Offshore-Trunkline wird in Zeebrugge an eine von Fluxys gebaute und betriebene CO2-Übertragungsinfrastruktur an Land angeschlossen. Das Projekt befindet sich in der Machbarkeitsphase. Fällt die Investitionsentscheidung, die bis 2025 erwartet wird, positiv aus, soll das Vorhaben noch in diesem Jahrzehnt in Betrieb gehen.

Mit diesem Projekt wollen Equinor und Fluxys dem nordwesteuropäischen Markt eine robuste und flexible Lösung für eine groß angelegte Dekarbonisierung bieten, teilt Equinor mit. Das frei zugängliche CO2-Übertragungssystem werde Emittenten in Belgien und den umliegenden Ländern die Möglichkeit geben, sich mit CO2-Speichern in Norwegen zu verbinden. So könnte verflüssigtes CO2, das von benachbarten Drehkreuzen geliefert wird, an die Anlage in Zeebrügge angeschlossen werden. Damit werde die geografische Reichweite des Projekts weiter erhöht. Ein Pipeline-Abzweig zum Hafen von Dünkirchen sei ebenfalls vorgesehen. Zusätzliche Verbindungen zu anderen nordwesteuropäischen Ländern werden gegenwärtig geplant und beurteilt .

Grete Tveit, Senior Vice President für kohlenstoffarme Lösungen bei Equinor, und Pascal De Buck, CEO von Fluxys.©Equinor

Die Offshore-Pipeline soll eine Transportkapazität von 20 bis 40 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr haben und damit den wachsenden Bedarf an CCS von mehreren europäischen Industrieunternehmen decken. Das gesamt Infrastrukturprojekt sei für große CO2-Mengen sowohl effizient als auch wirtschaftlich und ermögliche eine große Betriebsflexibilität. Fluxys und Equinor wollen nun interessierten Parteien wie großen emittierenden Industrien das Projekt vorstellen.

Die Pipeline könne auch Niederlassungen an anderen Orten haben, sodass CO₂ sowohl aus Deutschland, den Niederlanden als auch aus Frankreich bezogen werden kann. Equinor habe gerade mit der Untersuchung begonnen, sagt Grete Tveit, Senior Vice President für kohlenstoffarme Lösungen bei Equinor, gegenüber der norwegischen Zeitung n24.no.

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