Regierung greift in Konflikt um Streik und Aussperrung der Flugzeugtechniker in Norwegen ein

Die Ministerin für Arbeit und soziale Eingliederung, Marte Mjøs Persen, traf sich mit der Presse, nachdem sie NHO Luftfart und NFO im Zusammenhang mit dem Arbeitskampf zwischen den Parteien in ihr Büro bestellt hatte.©Javad Parsa / NTB

Oslo, 28. Juni 2022, aktualisiert am 1.7.2022. Norwegens Arbeitsministerin hat den Konflikt um die Arbeitsniederlegung der norwegischen Flugtechniker beziehungsweise deren Aussperrung beendet. Marte Mjøs Persen hat vorgeschlagen, eine Zwangslohnkommission einzurichten, um den Arbeitskonflikt zwischen der norwegischen Flugzeugtechniker-Organisation (NFO) und NHO Aviation zu lösen. Grund des Eingreifens der Regierung sind Folgen des Konfliktes auf den Rettungsdienst Air Ambulance Service HF. Gegenüber norwegischen Medien bestätigte Persen, dass die Flugtechniker ihre Arbeit sofort wieder aufnehmen haben. Trotzdem kommt es noch zu Stornierungen, das der normale Verkehr erst wieder in Gang kommen muss. Für das kommende Wochenende 2./3. Juli haben die Piloten der Fluggesellschaft SAS einen Streik angekündigt. Wie eine von VG eingerichtete Seite zu Streiks im Flugverkehr berichtet, könnten 344 Flüge auf den SAS-Strecken gestrichen werden, wenn es tatsächlich zum Streik kommt. 141 Flüge aus Norwegen wären betroffen.

„Ich bin absolut dagegen, dass die Verantwortung auf die Regierung verlagert wird, aber ich habe keine andere Wahl, als den Streik wegen der Gefahr für Leben und Gesundheit abzubrechen“, sagt Persen.

Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass infolge des anhaltenden Arbeitskampfes eine Gefahr für Leben und Gesundheit besteht. Der Rettungsdienst sei notwendig, um für Patienten, die einen Ferntransport benötigen, eine angemessene Versorgung zu gewährleisten. Am Dienstag waren auch die Ambulanzflugzeuge betroffen und mussten am Boden bleiben. Lediglich Ambulanzfahrzeuge und ein Ambulanzhubschrauber waren während der Arbeitsniederlegung im Einsatz.

Der Einsatz eines Ambulanzhubschraubers werde den Einsatz von Ambulanzflugzeugen auf langen Distanzen wie von Svalbard oder bei zeitkritischen Patienten nicht ersetzen können. Auch der Transport akut schwerkranker Patienten im Krankenwagen über Distanzen mit mehreren Stunden Transportzeit sei keine Lösung, die den Transport mit Ambulanzflugzeugen ersetzen könne, teilt die Regierung mit.

Die reduzierte Kapazität im Luftrettungsdienst werde auch die Rückkehr von Patienten aus den Universitätskliniken in die örtlichen Krankenhäuser verzögern. Dies könne zu einer Häufung von Patienten auf Intensivstationen führen.

Betroffen sind auch landesweite Funktionen am Universitätskrankenhaus Oslo HF, wie Transplantationen und Operationen an Neugeborenen mit Herzfehlern. Die Aufrechterhaltung dieser Funktionen setzt den Einsatz von Ambulanzflugzeugen voraus.

Die Gesundheitsbehörde wies darauf hin, dass es einige Zeit dauern werde, bis der Luftrettungsdienst nach einem Ende des Konflikts wieder zur normalen Bereitschaft zurückkehrt. 

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