Equinor und Partner wollen Offshore-Windpark vor der Küste Westnorwegens bauen

Ein neuer Windpark zur Versorgung der Erdölfelder vor Bergen soll auch Energie an Land liefern.©Equinor

Oslo, 17. Juni 2022. Der norwegische Energiekonzern Equinor und seine Partner Petoro, TotalEnergies, Shell und ConocoPhillips wollen einen schwimmenden Offshore-Windparks im Troll-Gebiet, etwa 65 Kilometer westlich von Bergen, in den Erdölfeldern Troll und Oseberg bauen. Eine entsprechende Studie ist in Arbeit. Mit einer installierten Leistung von etwa einem GW und einer Jahresproduktion von 4,3 TWh könnte der Offshore-Windpark Trollvind, der 2027 ans Netz gehen soll, einen Großteil des Stroms liefern, der für den Betrieb der Offshore-Felder Troll und Oseberg über einen Anschlusspunkt an Land benötigt wird. 

Die Gegend um Bergen, die bereits jetzt mehrere dieser Anlagen mit Strom versorgt, benötige mehr Einspeisung in ihr Stromnetz. Der Plan sieht vor, dass die Partnerschaft so viel Energie kauft, wie der Windpark produzieren kann, und zwar zu einem Preis, der das Projekt möglich macht.

Strom von Trollvind könnte einen soliden Beitrag zur Elektrifizierung von Öl- und Gasanlagen leisten, die Offshore-Windentwicklung in Norwegen beschleunigen und zusätzliche Energie in die Region Bergen liefern, erklärt Equinor.

„Ein vollwertiger schwimmender Offshore-Windpark wie Trollvind könnte die Dynamik bei der Verwirklichung des Bestrebens der norwegischen Behörden stärken, Norwegen als Offshore-Windnation zu positionieren und dabei auf das Fachwissen der Öl- und Gasindustrie aufzubauen“, sagt Anders Opedal, CEO von Equinor.

Im Jahr 2020 beschloss das norwegische Parlament (Stortinget), die Anforderungen an die Reduzierung der Emissionen aus dem norwegischen Festlandsockel bis 2030 von 40 auf 50 Prozent zu verschärfen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen große industrielle Emissionsquellen wie Öl-und Gas-Anlagen ihre Emissionen reduzieren. Die Elektrifizierung von Anlagen mit langer Restlebensdauer werde eine Schlüsselinitiative für den Erfolg dieser Transformation sein. „Diese Initiative bietet der Zulieferindustrie Vorhersehbarkeit und ein Offshore-Windportfolio, mit dem sie in den kommenden Jahren arbeiten kann“, fügt Opedal hinzu.

Trollvind könne realisiert werden, indem auf die gute Zusammenarbeit zwischen Regierungsbehörden und der Industrie durch den Offshore-Windpark Hywind Tampen aufgebaut wird, so Equinor. Erfahrungen könnten transferiert und Erkenntnisse genutzt werden, während gleichzeitig gute Koexistenzlösungen frühzeitig identifiziert und umgesetzt werden.

Durch die Übertragung von Offshore-Windenergie an Land könne dies die Möglichkeit eröffnen, einen größeren Windpark zu bauen als einen, der direkt an Offshore-Öl- und Gasanlagen angeschlossen ist. Die Vergrößerung von Windparks sei ein Schlüsselfaktor für die Industrialisierung von schwimmendem Offshore-Wind und die Reduzierung von Kosten. 

Die Partner evaluieren kommerzielle Vereinbarungen, bei denen die Trollvind- Entwicklung Strom an die Troll- und Oseberg-Anlagen und die Kollsnes-Anlage verkauft. Trollvind benötige keine andere Form der finanziellen Unterstützung. Schätzungen zufolge kann Trollvind Strom für weniger als 1 NOK/kWh liefern. Ein solches Abkommen würde einen besseren langfristigen Zugang zu Strom zu einem stabilen Preis in einem Gebiet gewährleisten, in dem die Stromsituation angespannt ist. 

Trollvind soll nun von den Partnern von Troll und Oseberg weiter entwickelt werden. Eine Investitionsentscheidung soll 2023 fallen.

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