Drei Stunden emissionsfrei und lautlos im Geirangerfjord unterwegs

Havila Castor ist das erste Passagierschiff, das lautlos und emissionsfrei in einen Weltkulturerbe-Fjord einfährt. ©Havila Kystruten

Bergen, 9. Juni 2022.  Im Jahr 2018 entschied das norwegische Parlament Storting, dass Kreuzfahrtschiffe und Fähren spätestens ab 2026 nur noch emissionsfrei in den norwegischen Fjorden des Weltnaturerbes unterwegs sein dürfen. Vier Jahre später, absolvierte das Schiff Havila Castor, das seit Mai auf der norwegischen Küstenroute unterwegs ist, die erste emissionsfreie Fahrt im Geirangerfjord. Möglich wurde das durch die Nutzung des größten Batteriepacks, das je auf einem Schiff dieser Größenordnung installiert wurde – geliefert von Corvus Energy Norway AS, der norwegischen Tochter des kanadischen Batterieherstellers Corvus Energy. Dies beweise, dass die Technologie auch für große Schiffe bereit ist, um längere Zeit im Null-Emissions-Modus zu fahren, erklärt Geir Bjørkeli, CEO von Corvus Energy.

Havila Castor ist eines von vier identischen Schiffen, die für Havila Kystruten gebaut wurden, um auf der Postschiffroute zwischen Bergen und Kirkenes zu verkehren. Corvus Energy hat für jedes dieser Schiffe ein komplettes 6,1-MWh-Orca-Batteriesystem geliefert.

„Die schönste Küste der Welt hat jetzt das umweltfreundlichste Küstenschiff der Welt“, sagt Bent Martini, CEO von Havila Kystruten. „Durch den kontinuierlichen Fokus auf die Umwelt und das beste Passagiererlebnis ist es uns gelungen, einen neuen Standard für die Kreuzfahrt- und Passagierindustrie zu setzen. Die erste Fahrt allein mit Batterie verlief außergewöhnlich gut und wir sehen, dass wir noch mehr erreichen können, indem wir alle Systeme an Bord testen und optimieren. Das Feedback unserer Kunden war phänomenal: In völliger Stille zu segeln und die Wasserfälle rauschen und Vögel zwitschern zu hören, während man in den Fjord mit steilen Bergen auf allen Seiten einfuhr, war für alle eine erstaunliche Erfahrung.“

Energieeffizienz spielte bei der Entwicklung des Schiffes eine entscheidende Rolle. Schiffsdesign, Ausrüstung und intelligente Steuerungssysteme wurden hauptsächlich von der HAV Group ASA und ihren Tochtergesellschaften geliefert: HAV Design hat das Schiffsdesign entwickelt, Norwegian Greentech das energie- und platzsparende Ballastwasser-Reinigungssystem geliefert, Norwegian Electric Systems war Systemintegrator und lieferte das hybride gaselektrische Antriebssystem einschließlich Batteriesystem, Generatoren mit kompletten Schalttafeln, Trafos, Frequenz-Umrichtern und Steuerungssysteme sowie das neue Raven INS™, dein vollständig integriertes Brückensystem mit intelligenten Funktionen wie Datenspeicherung und -analyse.

Das 6,1-MWh-Batteriepaket ist das größte an Bord eines Kreuzfahrtschiffes installierte Energiespeichersystem. Das Bild zeigt zwei der vier Arrays in jedem der beiden Batterieräume.©Corus Energy

Das Antriebssystem an Bord aller vier Schwesterschiffe ist ebenfalls für den Einbau von Technologie der nächsten Generation mit Wasserstoff und Brennstoffzellen von HAV Hydrogen vorbereitet.

Die gesamte Fahrt von der Stadt Ålesund und zurück dauerte neun Stunden, mehr als drei Stunden davon fuhr das Schiff nur mit Akku. Nach diesen drei Stunden im Akkubetrieb hatten die Batterie noch fast 40 Prozent ihrer Kapazität übrig, was bedeutet, dass auch vier Stunden emissionsfreie Fahrt möglich sind..

Die Energiespeichersysteme sowie alle anderen Umwelttechnologien auf dem Schiff reduzieren die CO2-Emissionen um rund 30 Prozent und die NOx-Emissionen um 90 Prozent. Mit der schrittweisen Beimischung von Biogas sollen die CO2-Emissionen im Jahr 2023 auf 50 Prozent und 2024 auf 80 Prozent reduziert werden.

Neben Havila Casto befährt auch das identisch Schwesterschiff Havila Capella die norwegische Küste von Bergen nach Kirkenes und zurück. Die letzten beiden Schiffe, Havila Polaris und Havila Pollux, werden bis Ende dieses Jahres an Havila Kystruten geliefert.

Ab 2026 dürfen Kreuzfahrtschiffe nur mit Batteriebetrieb in den Geirangerfjord und andere Fjorde des Weltnaturerbes in Norwegen einfahren.©Corvus Energy

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