Premierminister Støre präsentiert fünf Prinzipien bei der Entwicklung der norwegischen Offshore-Windindustrie

Premierminister Jonas Gahr Støre auf der Baustelle des ersten schwimmenden Windparks in Norwegen, Hywind Tampen ©Ole Jørgen Bratland / Equinor ASA

Oslo, 7. Juni 2022. Norwegen will zu einer der weltweit führenden Nationen im Bereich Offshore-Wind werden. Bei einem Besuch des Premierminister Jonas Gahr Støre, der Chefin des Gewerkschaftsbundes LO, Peggy Hessen Følsvik, und des Chefs des norwegischen Unternehmerverbandes NHO, Ole Erik Almlid, auf der Baustelle des Offshore-Windprojektes Hywind Tampen von Equinor, stellte Støre fünf Prinzipien vor, nach denen die Offshore-Windenergie in Norwegen entwickelt werden soll. Auf einer Reise in die Provinz Vestland besuchte er außerdem die Werft Havyard Leirvik, die bereits sechs Offshore-Windschiffe ausgeliefert hat und jetzt eine Fähre auf Elektrobetrieb umrüstet. An Bord des Fischereifahrzeugs Vestbris besprach er mit Vertreter der Fischereiindustrie die Zusammenarbeit der verschiedenen Branchen auf dem Meer.

Prinzipien der Regierung für die Entwicklung der Offshore-Industrie:

Norwegen soll zu einer der weltweit führenden Nationen im Bereich Offshore-Wind. Die Regierung will mit langfristigen Zielen und vorhersehbaren Rahmenbedingungen ihren Beitrag dazu leisten. Dazu gehören nach Aussagen der Regierung eine aktive Geschäftspolitik, die im Team mit der Industrie zusammenarbeitet, Maßnahmen zur Akquisition von Wissen und Kapital sowie schnelle Bearbeitungszeit. Norwegen habe besonders große Möglichkeiten, die Industrie innerhalb der Offshore-Windkraft zu entwickeln, die neue industrielle Möglichkeiten bieten kann.

Die Offshore-Windindustrie soll nach norwegischem Vorbild entwickelt werden. Die Regierung will eine Industrie entwickeln, die Sicherheit für und am Arbeitsplatz bietet, und auf geordnete Lohn- und Arbeitsbedingungen setzt. Norwegische Fachkräfte seien entscheidend für die Entwicklung einer neuen Industrie, und das Vertrauen und die Zusammenarbeit zwischen den Parteien im Arbeitsleben machen Norwegen zu einem der wettbewerbsfähigsten Offshore-Unternehmen der Welt, teilt die Regierung mit. Eine erfolgreiche industrielle Investition in Offshore-Windenergie in Norwegen werde sicherstellen, dass Technologie und Know-how, die rund um die Öl- und Gasindustrie, die Branche der erneuerbaren Energien und den maritimen Sektor aufgebaut wurden, weiterentwickelt werden können und die Grundlage für Wertschöpfung und Arbeitsplätze bilden.

Norwegen will eine Offshore-Windindustrie entwickeln, die zu mehr Arbeitsplätzen auf See und in der Zulieferindustrie beiträgt. Die Offshore-Windenergie soll durch regelmäßige Ankündigungen und Zuteilungen ausgebaut werden, um den norwegischen Werften und Lieferanten im Laufe der Zeit eine langfristige Perspektive und Aktivität zu bieten. Gemeinsam mit norwegischen Fachleuten und Unternehmen soll eine Wertschöpfungskette für Offshore-Wind entstehen, mit einer wettbewerbsfähigen Zulieferindustrie, die international Marktanteile auf dem Offshore-Windmarkt einnehmen kann. Die ersten Zuteilungen auf Utsira North und Southern North Sea II sollen eine wichtige Lernarena bieten.

Die Offshore-Windindustrie soll Strom liefern, der den Aufbau einer neuen grünen Industrie an Land ermöglicht. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, in Norwegen Flächen für die Offshore-Windenergie zur Verfügung zu stellen, die bis 2040 bis zu 30.000 MW liefern können. Das ist eine Größe, die fast so viel Strom entspricht, wie die norwegische Wasserkraft heute produziert. Offshore-Wind könne zusammen mit der bestehenden norwegischen erneuerbaren Produktion ein Katalysator für die Entwicklung anderer Industrien und anderer Energieerzeugung wie Wasserstoff und Batterien sein. Auch ein Ausbau von Strom aus Offshore-Wind erfolge in Zusammenarbeit mit der Öl- und Gasindustrie, die wie bereits heute Strom für ausgewählte Projekte benötigt.

Die Offshore-Windindustrie müsse nachhaltig sein und in Koexistenz mit anderen Offshore-Industrien aufgebaut werden. Norwegen habe eine lange Tradition, vom Meer zu leben und im Meer zu ernten. Eine ehrgeizige Investition in Offshore-Wind müsse in Zusammenarbeit mit bestehenden maritimen Industrien erfolgen. Beim Aufbau der Windenergie müsse gleichzeitig die Artenvielfalt geschützt werden. Gründliche Umweltuntersuchungen und ein umfassendes Management müssten die Grundlage für die weitere Arbeit bilden.

Der Offshore-Windpark Hywind Tampen

Der Offshore-Windpark Hywind Tampen ist Norwegens erster schwimmender Windpark. Vier der elf Windturbinen wurden jetzt installiert und ragen 190 Meter über den Fensfjord, bevor sie zur schwimmenden Offshore-Stromerzeugung in die Nordsee geschleppt werden. Hywind Tampen soll die Gullfaks- und Snorre-Felder in der Nordsee mit Strom versorgen.

Die Turmstruktur, das Turbinengehäuse und die Blätter der elf schwimmenden Windturbinen, aus denen Hywind Tampen besteht, werden derzeit auf der Wergeland-Basis in Gulen in der Region Vestland montiert. Dann werden die Anlagen 140 Kilometer weit zu den Feldern Snorre und Gullfaks geschleppt, wo der Offshore-Windpark die Anlagen mit Strom versorgen wird.

Die Unterkonstruktionen werden aus Beton gegossen und sind insgesamt 107,5 Meter hoch. Mit der oben installierten Turbine werden 90 Meter unter Wasser sein. Der Rotor hat einen Durchmesser von 167 Metern und die Blätter sind 81,5 Meter lang.

Der Windpark wird über eine Gesamtsystemleistung von 88 MW verfügen, die voraussichtlich etwa 35 Prozent des jährlichen Strombedarfs auf den fünf Plattformen Snorre A und B sowie Gullfaks A, B und C decken wird.

Die Projektkosten belaufen sich auf rund fünf Milliarden NOK. Equinor und seine Partner haben 2,3 Milliarden NOK an Enova-Unterstützung und 566 Millionen NOK aus dem NOx-Fonds erhalten. Diese Unterstützung habe dazu beigetragen, die Technologie weiterzuentwickeln, um die Kommerzialisierung schwimmender Offshore-Windenergie in großem Maßstab voranzutreiben, teilt Equinor mit.

„Hywind Tampen beweist, dass schwimmende Offshore-Windenergie Norwegen mit erneuerbarer Energie versorgen kann. Weniger als drei Jahre nachdem wir Pläne für die Entwicklung und den Betrieb eingereicht haben, können wir nun auf das Ergebnis einer guten Zusammenarbeit zwischen Behörden und Industrie verweisen, um schwimmende Offshore-Windenergie Wirklichkeit werden zu lassen“, sagt Pål Eitrheim, Executive Vice President für Erneuerbare Energien bei Equinor.

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