Ostseerat will Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen rasch verringern

Oslo, 25. Mai 2022. Norwegens Außenministerin Anniken Huitfeldt lud erstmals seit neun Jahren wieder Mitglieder des Ostseerates zu einem Treffen ein. Die Außenminister und Vertreter der nordischen Länder, des Baltikums sowie Deutschlands, Polens und der EU trafen sich in Kristiansand, um die Situation in der Ukraine und Klimafragen zu erörtern. Konkret standen die Folgen des Krieges in der Ukraine, die Zusammenarbeit mit der Ukraine als Beobachterland im Ostseerat, der Austritt Russlands aus dem Rat, die künftige regionale Kooperation, die Jugendzusammenarbeit und die Sicherheit für die Bewohner der Region auf der Tagesordnung. Außerdem wurde besprochen, wie das Tempo des Umbaus der Wirtschaft und der Gesellschaft hinsichtlich des Klimaschutzes erhöht werden kann. Der Ostseerat wurde vor 30 Jahren gegründet. Im Juli übernimmt Deutschland den Vorsitz des Ostseerates von Norwegen.

Deutschland will während seines Vorsitzes unter anderem die Kooperation der Ostseestaaten im Energiebereich, insbesondere bei der Offshore-Windenergie, vorantreiben. Außerdem sollen der Jugendaustausch gefördert und die Zusammenarbeit bei der Beseitigung alter Munition in der Ostsee intensiviert werden. „Ab 1. Juli übernimmt Deutschland den Vorsitz des Ostseerats und damit Verantwortung für einen Raum, der für viele Deutsche vor allem ein beliebtes Urlaubsziel ist. Dabei steckt in der Region auch ein enormes Potential für unsere Sicherheit und die Energiegewinnung der Zukunft. Wir wollen unseren Vorsitz nutzen, um die Zusammenarbeit bei der Gewinnung von Offshore-Windenergie mit großer Entschiedenheit voranzutreiben. Denn mit Strom aus Wind und anderen erneuerbaren Energieträgern machen wir uns nicht nur frei von russischen Energieimporten. Wir bekämpfen auch die globale Erderwärmung. Der Ausstieg aus fossilen Energien ist daher nicht nur eine klimapolitische Notwendigkeit, sondern auch ein sicherheitspolitisches Gebot“, erklärte Annalena Baerbock vor ihrer Abreise.

Während des Treffens einigten sich die elf Mitglieder des Ostseerates auf eine gemeinsame Erklärung, die so genannte Kristiansand-Erklärung, in der sie der Ukraine Unterstützung bei der Verteidigung der Unabhängigkeit und Freiheit zusichern. Um einen grünen Übergang der Weltwirtschaft zu gewährleisten, sollen die Bemühungen verstärkt werden. Unter anderem wollen die Länder ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und erneuerbare Energien verstärken und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen rasch verringern.

Lesen Sie hier die Erklärung von Kristiansand.

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