Innovation Norway verstärkt Präsenz in Brüssel

Handels- und Industrieminister Jan Christian Vestre durchschneidet das Band zur Eröffnung eines neuen Büros in Brüssel. Juliane Namvik/ Norwegische EU-Delegation bei der EU

Brüssel, 25. Mai 2022. Handels- und Industrieminister Jan Christian Vestre hat 12. Mai ein neues Büro von Innovation Norway in Brüssel eröffnet. Das Büro ist im Norway House angesiedelt ist – dem Hauptsitz für norwegische Interessen in Brüssel. Die norwegische Wirtschaftsförderagentur will damit näher an die Institutionen der EU rücken, um norwegischen Unternehmen bessere Chancen bei der Teilnahme an der grünen Umgestaltung in Europa zu verschaffen. Bei der Eröffnung waren Norwegens Botschafter bei der EU, Rolf Einar Fife, und Vertreter der Geschäftsführung von Innovation Norway anwesend.

In der Hurdal-Plattform, dem Programm der norwegischen Regierung, strebt die Regierung eine aktive und frühzeitige Beteiligung Norwegens an politischen Prozessen in der EU an, die für die Entwicklung der norwegischen Wirtschaft und Industrie wichtig sind – unter anderem durch den Aufbau einer strategischen Industriepartnerschaft mit der EU.

„Neue EU-Initiativen, die Chancen für norwegische Unternehmen bieten, gibt es ständig, und es erfordert eine proaktive Präsenz von Team Norway, damit sie nichts verpassen“, sagt Hans Eirik Melandsø, Büroleiter von Innovation Norway in Brüssel. Team Norway ist die Bezeichnung für die netzwerkbasierte Zusammenarbeit öffentlicher und privater Akteure zur Förderung der norwegischen Geschäftsinteressen auf internationaler Ebene.

„Die Zusammenarbeit im Team Norway in Brüssel ist bereits gut. Mit der zunehmenden Rolle, die die EU für die norwegische Wirtschaft und Industrie spielt, wird die Nähe, die wir jetzt zum Ministerium bekommen, unverzichtbar sein“, so Melandsø weiter.

Während seines Besuchs in Brüssel traf Wirtschaftsminister Vestre sowohl den Vizepräsidenten der Europäischen Kommission für interinstitutionelle Beziehungen und Verwaltung, Maroš Šefčovič, als auch den Kommissar für den Binnenmarkt, Thierry Breton. Thema der Gespräche war die Zusammenarbeit zwischen der EU und Norwegen beim grünen Umbau der Industrie. „Sowohl die Kommissare als auch ich stimmen darin überein, dass die EU und Norwegen einander brauchen, um unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen“, erklärte Vestre nach den Treffen.

Norwegen ist insbesondere an der Teilnahme der Initiative IPCEI (Important Projects of Common European Interest) interessiert, die Ländern in ausgewählten Bereichen die Möglichkeit gibt, Projekte zusätzlich zu den nach den Vorschriften für staatliche Beihilfen zulässigen Sätzen finanziell zu unterstützen. „IPCEI ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie die EU ihre neue Industriestrategie und damit ihre strategische Autonomie umsetzt“, sagt Hans Eirik Melandsø.

Von links:Rolf Einar Fife, Botschafter Norwegens bei der EU, Jan Christian Vestre, Minister für Handel und Industrie, Eva Camerer, Stabschefin von Innovation Norway, Hans Eirik Melandsø, Leiter des Büros von Innovation Norway in Brüssel, und Bo Mikael Linnander, Regionaldirektor für Europa von Innovation Norway.©Juliane Namvik/ Norwegische EU-Delegation bei der EU

Bisher wurden IPCEIs in den Bereichen Batterien, Mikroelektronik und Wasserstoff gestartet, das Äquivalent zu Gesundheits-, Solar- und Cloud-Daten ist in Vorbereitung. Norwegen beteiligt sich an IPCEI Wasserstoff und Mikroelektronik. Im Mai 2021 wurde Innovation Norway die nationale Koordinationsverantwortung für die IPCEI-Initiative übertragen.

„Die Prozesse bei IPCEI gehen in einem rasenden Tempo vor sich. In beiden Fällen mussten wir uns im Team Norwegen sehr schnell umstrukturieren. Interesse und Kompetenz der norwegischen Akteure mussten erfasst und auf dieser Grundlage eine Empfehlung erstellt werden. IPCEI ist ein Paradebeispiel dafür, wie schnell die Dinge in Brüssel von der politischen Priorisierung zur eigentlichen Politik gehen“, sagt Melandsø.

Innovation Norway ist seit 2016 in Brüssel präsent. Es unterhält gemeinsam mit dem Research Council of Norway und der Direktion für Hochschulbildung und Kompetenz (HkDir) das Knowledge Office, NorCore, das in der Nähe des Europäischen Parlaments angesiedelt ist. Mit dem Ausbau seiner Präsent in Brüssel werden Innovation Norwegen noch besser vom EU-Förderprogramm Horizon Europe profitieren können.

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