Norwegen kooperiert bei CO2-Abscheidung mit britischer Abfallwirtschaft

Corys Schlepper auf der Themse in London©Cory Group / Northern Lights

Oslo/London, 13. März 2022. CO2-Emissionen, die bei der Verbrennung von Müll der Einwohner Londons entstehen, werden künftig aufgefangen und in einem zu Langskip gehörendem Lager 2600 Meter unter dem Meeresboden der Nordsee gespeichert. Das britische Abfallunternehmen Cory und das norwegische Konsortium Northern Lights haben heute ein Memorandum of Understanding (MoU) zur Zusammenarbeit bei der Realisierung eines großen Projekts zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) zwischen Großbritannien und Norwegen unterzeichnet. Das britische Entsorgungsunternehmen Cory will jährlich 1,5 Millionen Tonnen CO2 abspalten und unterirdisch in Norwegen verpressen. Dies ist die größte Vereinbarung, die der Transport- und Lagerbereich von Langskip, Northern Lights, abgeschlossen hat.

Die Vereinbarung wurde auf einer Roundtable-Konferenz zur grünen Transformation in London bekannt gegeben, an der unter anderem Premierminister Jonas Gahr Støre und der britische Minister für Industrie, Energie und Industriestrategie, Kwasi Kwarteng, teilnahmen. Neben der Stärkung des Freihandelsabkommens zwischen Großbritannien und Norwegen könnte die Partnerschaft dazu beitragen, eine Blaupause für den internationalen Kohlenstofftransport und die Speicherung sowie die Entwicklung eines globalen Kohlenstoffstoffmarktes zu erstellen, schreiben Cory und Northern Lights in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

„Die CO2-Abscheidung ist der einzig realistische Weg, um die CO2-Emissionen von Industrien wie der Zementherstellung und der Abfallwirtschaft zu reduzieren. Die Abfallwirtschaft ist derzeit für etwa fünf Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich. Die energetische Verwertung von Restmüll mit CO2-Abscheidung ist Teil der Lösung“, sagt Ministerpräsident Jonas Gahr Støre.

Langskip ist Norwegens umfassendes CO2-Management-Projekt. In Norwegen wird CO2 aus der Zementfabrik von Norcem in Telemark und der Müllverbrennungsanlage von Oslo Fortum Varme in Oslo abgeschieden. In dieser Woche hatte die Regierung die Finanzierung des Projektes für Müllverbrennungsanlage von Oslo im Nachtragshaushalt sichergestellt.

Müllentsorgungsanlage für Cory und Northern Lights an der Themse©Cory Group / Northern Lights

Im Jahr 2021 kündigte Cory Pläne zur Entwicklung eines großen Projektes an, das die CCS-Technologie auf den größten Energy-to Wast-Betrieb in Großbritannien anwenden könnte. Es soll das weltweit größte Dekarbonisierungsprojekt im Bereich Energie zu Abfall an einem einzelnen Standort werden. Bis 2030 könnten dadurch jährlich 1,5 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Das Vorhaben zielt darauf ab, Technologie zu installieren, um mehr als 90 Prozent der Emissionen aus der bestehenden Energie-zu-Abfall-Anlage von Cory und der neuen, angrenzenden Anlage, die voraussichtlich bis 2026 in Betrieb gehen wird, aufzufangen. Der Transport von verflüssigtem CO2 zum Unterwasserspeicherplatz soll auf dem Seeweg erfolgen. Es unterstreiche die strategische Bedeutung der Themse als bestehende, natürliche Infrastruktur, reduziert den Bedarf an komplexer Infrastruktur für den Transport von CO2 und bieteet Flexibilität und Vertrauen, da Cory Zugang zu operativen Unterwasserspeicherorten haben werde, teilen die Unternehmen mit.

Die Anfangskapazität von Northern Lights beträgt 1,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Abhängig von der Marktnachfrage kann die Kapazität in späteren Entwicklungsstadien auf über fünf Millionen oder mehr erhöht werden. Als erster Speicheranbieter, der das Konzept der groß angelegten CO2-Verschiffung eingeführt hat, mache Northern Lights CCS zu einer Option für alle Emittenten mit Zugang zu einer Anlegestelle. Die Open-Access-Schiffslösung biete Emittenten ohne direkten Zugang zum Speicher Flexibilität.

„Diese Partnerschaft ist sowohl aus nationaler als auch aus internationaler Sicht von Bedeutung. Durch diese Zusammenarbeit mit Northern Lights wird Cory seine strategisch vorteilhafte Position an der Themse nutzen, um die Möglichkeit eines grenzüberschreitenden Transports von CO2 auf See zu erkunden. Dieses Abkommen ist von dreifacher Bedeutung: Es könnte ein Schritt nach vorn für CCS im Vereinigten Königreich sein, ein wesentlicher Bestandteil der Weiterentwicklung der Netto-Null-Ambitionen des Landes; es könnte helfen, unsere Handelsbeziehungen mit Norwegen, einem der wichtigsten Energiepartner Großbritanniens, zu festigen; und es könnte eine erste Vorlage für einen internationalen Kohlenstoffmarkt schaffen“, sagte Dougie Sutherland, Chief Executive von Cory.

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