Straßenverwaltung in Norwegen erteilt 20 Straßen- und Tunnelprojekten Prioritätsstatus

Statens vegvesen empfiehlt, dem Bau der E6 Megården – Mørsvikbotn in Sørfold in Nordland Vorrang einzuräumen. So sehen einige Pläne für die neue 45 Kilometer lange Straße aus. Sie wird elf Tunnel ersetzen, die die EU-Anforderungen nicht erfüllen.©Statens vegvesen

Oslo, 10. Mai 2022. Die norwegische öffentliche Straßenverwaltung Statens vegvesen hat im Auftrag des Ministerium für Verkehr und Kommunikation 20 Straßen- und Tunnelprojekte ausgewählt, deren Fertigstellung in den nächsten sechs Jahre Priorität erhalten sollen. Einen entsprechenden Vorschlag hat die Behörde jetzt an das Ministerium übermittelt. Ganz oben auf der diesjährigen Prioritätenliste stehen vier Projekte, die als vollständig startreif gelten:

  • E134 Oslofjord-Verbindung (Viken), 5,83 Milliarden NOK
  • E134 Røldal – Seljestad (Vestland), 3,34 Milliarden NOK
  • E6 Megården – Mørsvikbotn (Nordland), 10,27 Milliarden NOK
  • E16 Hylland – Slæen (Vestland), 1,64 Milliarden NOK

Diese Projekte seien zur politischen Prüfung bereit, sagt Straßendirektorin Ingrid Dahl Hovland.

Die Projekte wurden nach Planungsstand, sozioökonomischem Nutzen und Wirkung bewertet. Ein wichtiges Kriterium der Auswahl waren die Tunnelsicherheitsverordnung und nationale Notfallvorsorgeüberlegungen. Dementsprechend steht der Ausbau der Unterführung unter dem Oslofjord ganz oben auf der Prioritätenlisten. Immer wieder kommt es im Oslofjordtunnel zwischen Lier und der Gemeinde Frogn zu Zwischenfällen, so dass er gesperrt werden muss, denn es gibt derzeit nur einen Fluchtweg nach draußen. Im Störfall muss der Tunnel daher in beiden Richtungen für den Verkehr gesperrt werden.

Bereits 2007 trat eine neue Tunnelverordnung in Kraft, die vorschreibt, dass Tunnel, die länger als 500 Meter sind, alle 250 Meter Fluchtwege ins Freie haben müssen.

Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und die Verkehrsentwicklung auf der Strecke sind der Grund, warum jetzt parallel zum bestehenden Tunnel einen neuer Tunnel gebaut werden soll, von dem es eine Querverbindungen zum alten Tunnel geben wird. So können bei Problemen die Fluchtwege im neuen Tunnel genutzt werden. Der Oslofjordtunnel muss dann seltener gesperrt werden.

Die Kosten der Fertigstellung der vorgeschlagenen 20 Projekte werden auf etwa 150 Milliarden NOK geschätzt.

Statens vegvesen betont in einer Pressemitteilung, dass 90 Prozent der Transporte und 97 Prozent des Warenwerts in Norwegen auf der Straße transportiert werden. Das Straßennetz stelle große Werte für die Gesellschaft dar und sei eine wichtige Voraussetzung für die Steigerung der Produktivität im Land. Der Standard der Straßen sei unterschiedlich, und an mehreren Stellen gebe es Herausforderungen bei der Zugänglichkeit und Verkehrssicherheit.

Finden Sie hier mehr Informationen zu den einzelnen Vorhaben©Statens vegvesen

„Wir verbessern, wo wir können, aber manchmal ist es notwendig, etwas Neues zu bauen. Deshalb haben wir viele große und kleine Projekte im ganzen Land, die zu einer höheren Wertschöpfung für die Wirtschaft und einem einfacheren Alltag für die Menschen beitragen können“, so Hovland.

In Übereinstimmung mit den Portfolioprioritäten wird die norwegische öffentliche Straßenverwaltung einmal im Jahr nationale Straßenprojekte mit einem Wert von über einer Milliarde NOK bewerten, bevor sie zur politischen Prüfung eingereicht werden. „In einem Priorisierungsplan kann es Projekte geben, die den Platz wechseln, wenn der Nutzwert steigt und die Kosten sinken.“, sagt die Straßendirektorin.

Es gebe Anzeichen dafür, dass die Budgets für den Straßenbau nicht wie bisher angenommen steigen werden. Wann ein Straßenprojekt starten kann, entscheidet die Politik. Daher sei es für die norwegische öffentliche Straßenverwaltung wichtig, die Vorhaben gut vorzubereiten, um ein möglichst gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu erzielen. Gleichzeitig habe der Krieg in Europa in den letzten Jahren eine Entwicklung mit teureren Rohstoffen verstärkt. Davon sei die Baubranche betroffen.

Zusätzlich zu den jetzt priorisierten Projekten hat die norwegische öffentliche Straßenverwaltung auch eine Liste mit Straßenprojekten zwischen 200 Millionen und einer Milliarde NOK zusammengestellt. Sie hat das gesamte Projektportfolio von großen und kleinen Projekten in Verbindung über große Entfernungen bewertet. In Summe wirkt sich dies positiv auf die Passierbarkeit und Verkehrssicherheit aus.

Gleichzeitig räumt die norwegische öffentliche Straßenverwaltung der bestmöglichen Pflege der Nationalstraßen durch mehrere kleinere Sanierungsmaßnahmen weiterhin hohe Priorität ein.

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