Wintershall Dea will in Norwegen kräftig wachsen

Pressekonferenz der Wintershall DEA, v.l.:  Michael Sasse, Senior Vice President Corporate Communications, CEO Mario Mehren und CFO Paul Smith©BPN/Screenshot

Kassel, 28. April 2022. Der Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea will die Öl- und Gasproduktion in Norwegen kräftig ausbauen. Nachdem das Unternehmen nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine neue Investitionen in Russland ausgeschlossen hat, werde nun „jeder Stein umgedreht, um bestehende Projekte auszubauen und neue zu identifizieren“, erklärte Paul Smith, CFO von Wintershall Dea auf der Pressekonferenz zur Vorstellung der Quartalsergebnisse und des Jahresberichtes 2021. Norwegen nimmt bezüglich der Wachstumspläne des Unternehmens einen besonderen Platz ein.  

Seit dem Merger zwischen Wintershall und Dea im Jahr 2019 hat das Unternehmen einen großen Teil des Cashflows in die Entwicklung seiner Projekte in Norwegen investiert. 2,8 Milliarden Euro, 75 Prozent des CAPEX und EXPEX, flossen in den vergangenen drei Jahren nach Norwegen. Gegenwärtig ist das Unternehmen an drei großen Projekten beteiligt: Nova, Njord und Dvalin. Ende dieses Jahres soll die Produktion in allen drei Feldern starten. Dies sei der erste Schritt zur Umsetzung der Wachstumspläne in Norwegen, sagte Smith. Ebenfalls bis Ende dieses Jahres will Wintershall Dea bei den norwegischen Behörden die Entwicklungs- und Betriebspläne für Dvalin Nord, eine Erweiterung des Dvalin-Feldes, und für die Revitalisierung des Feldes Maria einreichen. Drittens startet das Unternehmen ein anspruchsvolles Explorations-Programm in der Nähe bestehender Infrastruktur. Wie Smith mitteilt, sind acht Erkundungsbohrungen geplant, um das Business in Norwegen auszubauen. “Wir sind heute einer der größten Produzenten in Norwegen und beabsichtigen, ein sehr bedeutender Player in Norwegen zu werden”, erklärt der CFO. 

Zur Erreichung der Klimaziele des Unternehmens will Wintershall Dea auch sein Engagement im Bereich Abspaltung und Speicherung von CO2 und im Bereich Wasserstoffproduktion in Norwegen ausbauen.  CEO Mario Mehren kündigte an, dass Wintershall Dea nun „auf ein Carbon Management- und Wasserstoff-Geschäft hinarbeitet, das bis zum Jahr 2040 bis zu 20 bis 30 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen kann“.

In Norwegen will das Wintershall Dea an CCS-Projekten teilnehmen und ein aktives CCS-Business aufbauen. Gegenwärtig ist Wintershall Dea an dem CCS-Projekt Greensand in der dänischen Nordsee beteiligt.

Bezüglich der Senkung der Emissionen, die bei der Öl- und Gasproduktion entstehen, gibt es in Norwegen klare Vorgaben. So sind die ersten Plattformen auf dem norwegischen Festlandsockel bereits elektrifiziert oder stellen die Stromproduktion auf die Zulieferung von sauberem Landstrom um. Die von Wintershall Dea betriebenen Felder oder die Felder, an denen das Unternehmen beteiligt ist, seien an diesem Prozess der Energieumstellung beteiligt, erklärte Smith. Auch gehöre das Unternehmen zu den Produzenten, deren Infrastruktur nach Fertigstellung des Windparks Tampen mit sauberer Energie versorgt werden. Dies gelte speziell für das Brage-Feld.

Wintershall Dea hat wenige Tage nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine die Nord Stream 2-Finanzierung abgeschrieben, die Zahlungen nach Russland eingestellt und mitgeteilt, dass es keine neuen Projekten in Russland oder mit russischen Partnern außerhalb Russlands geben werde. Im ersten Quartal 2022 hat das Unternehmen daher eine Wertberichtigung in Höhe von 1,5 Milliarden Euro auf ihre russlandbezogenen Vermögenswerte vorgenommen, was zu einem Nettoverlust von eine Milliarde Euro im Quartal führte.

Die zugrundeliegende finanzielle Performance des Unternehmens bleibe jedoch robust und führe – getrieben durch das externe Umfeld und die starke Produktion – zu einem hohen Cashflow, erklärte Mario Mehren. Zudem sei der Verschuldungsgrad des Unternehmens so niedrig wie nie zuvor.

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