Equinor erhält Lizenz zum Bau von CO2-Speichern in der Nordsee und in der Barentssee

Ausgewiesene Gebiete für die CO2-Speicherung in der Nordsee und in der Barentssee.©Equinor

Oslo, 5. April 2022. Der norwegische Energiekonzern Equinor hat die Betriebsführerschaft für die Entwicklung der CO2-Speicher Smeaheia in der Nordsee und Polaris in der Barentssee erhalten. Die Vergabe der beiden Lizenzen soll dazu beitragen, den norwegischen Festlandsockels zu einer führenden Region für die CO2-Speicherung in Europa zu entwickeln.

Die CO2-Transport- und Speicherinfrastruktur (CCS) sei entscheidend für die Bereitstellung von CO2-Lösungen auf kommerzieller Basis für Industriekunden wie die Stahl-, Zement- und andere Schwerindustrien, erklärt Equinor. Dies werde auch dazu beitragen, bestehende Arbeitsplätze in diesen Branchen zu schützen und gleichzeitig neue Arbeitsplätze bei der Entwicklung neuer Wertschöpfungsketten im norwegischen Schelf zu schaffen.

„Wir bauen nun auf mehr als 25 Jahre Erfahrung in der CO2-Abscheidung und -Speicherung auf dem norwegischen Festlandsockel auf und betrachten den Erhalt der Lizenzen als einen wichtigen Meilenstein in der Arbeit, den norwegischen Festlandsockel zu einer führenden Region in Europa für die CO2-Speicherung zu machen Wir sehen, dass die Nachfrage nach CO2-Speicherung in mehreren Ländern steigt, und wir wollen schnell mit der Entwicklung neuer CO2-Speicher beginnen, um industrielle Lösungen anbieten zu können, die zur Dekarbonisierung in Europa beitragen können“, sagt Irene Rummelhoff, Geschäftsführerin Vizepräsident für Marketing, Midstream und Verarbeitung (MMP).

In seinem Antrag hat Equinor Pläne vorgelegt, die CO2-Speicherkapazität in Smeaheia auf 20 Millionen Tonnen jährlich auszubauen, was einen starken Anstieg der Kapazität zur Speicherung von Kohlendioxid auf kommerzieller Basis auf dem norwegischen Festlandsockel mit sich bringt. Northern Lights, die CO2-Speicheranlage im Longship-Projekt, verfügt in Phase 1 über eine geplante Injektionskapazität von 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr, die ab 2024 verfügbar ist. Die Pläne sehen einen Ausbau der d Kapazität auf 5 bis 6 Millionen Tonnen pro Jahr ab etwa 2026 vor.

Durch diese beiden Projekte möchte Equinor zur CO2-Reduktion beitragen, die der Hälfte der jährlichen Emissionen Norwegens entspricht. Equinor hat Ambitionen, in den kommenden Jahren weitere Speicherlizenzen in der Nordsee zu entwickeln, mit dem Ziel, eine gemeinsame, Pipeline-basierte Infrastruktur aufzubauen, die zu erheblichen Kostensenkungen für die CCS-Wertschöpfungsketten beitragen kann.

„Wir freuen uns, dass die norwegischen Behörden Speicherflächen für die kommerzielle Industrie zur Verfügung gestellt haben. Eine rasche Ausweitung der CO2-Speicherung in Smeaheia ist unerlässlich, um das Interesse und den Bedarf an dieser Art von Dienstleistungen zu befriedigen und den Speicherbedarf kohlenstoffarm in Norwegen zu gewährleisten“, so Rummelhoff weiter.

Die sichere Abscheidung und Speicherung von CO2 sei auch eine Voraussetzung für die Entwicklung von blauem Wasserstoff und Ammoniak aus natürlichen Quellen. Durch den Einsatz von CCS könnten auch die Emissionen von Gaskraftwerken deutlich reduziert werden.

In der Barentssee, rund einhundert Kilometer vor der Küste der Finnmark, liegt der CO2-Speicher Polaris. Der Speicher ist ein wichtiger Bestandteil des Barents Blue-Projekts, das Equinor in Zusammenarbeit mit Vår Energi und Horisont Energi entwickelt. Das Projekt baut eine Ammoniak-Produktionsanlage in Markoppneset in Hammerfest, die Erdgas aus der Barentssee durch Kohlenstoffabscheidung und -speicherung in sauberes, blaues Ammoniak umwandeln wird. Die erste Ausbaustufe umfasst die Abscheidung, den Transport und die Speicherung von jährlich zwei Millionen Tonnen CO2 .

Im Oktober 2021 startete Equinor den norwegischen Energieknotenpunkt mit dem Ziel, Norwegen als Energienation zu erhalten und weiterzuentwickeln, indem neue Wertschöpfungsketten, Lösungen und Arbeitsplätze in Norwegen geschaffen werden. Das norwegische Energiezentrum besteht aus vier Bausteinen: Dekarbonisierung von Öl und Gas, Industrialisierung von Offshore-Windenergie, Kommerzialisierung von CCS und großtechnische Wasserstoffproduktion. Equinor hat das Ziel, Wertschöpfungsketten für den Transport und die Speicherung von CO2 mit einer jährlichen Kapazität von 15 bis 30 Millionen Tonnen CO2 bis 2035 zu entwickeln. Die Zusammenarbeit zwischen Industrie, Regierung und Organisationen sei entscheidend für den Erfolg, teilt Equinor mit.

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