Norwegen hebt Leitzins auf 0,75 Prozent an

Gouverneurin der norwegischen Zentralbank Ida Wolden Bache©Norges Bank/Screenshot

Oslo, 24. März 2022. Norwegens Zentralbank Norges Bank hat den Leitzins von 0,5 Prozent auf 0,75 Prozent angehoben. Gouverneurin Ida Wolden Bache kündigte eine weitere Anhebung für den kommenden Juni an. Bis Ende 2023 könnte der Leitzinses auf rund 2,5 Prozent steigen.

Die Aktivität in der norwegischen Wirtschaft hätten weiter zugenommen, nachdem die Eindämmungsmaßnahmen im Winter aufgehoben wurden. Die Beschäftigung habe sich positiv entwickelt, und die Kapazitätsauslastung scheine über dem normalen Niveau zu liegen, teilt Norges Bank mit. Der Krieg in der Ukraine habe zu einer erhöhten Unsicherheit über die wirtschaftlichen Aussichten geführt, aber es ggebe immer noch Aussichten auf einen weiteren Aufschwung der norwegischen Wirtschaft. Die Preis- und Lohninflation sei höher gewesen als prognostiziert, und die Lohnerwartungen seien gestiegen. Steigendes Lohnwachstum und die Inflation importierter Waren dürften die zugrunde liegende Inflation in die Höhe treiben.

Die Geldpolitik sei expansiv. Nach Einschätzung des Ausschusses spreche das Ziel, die Inflation um das etwas weiter entfernte Ziel herum zu stabilisieren, für einen höheren Leitzins. Höhere Zinssätze würden den Druck auf die norwegische Wirtschaft verringern, aber die Beschäftigung werde wahrscheinlich hoch bleiben. Unsicherheiten in Bezug auf die Wirtschaftsaussichten und die Reaktion der privaten Haushalte auf höhere Zinsen rechtfertigten eine allmähliche Erhöhung des Leitzinses.

Bei seiner Erörterung des Risikoausgleichs sei der Ausschuss besorgt über die Aussicht gewesen, dass der Krieg in der Ukraine angesichts steigender Inflation zu einem schwächer als erwarteten globalen Wachstum führen könnte. Der Ausschuss sehe auch das Risiko einer beschleunigten Preis- und Lohninflation als Folge von Kapazitätsengpässen in der Wirtschaft und anhaltendem globalen Preisdruck. Bestehe die Aussicht auf anhaltend hohe Inflation, könne der Leitzins schneller angehoben werden. 

Die Leitzinsprognose ist höher als im Dezember-Gutachten und deutet auf einen Anstieg des Leitzinses auf rund 2,5 Prozent bis Ende 2023 hin.

Die Anforderung für den antizyklischen Kapitalpuffer werden mit Wirkung zum 31. März 2023 auf 2,5 Prozent erhöht.

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