Umweltfreundlichste Möbelfabrik der Welt in Norwegen übergeben

Die neue Möbelfabrik der Vestre AS in Magnor ist voll automatisiert, soll die höchsten Standards für Arbeitsbedingungen bieten und Besucher aus nah und fern in die Region um Magnor einladen.©Vestre

Magnor, 22. März 2022. Der norwegische Möbelhersteller Vestre AS nahm in Magnor „die umweltfreundlichste Möbelfabrik der Welt“ in Empfang, wie das Unternehmen mitteilt. CEO Stefan Tjust unterzeichnete gemeinsam mit Vestres Teilhaberin Elisabeth Preus Vestre am 17. März 2022 das Protokoll zur Übernahme der Fabrik The Plus. Die Fabrik wird am 3. Juni offiziell eröffnet.

Mitinhaberin Elisabeth Preus Vestre und CEO Stefan Tjust unterzeichnen das Übernahmeprotokoll. 
Rechts: Jan Myrlund, Projektmanager bei Fokus Rådgivning.©Vestre

„Dies ist ein großer Tag in der 75-jährigen Geschichte von Vestre. Inmitten einer Pandemie haben wir in nur 18 Monaten eine innovative Möbelfabrik aufgebaut. Es war anspruchsvoll, aber wir haben es gemeinsam geschafft“, sagt Stefan Tjust, CEO von Vestre.

Das Projekt wurde von Fokus Rådgivning AS in enger Zusammenarbeit mit der Vestre AS und den Architekten der Bjarke Ingels Group (BIG) realisiert. Das Gebäude sei ein Beispiel für eine seltene Kombination aus Weltklasse-Architektur, nachhaltigen Lösungen und völlig neuer Industrietechnologie, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Selten wurden die Grundrisse und Visionen des Architekten in diesem Ausmaß verwirklicht. Das liegt an sehr kompetenten Partnern, aber auch an einem sehr qualitätsbewussten Kunden, der den Überblick hatte und aktiv an der Lösung von Herausforderungen zusammen mit Auftragnehmern, Lieferanten und Beratern im Projekt gearbeitet hat“, sagt Jan Myrlund, Projektmanager bei Fokus Rådgivning.

The Plus wurde vom dänischen Architekturbüro BIG entworfen, das unter anderem die Google-Zentrale und The Twist at Kistefos entworfen hat. 2013 eröffnete Vestre eine neue Fabrik in Torsby, Schweden, die von Snøhetta entworfen wurde. Aufgrund des starken Wachstums beschloss Vestre, die Produktionskapazität durch den Bau einer zweiten Fabrik zu erweitern – diesmal in Norwegen.

Vestre will beweisen, dass es möglich ist, in einem Hochkostenland wie Norwegen in eine rentable und umweltfreundliche Produktion zu investieren. Es sei durchaus möglich, in Skandinavien eine grüne und profitable Industrie auf dem Festland aufzubauen und nachhaltige Produkte in die ganze Welt zu liefern, so Tjust.

Für die neue Fabrik wurden jetzt 25 Mitarbeiter aus Norwegen und Schweden eingestellt. Die Region hat einen gemeinsamen Arbeitsmarkt und das Unternehmen kündigt an, dass in den kommenden Jahren weitere lokale Mitarbeiter eingestellt werden. Vestre will den Standard für ein gute Arbeitsbedingungen setzen und hat deshalb The Plus nach dem Osloer Modell implementiert. Dieses Modell wird von den Parteien im Beschäftigungsbereich getragen und fordert unter anderem mindestens zehn Prozent Auszubildende und 50 Prozent Facharbeiter auf der Baustelle, unbefristete Beschäftigungsbedingungen, Mindestlöhne und gute Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter und Entlohnung zwischen den Einsätzen. Darüber hinaus ist es das Ziel von Vestre, dass alle Mitarbeiter gewerkschaftlich organisiert sind. „Um dazu beizutragen, sind wir bereit, die Gewerkschaftsbeiträge für unsere Mitarbeiter zu zahlen“, sagt Tjust.

Zur Eröffnung im Juli ist eine große Feier mit verschiedenen Aktionen geplant, auch im Außenbereich der Fabrik, der speziell für Kinder und Familien gestaltet wurde. Das Areal um die Fabrik soll ein attraktiver Park für Einheimische und Besucher werden. Geplant ist auch Wandergebiet mit verschiedenen Aktivitäten entlang eines Wegenetzes, mit Kunstinstallationen, einem Hans-Børli-Gedichtpfad und einem Gedichtsalon auf einer Waldlichtung. Außerdem soll hier Norwegens höchste Rutsche vom Fabrikdach mit einer Fallhöhe von 14,7 Metern und eine Kunstbrücke über die Vrangselva Besucher einladen.

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