179 neue Maßnahmen sollen norwegische Straßen sicherer machen

An etwa 20 Prozent der schweren Verkehrsunfälle sind in Norwegen Motorräder beteiligt.©Knut Opeide, Statens vegvesen

Oslo, 14. März 2022. Norwegen hat klare Ziele bezüglich der Verkehrssicherheit. Im Jahr 2030 dürfe es im Straßenverkehr nur noch 350 Getöteten und Schwerverletzten geben, davon maximal 50 Getöteten, heißt es im Nationalen Verkehrsplan. Die öffentliche Straßenverwaltung Statens vegvesen hat in ihrem neuen nationalen Aktionsplan für die Straßenverkehrssicherheit 2022-2025, der Verkehrsminister Jon-Ivar Nygård übergeben wurde, 179 Maßnahmen festgelegt, wie die Verkehrssicherheit erhöht werden kann. An der Ausarbeitung waren die Polizei, die norwegischen Gesundheitsdirektion, die norwegischen Bildungsdirektion, Trygg Trafikk, die Kreisgemeinden und acht Metropolgemeinden beteiligt. Über 20 Organisationen haben Statens vegvesen zugearbeitet.

Norwegen sei das sicherste Land der Welt, aber es könne sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, teilt das Verkehrsministerium mit. Die Regierung werde ihre Anstrengungen zur Verwirklichung der Vision von null Verkehrstoten und Schwerverletzten intensivieren.

Straßendirektorin Ingrid Dahl Hovland übergab den Bericht an Verkehrsminister Nygård.©SD

Der Plan weist 15 Schwerpunkte aus, denen besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Unter anderem gilt es, in den nächsten Jahren daran zu arbeiten, die Unfallzahlen unter anderem in Bezug auf Geschwindigkeit, Trunkenheit, junge und ältere Verkehrsteilnehmer sowie Motorräder zu senken, teilt das Verkehrsministerium mit.

„Wir sehen in den Unfallzahlen, dass wir uns besonders auf junge Menschen zwischen 16 und 19 Jahren konzentrieren müssen. Die positive Entwicklung der Unfallzahlen, die wir vor einigen Jahren hatten, ist gestoppt. Es ist eine Altersgruppe mit einem hohen Unfallrisiko im Vergleich zu anderen Altersgruppen, und es ist besorgniserregend, dass die Zahl der Getöteten und Schwerverletzten in dieser Altersgruppe nicht abnimmt“, sagt Nygård.

Motorradfahrer sind in der Statistik der Unfälle mit Todesfolge oder Schwerverletzten laut Statens vegvesen überrepräsentiert. Bis zu 20 Prozent der schweren Unfälle ereignen sich auf Motorrädern, und die meisten Unfälle passieren im Bereich von Kreuzungen und Abbiegungen. Die Nord University arbeitet mit Trygg Trafikk und SINTEF an einem Augensteuerungsgerät, das mehr Wissen über die Aufmerksamkeit von Motorradfahrern liefern soll. Die Ergebnisse daraus soll ein besseres Fahrtraining für Motorradfahrer ermöglichen. Darüber hinaus leitet Statens vegvesen ein neues nationales Forum für Motorradsicherheit.

Ein weiterer Schwerpunkt des Aktiensplans liegt bei den jüngsten Verkehrsteilnehmern. „Sichere Schulwege und Verkehrserziehung für Kinder und Jugendliche sind wichtige Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit für die jüngeren Altersgruppen. Es ist auch wichtig, dass Eltern sich bewusst werden, wie sie ihre Kinder im Straßenverkehr sichern können, sowohl im Auto als auch als Fußgänger und mit dem Fahrrad“, sagt Direktor Jan Johansen von Trygg Trafikk

Straßendirektorin Ingrid Dahl Hovland von der norwegischen öffentlichen Straßenverwaltung stellt fest, dass die systematische Arbeit über einen langen Zeitraum dazu geführt hat, dass Norwegen in Bezug auf die Verkehrssicherheit das beste Land der Welt ist, mit der geringsten Anzahl an Toten im Verhältnis zur Einwohnerzahl.

Der Aktionsplan geht davon aus, dass das wichtigste Instrument zur weiteren Erhöhung der Verkehrssicherheit die gute Zusammenarbeit zwischen allen öffentlichen und privaten Akteuren der Straßenverkehrssicherheitsarbeit ist

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