237 Fische sterben pro Minute in der norwegischen Fischzucht

Lachsläuse sind die hauptsächliche Ursache für den Tod von jährlich 130 Millionen Lachsen noch vor der Schlachtung.©Istockphoto

Oslo, 10. März 2022. 15,5 Prozent der Lachse, die in Käfigen aufgezogen werden, sterben nach dem jetzt vorgelegten Fischgesundheitsbericht des norwegischen Veterinärinstituts vor der Schlachtung. In Gebieten mit hoher Aquaindutrie beträgt die Sterblichkeitsrate bis zu 20 Prozent. Wie der norwegischer Jäger- und Fischereiverband Norges Jeger- og Fiskerforbund NJFF ausrechnete, sterben damit 237 Fische pro Minute aufgrund schlechter Bedingungen in der Aufzucht.

In dem Berichtes werden die Todesursachen beschrieben: Infektionskrankheiten, schlechten Umweltbedingungen, Verletzungen und mangelnder physiologischer Anpassung. Es gebe große Probleme mit Krankheiten und Behandlungen gegen Parasiten wie Lachsläuse.

Zu den 130 Millionen Fischen, die jährlich im gesamte Produktionsprozess von der Brüterei bis zur Schlachtung verenden, sind auch der „Verbrauch“ an 40 Millionen Putzerfischen enthalten, die die Lachse in den Käfigen von den Läusen befreien sollen. 

Die Aquaindustrie wird hauptsächlich in offenen Käfigen im Meer betrieben. Das bedeutet, dass die Krankheiten und Parasiten der Industrie auch die umliegende Natur und die dort lebenden wilden Salmoniden beeinträchtigen, teilt der Jäger- und Fischereiverband mit.

„Wir sind natürlich in erster Linie besorgt über die katastrophalen Auswirkungen, die Lachsläuse aus dieser Industrie auf Meerforelle und Lachs haben“, sagt Øyvind Fjeldseth, Fischberater bei NJFF. „Auf jeden Fall ist es an der Zeit darauf hinzuweisen, dass der Hauptgrund für die enorme Zahl der Todesopfer darin besteht, dass Fische immer noch in offenen Käfigen gezüchtet werden.“

Eine Lösung sieht Fjeldseth in der Aufzucht der Lachse in geschlossenen Anlagen, wo man vermeiden kann, dass Lachsläuse in die Anlagen gelangen.  Er bezeichnet die jetzige Situation als unhaltbar, mit der die Gesellschaft nicht leben könne. Es gebe genügend Berichte, die Todesfälle und Krankheiten in der Aquakulturindustrie dokumentieren, und genügend Beweise dafür, dass die wilden Salmoniden unter diesem Regime leiden. Norwegen müsse aus der Berichterstattungsphase und der verzweifelten Handlungslähmung herauskommen und versuchen, weiter die richtige Richtung zu finden. 

Mehrere norwegische Unternehmen der Aquaindustrie haben bereits mit dem Bau von Lachszuchtanlagen an Land begonnen.

Finden Sie hier Entwicklungsprojekte norwegischer Unternehmen zur Fischzucht.

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