Eviny, Equinor und Air Liquide stoppen Wasserstoffprojekt in Norwegen

In Norwegens größter Raffinerie in Mongstad wollten Eviny, Equinor und Air Liquide Wasserstoff für die Schifffahrt herstellen und eine Lieferkette aufbauen. Doch der Markt sei noch nicht reif. Jetzt wird das Projekt gestoppt.©Eviny

Oslo, 3. März 2022. Eviny, Equinor und Air Liquide haben beschlossen, das Wasserstoffprojekt Aurora auf Eis zu legen. Mit diesem gemeinsamen Vorhaben wollten die Unternehmen im Industriepark Mongstad in der größten, von Equinor betriebenen Raffinerie Norwegens flüssigen Wasserstoff für die Schifffahrt herstellen. Nach zwei Jahren Entwicklungszeit kommen sie jetzt zu dem Schluss, dass die Rahmenbedingungen für die Herstellung von Wasserstoff nicht gegeben seien, weil die Mehrkosten für Wasserstoff gegenüber Schiffsdiesel für viele Reedereien zu hoch seien. Bis zur Entwicklung des Marktes für flüssigen Wasserstoff wollen die Parteien kontinuierlich prüfen, ob es eine Grundlage für die Fortsetzung der Investition gibt.

Seit 2019 bauen Eviny, Equinor und Air Liquide eine vollständige Lieferkette für flüssigen Wasserstoff für die maritime Industrie auf. Das Projekt erhält Fördermittel aus dem norwegischen Förderprogramm PILOT-E. Außerdem wurde das Wasserstoff-Projekt von der norwegischen Förderagentur ENOVA für die Teilnahme an dem EU-Kooperationsprojekt IPCEI (Important Project of Common European Interest) als wichtiges Projekt von gemeinsamem europäischem Interesse vorqualifiziert. Die Unternehmen Eviny, Equinor und Air Liquide haben ENOVA jetzt darüber informiert, dass es nicht möglich war, den Plan für die Zusammenarbeit zwischen IPCEI-Projekten zu befolgen, und dass sie das Aurora-Projekt in seiner ursprünglichen Form einstellen. Um eine Investitionsentscheidung treffen zu können, seien die Parteien auf ein Mindestvolumen der Produktionsanlage angewiesen. Bei den heutigen Rahmenbedingungen seien die Mehrkosten für Wasserstoff gegenüber Schiffsdiesel für viele Reedereien zu hoch. Die Parteien des Aurora-Projekts sind der Ansicht, dass zusätzliche Förderprogramme für die Wasserstoffproduktion in Form von Differenzverträgen erforderlich sind, um Wasserstoff zu einem Preis verfügbar zu machen, den der Endverbraucher bezahlen kann.

Die Branchenakteure strebten weiterhin die Bereitstellung von flüssigem Wasserstoff für die Handelsschifffahrt an und werden den Dialog mit ENOVA hierzu fortsetzen, teilt Eviny mit.

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