Norwegen maßgeblich an UN-Entscheidung zur Schaffung einer globalen UN-Plastikkonvention beteiligt

Der norwegische Klima- und Umweltminister Espen Barth Eide hatte den Vorsitz der UN-Umweltsitzung Anfang März in Nairobi. Hier wurde beschlossen, ein globales Abkommen zum Stopp der Plastikverschmutzung vorzubereiten.©IISD / ENB / Kiara Worth

Oslo, 3. März 2022. Am dritten Tag der UN-Umweltversammlung in Nairobi, die von Klima- und Umweltminister Espen Barth Eide geleitet wurde, sprachen sich die Teilnehmer für eine globale Plastikkonvention aus, um die weltweite Plastikverschmutzung zu stoppen. 193 Länder einigten sich darauf, ein internationales Forschungsgremium für Maßnahmen gegen Chemikalien, ein Expertengremium für Abfall und Umweltverschmutzung und ein globales Kunststoffabkommen einzurichten.

Der Plan sieht zunächst die Einrichtung eines Verhandlungsausschusses vor, der in der nächsten Runde die Details einer Einigung ausarbeiten soll. Diese Arbeiten sollen bis Ende 2024 abgeschlossen sein.

„Angesichts unseres großen Wissensengagements im Kunststoffbereich sowohl national, auf EU-Ebene, global und besonders in Asien finden wir von NIVA es sehr erfreulich, dass die Entscheidung jetzt gefallen ist. Besonders erfreulich ist, dass die Unterstützung durch die UN-Mitgliedsstaaten so einhellig war“, sagt Tor-Petter Johnsen, CEO des norwegischen Instituts für Wasserforschung NIVA, das die UN-Versammlung mit vorbereitet hatte. Unter anderem hatte das Institut einen Bericht veröffentlicht, in dem verschiedene Aspekte von Nachhaltigkeitskriterien für Kunststoffe aufgeführt wurden, auf die sich ein solches Abkommen beziehen sollte.

Die norwegische Regierung und norwegische Forschungsinstitute setzen sich in besonderem Maße für die Erarbeitung eines solchen Abkommens ein. Auch andere nordische Regierungen engagieren sich stark. Im Rahmen der nordischen Zusammenarbeit wurden vor der Entscheidung am 2. März mehrere vorbereitende Berichte erstellt. Ein neuer Bericht, um dessen Erstellung NIVA gebeten wurde, wird sich insbesondere der Notwendigkeit von Sonderregeln für mit Mikroplastik in einer globalen Konvention befassen. 

Das vom norwegischen Forschungsrat geförderte und von der NIVA geleitete Projekt Asian Scientific Alliance for Plastic Pollution (ASAP) ist nun eine strategische Partnerschaft mit den UN-Organisationen UN-Habitat und UNIDO eingegangen, um genauer zu untersuchen, wie die Akteure zur Reduzierung von Plastik beitragen können. „Um eine gute globale Konvention zu gestalten, die an unterschiedliche wirtschaftliche Realitäten im Umgang mit Plastik angepasst ist, ist es wichtig, im Vorfeld alle Steine ​​umzudrehen, damit zum Beispiel nicht das große Plastikproletariat in Asiens Großstädten negativ betroffen wird, sagt Luca Nizzetto, leitender Forscher am NIVA und Projektleiter von ASAP.

Ein wichtiger Teil des Prozesses, der zu der Entscheidung Anfang März führte, sei auch Norwegens großes Portfolio an Projekten in Asien gewesen, teilt die norwegische Regierung mit. Diese hätten die lokalen Behörden in großen Emissionsländern mit Wissen versorgt und so zum Kampf gegen die Mikroplastik mobilisiert

„Mit Unterstützung des Meeres- und Kunststoffprogramms der Regierung und in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Botschaften haben wir und andere norwegische Akteure seit fast fünf Jahren die Kompetenz und Kapazität zur Bewältigung der Kunststoffherausforderungen in Asien, insbesondere in China, Indien, Myanmar und ASEAN, erhöht“, sagt Thorjørn Larssen, stellvertretender CEO von NIVA.

Das Treffen der UN-Umweltversammlung ist ein internationaler Durchbruch im Kampf gegen Plastik.  193 Länder einigten sich darauf, ein internationales Forschungsgremium für Maßnahmen gegen Chemikalien, ein Expertengremium für Abfall und Umweltverschmutzung und ein globales Kunststoffabkommen einzurichten.
Das Treffen der UN-Umweltversammlung ist ein internationaler Durchbruch im Kampf gegen Plastik. 193 Länder einigten sich darauf, ein internationales Forschungsgremium für Maßnahmen gegen Chemikalien, ein Expertengremium für Abfall und Umweltverschmutzung und ein globales Kunststoffabkommen einzurichten.

Hans Peter Arp, CEO des Norwegian Geotechnical Institute NGI, sieht die Entscheidung von Nairobi als einen Wendepunkt im Kampf gegen chemische Verschmutzung und Plastikverschmutzung.

Norwegische Forscher waren auch daran beteiligt, dass die UN-Umweltversammlung der Schaffung deines internationalen Forschungsgremiums zur chemischen Verschmutzung zustimmt. Vor der Sitzung der UN-Umweltversammlung verschickten Forscher, die an 27 norwegischen Universitäten und Forschungsinstituten beschäftigt sind, ein gemeinsamen Appell an Umweltminister Eide mit der Aufforderung, ein entsprechendes Expertengremium zur Vorbereitung einer Plastik-Konvention einzurichten. Der norwegische Aufruf wurde weltweit von mehr als 2.000 Forschern unterzeichnet.

„Es war spannend, die Entwicklung auf dem UNEA-Treffen zu verfolgen, und ich bin tatsächlich ein wenig überrascht, dass die Entscheidung, ein solches Gremium zu schaffen, so gut angenommen wurde. Hätte eines der 193 Mitgliedsländer der UNEA dagegen gestimmt, wäre die Einrichtung eines solchen Expertengremiums nicht möglich gewesen“, so Arp.

Die nächsten zwei Jahre werden von der UNEA genutzt, um festzulegen, wie ein solches internationales Gremium gestaltet und beauftragt werden soll. In der internationalen Ausschreibung wird vorgeschlagen, dass das Climate and Pollution Panel ein ähnliches Mandat wie das UN Climate Panel (IPCC) und das UN Biodiversity Panel (IPBES) haben soll.

Arp glaubt, dass ein internationales Gremium gegen chemische Verschmutzung auch als Verbreitungsplattform wichtig sein wird, um das Bewusstsein für Herausforderungen und Lösungen zu schärfen. In Bezug auf die anderen positiven Nachrichten vom UNEA-Treffen, einem globalen und rechtsverbindlichen Abkommen zur Beendigung von Plastikmüll in der Welt, sagt Arp: „Dass sich die Mitgliedsländer auf ein Abkommen geeinigt haben, in dem sich die Länder der Welt zu Regeln für die Verwendung und Produktion von Plastik verpflichten, mit dem Ziel, Plastikmüll zu stoppen, ist ein großer Erfolg. Arp lobt besonders die Tatsache, dass sich die Länder darauf geeinigt haben, den gesamten Lebenszyklus von Kunststoff zu betrachten – von der Herstellung des Kunststoffs bis hin zur Abfallbehandlung und zum Recycling.

Experten betrachten das Treffen in Nairobi als internationaler Durchbruch im Kampf gegen Plastik.©NGI

In einem Wissenschaftlicher Artikel, der im vergangenen Sommer veröffentlicht wurde, warnten Arp und Forschungskollegen in Schweden und Deutschland davor, dass sich die Welt dem Wendepunkt des globalen Plastikmülls nähert und dass weltweit drastische politische Maßnahmen erforderlich sind, um irreparable Umweltschäden zu verhindern.

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