Norwegischer Staatsfonds zieht sich aus Russland zurück

Investitionen des norwegischen Staatsfonds in Russland Ende 2021, in Mrd. NOK©nbim.no

Oslo, 27. Februar 2022 (aktualisiert am 3. März 2022). Der norwegischer Staatsfonds Government Pension Fund Global wird alle Investitionen in Russland mit sofortiger Wirkung einfrieren und so schnell wie möglich verkaufen. Wie Finanzminister Trygve Slagsvold Vedum auf einer Pressekonferenz am 27. Februar erklärte, wird sich der Staatsfonds von allen Beteiligungen in Russland trennen.

Der norwegische Staatsfonds war zum 31.12.2021 an 51 russischen Firmen beteiligt. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Investitionen einen Wert von 27,43 Milliarden NOK, das entsprach 0,2 Prozent aller Investitionen des Fonds. Wie Nicolai Tangen, CEO der Norges Bank Investment Management auf einer Pressekonferenz am 3. März äußerte, könnte der Wert der Anlagen inzwischen auf etwa 2,5 Milliarden NOK gesunken sein. Aber die Zahl sei ungewiss.

Die größte Einzelinvestitionen mit 8,21 Milliarden NOK tätigte der Fonds bei der Gazprom PJSC. Damit gehörten den Norwegern 0,86 Prozent des staatlichen russischen Gaskonzerns. Allein im Jahr 2021 hatte der Fond seine Beteiligung um 4,23 Milliarden NOK aufgestockt.

Auf Platz zwei lag die Sberbank. Hier engagiert sich der norwegische Staatsfonds mit 6,07 Milliarden NOK, ein leichte Erhöhung gegenüber dem Vorjahr. Zum 31.12.2021 hielt er 0,75 Prozent der Anteile. Auf Platz drei der größten Investitionen des GPFG folgt der Ölkonzern Lukoil mit einem Anlagevermögen von 3,91 Milliarden NOK, 0,2 Milliarden NOK mehr als im Vorjahr. Die Beteiligungen an russischen Unternehmen lagen zum 31.12.2021 zwischen 0,1 und 3,64 Prozent (an der MD Medical Group Investments PLC). Branchenmäßig ist der Fonds breit aufgestellt, wobei die meisten Investitionen mit 14,27 Milliarden NOK im Energiesektor stecken, gefolgt vom Finanz- und Rohstoffsektor.

Russische Aktien haben seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine stark an Wert verloren. Die Moskauer Börse war in den letzten Tagen geschlossen .

In der Ukraine hatte der Fonds Ende 2020 Beteiligungen an drei Unternehmen im Bereich Konsumgüter im Wert von gerade 27,81 Millionen US-Dollar. Diese Unternehmen waren in Zypern und den Niederlanden gemeldet.

Seit der Besetzung der Krim durch Russland und der Destabilisierung der Ostukraine steht Norwegen in seiner Reaktion auf die Verletzung des Völkerrechts durch Russland an der Seite der EU, der Vereinigten Staaten und anderer gleichgesinnter Länder, teilt die Regierung mit. Gemeinsam mit der EU stelle sich Norwegen nun mit historisch starken Sanktionen gegen Russland. Der norwegische Luftraum wird für russische Flüge gesperrt.

Die Regierung stellt der Ukraine bis zu zwei Milliarden NOK für humanitäre Hilfe zur Verfügung und wird dem Land militärische Ausrüstung wie Helme und Schutzwesten zur Verfügung stellen. Bisher hat Norwegen hat bisher 250 Millionen NOK für die humanitäre Hilfe infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine bereitgestellt, hauptsächlich an den Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR), die Bewegung des Roten Kreuzes und den UN-Fonds für humanitäres Land. Die Mittel gehen an die UNO, das Rotkreuzsystem und norwegische humanitäre Organisationen in der Ukraine und den Nachbarländern, die Flüchtlinge aufnehmen. Die Unterstützung ist flexibel, sodass die Akteure jederzeit dort ansetzen können, wo der Bedarf am größten ist.

Finden Sie hier die Liste der Beteiligungen des GPFG an russischen Unternehmen mit Stand 31.12.2021.

Finden Sie hier weitere Informationen zu den Wirtschaftsbeziehungen Norwegens zu Russland.

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