Norwegischer Aluminiumkonzern Hydro investiert in amerikanisches CO2-Abscheidungsunternehmen Verdox

Das Hydro-Werk Sunndal, eines der fünf norwegischen Aluminiumwerke des Konzerns. Hier soll eine neue Technologie zur Abscheidung von CO2 getestet werden.@Hydro

Oslo, 22.02.2022. Der norwegische Aluminiumkonzern Hydro ASA investiert 20 Millionen US-Dollar in das US-Unternehmen Verdox, Inc., ein Spin-off des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Das Unternehmen kommerzialisiert eine vollelektrische Technologie zur Kohlenstoff-Abscheidung, die sowohl für die Erfassung von Emissionen aus der Aluminiumproduktion als auch direkt aus der Luft angewendet werden kann. Mit der Investition erwirbt Hydro eine Minderheitsbeteiligung.

„Ein wichtiger Teil unserer Nachhaltigkeitsbestrebungen ist die Reduzierung der Emissionen unserer Aluminiumhütten. Hydro ist gut positioniert, um ein aktiver Anteilseigner zu sein und Kompetenz und Erfahrung einzubringen, die Verdox einen Mehrwert bringen werden. Die Zusammenarbeit wird die Dekarbonisierung unserer Hütten beschleunigen“, sagt Eivind Kallevik, Executive Vice President von Aluminium Metal bei Hydro.

Hydro und Verdox gingen Anfang 2021 eine Zusammenarbeit ein. Die Technologie wurde getestet, um ihre Anwendbarkeit für die Abscheidung des CO2 im Abgas von Hydros primärer Aluminiumhüttentechnologie zu bewerten. Erste Ergebnisse seien sehr vielversprechend, teilt Hydro mit. In der nächsten Phase der Zusammenarbeit soll die Technologie in den Aluminiumhütten von Hydro getestet werden. Bis 2030 soll sie im industriellen Maßstab eingesetzt werden.

Die meisten der bisher verfügbaren CO2-Abscheidungslösungen sind auf Wärme, Druck oder Erwärmung und Kühlung flüssiger Substanzen angewiesen. Die Verdox-Aluminium-Kohlenstoff-Abscheidungstechnologie funktioniert vollelektrisch. Sie werde das CO2 in Industrieabgasen von Hydros Aluminiumhütten durch Elektroswing-Adsorption abscheiden und das CO2 für die Speicherung verfügbar machen. Das System kann vollständig mit erneuerbarer Energie betrieben werden.

Die Studien von Hydro hätten gezeigt, dass durch die Abscheidung von CO2 direkt aus dem Abgas die meisten direkten Emissionen aus dem Prozess der Aluminiumschmelze eliminiert werden können. Die verbleibenden Emissionen könnten durch ein direkt an die Anlage angeschlossenes Air-Capture-System entfernt werden, teilt Hydro mit.

„Hydro hat mehr als 50 Kohlenstoffabscheidungstechnologien bewertet und nur sehr wenige gefunden, von denen wir erwarten, dass sie für die Aluminiumproduktion anwendbar sind. Die Technologie von Verdox hat den Vorteil, dass CO2 in sehr geringen Konzentrationen sowohl aus Industrieabgas als auch direkt aus der Luft abgeschieden werden kann“, sagt Kallevik.

Die meisten CO2-Abscheidungstechnologien wurden für die Abscheidung des Abgases aus der fossilen Energieerzeugung und Industrien mit höheren CO2-Konzentrationen, typischerweise über vier Prozent, entwickelt. Das Abgas von Aluminiumhütten hat mit etwa einem eine relativ geringe CO2-Konzentration.

Das International Aluminium Institute geht davon aus, dass die Nachfrage nach Aluminium bis 2050 um etwa 70 Prozent steigen wird. „Der Fahrplan von Hydro für eine kohlenstofffreie Aluminiumproduktion umfasst Lösungen sowohl für bestehende als auch für neue Aluminiumkapazitäten. Die Kohlenstoffabscheidung wie die Verdox-Technologie wird die anhaltende Wettbewerbsfähigkeit unserer bestehenden Hütten sicherstellen, während unsere bahnbrechende neue Prozesstechnologie HalZero für neue Kapazitäten entwickelt wird. Auf diese Weise erhöhen wir unsere Chancen, unsere Klimaziele zu erreichen und die Führung in der Aluminiumindustrie zu übernehmen“, sagt Kallevik.

Verdox wurde Ende 2019 von Dr. Brian Baynes, Prof. T. Alan Hatton und Dr. Sahag Voskian gegründet.

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